Jahreshauptversammlung des Fördervereins Festung Zitadelle

Thematische Dauerbrenner sind schon "Stadtgeschichte"
Von tee [01.06.2010, 08.09 Uhr]

Das jüngste Licht-Projekt des Vereins war 2009 die Beleuchtung der Mariensäule.

Das jüngste Licht-Projekt des Vereins war 2009 die Beleuchtung der Mariensäule.

Stadtgeschichte verläuft nicht linear, wie auf der jüngsten Jahreshauptversammlung des Förderver-eins Festung Zitadelle deutlich zu hören war. Im Jahresbericht durch den – um es vorweg zu neh-men: wiedergewählten – Vorsitzenden Conrad Doose, begegneten die aufmerksamen Mitglieder einigen thematischen „Dauerbrennern“: Nord- und Südbastion Brückenkopf-Park, Lichtprojekt, Engelsburg und stadtplanerische Gestaltung.

Nachdem kurz nach der Eröffnung 2008 die „Nördliche Wachstube“ im Brückenkopf-Park wegen herabfallender Ziegel im Januar 2009 geschlossen werden musste, gelang unter Federführung von Hans Meyer die Wiedereröffnung zum Saisonbeginn im März. Das Ergebnis des gemeinsamen Be-mühens und Spenden mehrerer Jülicher Vereine, finanzieller Unterstützung der Stadt und des Brückenkopf-Parks. Nächstes Ziel ist nun die Sanierung der Südbastion zu erreichen. Ebenfalls un-ter dem Tenor „Fortsetzung folgt“ steht das Lichtprojekt: 2009 wurde die Beleuchtung der Marien-säule auf dem Propstei-Kirchplatz realisiert, jetzt sind bereits erste Anträge an die Stadt zur Illumi-nierung des „Alten Rathauses“ am Markt gestellt. Ungelöste technische Sicherungsprobleme gibt es dagegen bei den neun durch Vandalismus zerstörten Strahlern des „Lichtprojekt Zitadelle“.

Stadtplanerisch sind aus dem vergangenen Jahr noch einige Punkte offen geblieben: Etwa die Zu-kunft des Hesselmann-Grundstücks, gegen dessen Wiederbebauung durch eine Fast-Food-Kette sich große Teile der engagierten Jülicher Bevölkerung mit Unterschriftenlisten ausgesprochen hat-ten. Ebenso ungewiss ist die Bebauung des Stadtwerke-Grundstücks „An der Vogelstange“. Nach Berichten von Conrad Doose ist die Planung anscheinend nicht weiter als bis zu einer kleinen „Mall“ (Ladenzeile) vor der Brücke gekommen. Offen bleibt, wie sich der große Parkplatz und die-Fassaden vor allem auf der „Sonnenseite“ an Damm und Ufer der Rur darstellen sollen.

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Noch steht die Realisierung der Sanierung Düsseldorfer Straße aus.

Noch steht die Realisierung der Sanierung Düsseldorfer Straße aus.

Zufrieden ist der Verein mit der planerischen Neugestaltung der Düsseldorfer Straße, die gemeinsam mit fünf Vereinen – Förderverein Festung Zitadelle Jülich, Jülicher Geschichtsverein, Straßengemeinschaft Kleine Rurstraße/Grünstraße, Werbegemeinschaft Jülich und Verein Stadtmarketing Jülich – auf den Weg gebracht wurde. Die Bezirksregierung stimmte der „Lösung mit Modellcharakter“ für die anderen Altstadtstraßen zu. Was fehlt, ist noch die Realisierung.

Weiterhin begleitet wird von Conrad Doose die schwierige Sicherung des verfallenden Westflügels der Burg Engelsdorf bei Aldenhoven. Am Tag des offenen Denkmals erhielten über 300 Besucher erstmals einen Eindruck von den Arbeiten. Mit der Sanierung des Nordturms und des Treppenturms werden die Arbeiten 2010/11 fortgesetzt.

Besonderer Höhepunkt des Jahres 2009 war die Veröffentlichung „Das italienische Jülich – Grund-züge im Konzept Alessandro Pasqualinis für die Stadtanlage, die Zitadelle und das Residenz-schloss“. Sechs Jahre Forschungsarbeiten von 14 Autoren sind in dem gemeinsam von Förderverein und Jülicher Geschichtsverein publizierten Werk zusammengetragen. Viele neue Indizien, so der Fördervereins-Vorsitzende erhärteten zudem deutlich den Einfluss Leonardo da Vincis, Bramantes und Raffaels und damit die baukünstlerische Schulung des Baumeisters an den Ideen der im zwei-ten und dritten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts stilbildenden Bauhütte von St. Peter in Rom.

Neben den „Dauerbrennern“ Stadt-, Zitadellen- und Schlossführungen und den stets intensiv ge-nutzten Fahrten- und Reiseangeboten, betätigte sich der Verein auch wieder als „Aussteller“: Große Resonanz fand die Präsentation auf der Rheinlandschau und die zum „Tag der Neugier“ im For-schungszentrums konzipierte Posterausstellung Menschen@Jülich, in der 20 Persönlichkeiten aus 2000 Jahren Stadtgeschichte porträtiert wurden.

Die Zufriedenheit mit dem Jahresbericht und der Arbeit des Vorstandes äußerten die Mitglieder in der Wiederwahl ihres Vorsitzenden Conrad Doose und seines rund 15-köpfigen „Stabes“. Wichtigste personelle Veränderung: Willi Dovern schied aus dem Vorstand aus. Für ihn kommt ein bekanntes Gesicht zurück in das Gremium: Dr. Rüdiger Urban. Im Einzelnen wurden gewählt: Peter Krautwasser, Gerhard Kolb, Bernhard Dautzenberg, Mariele Egberts, Jürgen F. Hake, Dieter Kielhorn, Frank Klamandt, Dr. Herbert Lang, Martin Marquardt, Walter Maßmann, Siegfried Peters, Prof. Ulrich Stegemann, Brigitte Sturm, Als Revisoren sind im Amt Wolfgang Kaufmann, Hans-Peter Bochem und Hermann Petri.


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