Ein Jahr Fairkauf - eine Bilanz

Mehr Raum, mehr Kunden, viel Lachen
Von Dorothée Schenk [27.06.2009, 15.02 Uhr]

„Heute vor einem Jahr waren wir etwas aufregt“, schmunzelt Sylvia Karger-Kämmerling Gemeindesozialarbeiterin des Caritasverbandes. Rund 365 Tage ist es her, dass die Caritas in Jülich den „fairkauf“ eröffnete – eine erste Bilanz.

Entspannte Zufriedenheit ist auf den Gesichtern der Damen abzulesen: Ein Jahr „fairkauf“ heißt zwar ein um das doppelte angewachsener Arbeitsaufwand, aber es heißt auch mehr Angebot für die Kunden und mehr Raum für das Team. „Das Niveau der Ware ist gestiegen und hat uns auch ein anderes Kundenklientel gebracht“, erklärt Inge Alt. „Wir können uns hier besser präsentieren.“ Rund 50 Kunden pro Öffnungstag besuchen die Geschäftsräume Große Rurstraße 55.

Neu im Sortiment sind nach dem Umzug aus der Stiftsherrenstraße neben Kinderkleidung auch Haushaltswaren. Hier greifen die trägereigenen Institutionen ineinander: Wenn aus der Tagespflege der Caritas ein alter Mensch ins Altenheim der Caritas wechselt, fallen Haushaltsauflösungen an. Das „fairkauf-Team“ kommt dann auch hier zum Einsatz. Das heißt, nicht nur die Vorbereitungs- und Nachbereitungszeit der 13 Ehrenamtlerinnen im „Laden“ ist gestiegen, sie sind auch öfter und länger im Dienst. Neben den Öffnungszeiten in den Vormittagsstunden werden nachmittags Lieferungen gesichtet und sortiert.

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Kritischen Bemerkungen, dass Kunden mit gut gefülltem Geldbeutel Schnäppchen machen würden, begegnen die Damen mit Überzeugung: „Erste Wahl aus zweiter Hand“ gegen kleine Münzen – diesem Konzept sind sie treu geblieben. Viele Familien, die nicht Hartz-IV-Empfänger seien oder von Arbeitslosigkeit betroffen, müssten in der heutigen Zeit ebenso rechnen. „Es gibt viel Armut, die nicht dokumentiert wird“, erklärt Inge Alt aus ihrer langjährigen Erfahrung. „In erster Linie geht es um die Hilfe für Bedürftige“, erklärt Sylvia Karger-Kämmerling und „Die Mitarbeiterinnen haben sich dafür eingesetzt, dass die Preise so niedrig bleiben, wie sie waren.“ Nur so sei garantiert, dass das Angebot offen für alle sei. Außerdem würden Kunden auch mehr als nur den ausgezeichneten Preis auf die Theke legen.

Für die Caritas-Gemeindesozialarbeiterin hat der Umzug aber nicht nur mit einer Verbesserung der Verkaufssituation mit sich gebracht, es ist für sie eine Frage des respektvollen Umgangs – mit den Kunden einerseits, denen ein angenehmes Umfeld geboten würde, und den Mitarbeiterinnen andererseits. Die sind offensichtlich mehr mit sich und den „Geschäften“ zufrieden: Hildegard Lange, Helene Wasgindt, Trudi Fink, Mechthild Lange, Christa Hansen, Klara Muckel und Inge Alt sind die Mittwochs-Gruppe und inzwischen nicht nur als fairkauf-Team zusammen gewachsen. „Natürlich ist es schön, Menschen zu helfen, aber auch, dass wir zusammen lachen können“, strahlt Klara Muckel. Sie ist das „Nesthäckchen“ im Team und freut sich jeder Woche auf das Miteinander. Apropos: Ein Aspekt, der Sylvia Karger-Kämmerling ebenfalls wichtig ist. Nicht im luftleeren Raum agiert der „fairkauf“ er gehört mit Awo, AsF-Kleiderlädchen, Skf- Spiel- und Lernstube, SAMT, die Kleinen Hände und Jülicher Tafel zum Kreis der existenzunterstützenden Angebote in Jülich.

Wer sich für eine Mitarbeit interessiert kann sich bei der Gemeindesozialarbeiterin des Caritasverbandes, Sylvia Karger-Kämmerling, Telefon 02461-3164451 melden.


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