Familienausschuss der Propsteikirche gestaltet 5. Fastenkrippenbild

"Ehebrecherin" in Szene gesetzt
Von Dorothée Schenk [15.03.2010, 17.21 Uhr]

Die angeklagte Ehebrecherin (vorne) steht im Mittelpunkt der Fastenkrippe am kommenden Sonntag.

Die angeklagte Ehebrecherin (vorne) steht im Mittelpunkt der Fastenkrippe am kommenden Sonntag.

„Sie müssen die Wut ausdrücken, Ihre ganz Wut!“ Beate Ortwein, Gemeindereferentin der Jülicher GdG Heilig Geist fordert die acht Frauen, die den Puppen in ihrer Hand die Glieder verrenken. Es gilt, die Osterkrippe zum 5. Fastensonntag zu gestalten.

„Ich würde nicht boxen, ich würde vielleicht treten“, überlegt Andrea Heinrichs laut in Richtung ihrer Banknachbarin Sabine Halbeisen, während sie der Figur die Fäuste ballt. „Wie steht denn überhaupt eine aggressive Frau?“ fragt Birte Heuer Andrea Lennartz. Intensiv setzen sich die Frauen des Familienausschusses der Propsteikirche St. Mariä Himmel- fahrt mit ihrer Arbeit auseinander. Ziel ist, die Bibelstelle Johannes 8,1-11 darzustellen.

In der Propsteikirche werden im dritten Jahr den Gläubigen die Szenen der sonntäglichen Lesungen in der Fastenzeit vor Augen geführt. Bei der Messe am 21. März wird es um eine Ehebrecherin gehen, die vor Jesus gezerrt wird, und die Vergeltung des Volkes – die Steinigung. „Es war ein grausamer Tod.“ Petra Schlader-Thouet verzieht das Gesicht. Die Vielfalt der Gefühlspalette gilt es, einzufangen: Die Angst und Scham der Ehebrecherin, den Zorn der Ankläger und schließlich die Reaktion Jesu: Er „bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde“, heißt es. „Als ich das zum ersten Mal gelesen habe, habe ich mich ziemlich aufgeregt“, gesteht Inge Appuhn, „Wie kann Jesus so unbeteiligt tun?“

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Konzentriert arbeiten Andrea Heinrichs (v.l.), Sabine Halbeisen und Petra Schlader-Thouet am Ausdruck der Puppen.

Konzentriert arbeiten Andrea Heinrichs (v.l.), Sabine Halbeisen und Petra Schlader-Thouet am Ausdruck der Puppen.

Nicht auf alle Fragen gibt Beate Ortwein eine Antwort, sondern beschränkt sich auf Impulse. „Der Betrachter der Krippe muss sehen, was Sie sich gedacht haben, als Sie die Figuren gestellt haben.“ Die Schwierigkeit: Die Egli-Figuren können nur durch die Bewegung wirken, da sie keine Gesichter haben. Darüber hinaus kann nur eine Szene der Bibelstelle gezeigt werden, und die Entscheidung fällt schwer, welcher Augenblick der wichtigste, darstellungswürdige ist.

Gabi Ossenkopp liest noch einmal ein Stück des Johannesevangeliums vor. „Sie müssen sich vorstellen, die Menschen haben die Frau durch die Straßen gezerrt… Versuchen Sie die Szene ins ‘Jetzt’ zu holen“, rät Gemeindereferentin Ortwein. Hierfür haben sich die Frauen noch einen besonderen Dreh überlegt: Sie wollen die Steine beschriften, die vor den Anklägern griffbereit im Sand liegen. Die Schlagworte stehen aber noch nicht fest. Dafür haben die Frauen noch einige Tage Zeit.

Die Oster- und Fastenkrippe zur Bibelstelle Johannes 8,1ff. ist in der Propsteikirche in Jülich ab Samstag, 20. März, eine Woche lange zu betrachten.


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