Sonntags singt die Dürener Gemeinde von St. Anna Lieder von „Loevenich und Loevenich“

Mit Antonius von Padua fing es an
Von Dorothée Schenk [04.07.2009, 08.46 Uhr]

Was passiert, wenn ein Kirchenmusiker in eine Pfarre versetzt wird, für dessen Patron er sich ein eigenes Musikstück wünscht? Er schreibt es selbst. Regionalkantor Hans-Josef Loevenich bildet seit rund 20 Jahren mit seinem Bruder Ralph ein kreatives Duo.

Der Hl. Antonius von Padua war die erste Herausforderung:„Ich habe ein Singspiel geschrieben“, erinnert sich Hans-Josef Loevenich und seinen Bruder bat er um den Text dazu. Das war der Anfang – oder eigentlich nicht. Denn die Brüder – der eine heute Regionaldekan in Düren, der andere Pastoralreferent in Inden-Altdorf – sind praktisch Bettkasten an Bettkasten groß geworden. Sie teilten im Vier-Kinder-Haushalt in Altdorf ein Zimmer. „Das verbindet.“

Gut abgestimmt sind die Brüder auf jeden Fall, denn seit Ende der 80er Jahre, als sie beim Kompositionswettbewerb in Wolfsburg mit einer Fabel vom Kamel und Pferd den Sieg davontrugen, sind sie mit Unterbrechungen als „Liedermacher-Duo“ ein Erfolgsteam. Sogar eine CD haben sie schon zusammen herausgebracht: „Der Weg in die Freiheit“ heißt das Musikstück, das „ein bisschen wie Peter und der Wolf“ angelegt ist. Diesmal ging die Initiative von Ralph Loevenich aus, der zur Bibelgeschichte „Auszug aus Ägypten“ einen kindgerechten Text verfasst hatte, und über die Hans-Josef Loevenich Orgelimprovisationen einspielte.

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Zur regelmäßigen Zusammenarbeit kam es aber erst Anfang 2000. „Es gibt kaum Lieder für Kinder in der Fastenzeit“, hatte der Regionalkantor festgestellt und selbst zum Notenpapier gegriffen. Mit den Jahren ist ein kleines Liederheft entstanden. Die Stücke gehören zum festen Repertoire in seiner Heimatgemeinde St. Anna – hier ist nämlich jeden Sonntag Familienmesse. „Das erklärt auch den Bedarf an kindgerechten Liedern“, schmunzelt der Musiker. Ein weiterer Vorteil: Für die sonntägliche Musik zur Messe werden Gebühren für die Urheberrechte fällig, die das ideenreiche Liedererfinder-Paar Loevenich ihren Gemeinde erspart. „Die Stücke haben nichts im Rang von Mozart – das ist Gebrauchsmusik“, gibt sich Kantor Loevenich bescheiden.

Das nächste Projekt ist schon in Planung: Zur Fusion der Dürener Pfarren St. Anna, St. Marien, St. Antonius, St. Bonifatius, St. Josef und St. Cyriakus zur Großgemeinde St. Lukas soll ein Lied entstehen. Schließlich heißt es nicht umsonst: Wo man singt, da lass Dich ruhig nieder…


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