Jülicher Supercomputer weltweit nach vorne geschnellt
Von Redaktion [25.06.2009, 08.05 Uhr]

In der jüngst erschienenen Weltrangliste der schnellsten Supercomputer schafft es das Forschungszentrum Jülich gleich mit zwei Supercomputern unter die ersten Zehn. JUGENE, der schnellste Rechner Europas, liegt auf Platz 3, das in Jülich entwickelte Computer-Tandem JUROPA / HPC-FF kommt weltweit auf Platz 10 und in Europa auf Platz 2. Dies ist das erste Mal in der Geschichte der Weltrangliste, dass in Europa ein Institut gleichzeitig zwei Computer unter den ersten zehn platziert.

Der Supercomputer JUGENE liefert mit seinen 72 000 Prozessoren eine Spitzenleistung von über 1 Petaflop/s. " Mit JUGENE auf Platz 3 zeigt Deutschland seine Präsenz in der Weltliga des Supercomputings und der Simulation", freut sich Professor Achim Bachem, Vorstandvorsitzender des Forschungszentrums Jülich. JUGENE ist vom Typ IBM Blue Gene ?/P und wird für rechenintensivste, komplexe Simulationen eingesetzt, beispielsweise in der Materialforschung, in der Umweltforschung oder in der Teilchenphysik. Er wurde in Jülich im Rahmen des Gauss-Zentrums für Supercomputing beschafft, eines vom Bund, Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen getragenen Zusammenschlusses der nationalen Höchstleistungsrechenzentren in Garching, Jülich und Stuttgart.

Die Supercomputer JUROPA und HPC-FF erreichen mit ihren über 3200 Rechenknoten eine Spitzenleistung von 308 Teraflop/s.

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"Mit den JUROPA und HPC-FF geht Jülich ganz neue Wege", erklärt Professor Thomas Lippert, Direktor des Jülich Supercomputing Centre. "Im JUROPA-Konsortium entwickelt Deutschland zum ersten Mal nach 20 Jahren wieder eigene Superrechner der höchsten Leistungsklasse."

Die beiden Systeme wurden von Experten des Jülich Supercomputing Centre entworfen und gemeinsam mit Partnerfirmen umgesetzt. Die sogenannten Clustercomputer bestehen aus bewährten Komponenten, wie sie bald auch in normalen PCs Verwendung finden werden, zum Beispiel dem neusten Quad-Core-Nehalem-Prozessor von Intel. Entscheidend für die hohe Effizienz und Stabilität der beiden Höchstleistungsrrechner sind jedoch die Betriebssoftware ParaStation, entwickelt von der Firma ParTec aus München, und das Linux-Betriebssystem der Firma Novell (vormals S.U.S.E.) aus Nürnberg. "Wenn die Prozessoren das schlagende Herz des Rechners sind, dann ist die Software die integrierende Seele des Systems", erklärt Lippert. "Ein extrem schnelles Infiniband-Netzwerk der Firmen Mellanox und SUN bildet schließlich das Nervensystem." Von SUN stammt auch JUROPAs paralleles Speichersystem LUSTRE. "Und mit dem französischen Supercomputerspezialisten Bull als Generallieferanten haben wir einen weltweit renommierten europäischen Partner", so Lippert. Von Bull selbst stammen die Boards in HPC-FF; JUROPA besteht aus hochintegrierten Blades von SUN.

Jülich setzt auf ein System von sich ergänzenden, energiesparenden Rechnern, um für alle Anwendungen geeignete, miteinander kooperierende Plattformen zu bieten. Forscher aller Fachrichtungen werden JUROPA nutzen, um zu klären, wie sich das Klima wandelt, wie sich Proteine in Zellen falten, wie neue Halbleiter funktionieren oder wie Brennstoffzellen zu verbessern sind. HPC-FF wird dabei allein für die Fusionsforschung zur Verfügung gestellt. Für besonders große Simulationen können die beiden Computer dank ParaStation gekoppelt werden und erreichen dann eine Spitzenleistung von 308 Teraflop/s, das sind 308 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde. Ein Petaflop/s entspricht einer Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde. Die beiden Jülicher Supercomputer JUGENE und JUROPA/HPC-FF sind unter der TOP10 der aktuellen Weltrangliste die einzigen Anlagen außerhalb der USA.


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