Rosen, Herzen und viel Tanz für Sambia
Von tee/sk/far [11.05.2009, 12.45 Uhr]

Hunderte von Kindern und Jugendlichenn in 30 Gruppierungen beteiligen sich in der Region Düren an der Aktion „72 Stunden“, viele von ihnen waren ins Dürener Stadtcenter gekommen und stellten ihre Projekte kurz vor.

Seilschaften knüpften die Jungfeuerwehrleute in Jülich für die KiTa Pusteblume Foto: tee

Seilschaften knüpften die Jungfeuerwehrleute in Jülich für die KiTa Pusteblume Foto: tee

Mit einem Gewusel und Gewimmel im Stadtcenter Düren starteten unzählige Kinder, Jugendliche und jungen Erwachsene nicht das „Shopping“ am Wochenende sondern mit Daniel Wenzel, Jugendseelsorger der Region Düren, Regionaldekan Hans-Otto von Danwitz, Bürgermeister Paul Larue und Sven Anton vom Volleybundesligisten „Evivo“ die Aktion des BDKJ „72 Stunden: Und schickt der Himmel“.
Das Motto der Aktion war an der Rur Programm, da hatte sich der Koordinierungskreis um Daniel Wenzel, Anne Poznic, Norbert Engels, Martin Staisch und Elke Androsch etwas einfallen lassen: Die Organisatoren kamen zwar nicht direkt vom Himmel, „schwebten“ aber per Rolltreppe auf die kleine Bühne. Die Aktionspakete, die der Diözesanpräses des BDKJ Claus Wolf gemeinsam mit den Dürener Organisatoren an die einzelnen Gruppen überreichte, wurden per Kletterseil von ganz oben abgeseilt.

Als Schutzengel kam der Trainer von „Evivo Düren“ Sven Anton und lobte das Engagement der jungen Leute. „Auch unser Verein“, so Anton, „arbeitet sehr viel mit Kindern zusammen. Deswegen ist es selbstverständlich, dass wir euch unterstützen.“ Die Männer von „Evivo“ sind mit einem eigenen Projekt mit von der Partie, bei dem Kinder gemeinsam mit Volleyballspielern Techniken in erster Hilfe erarbeiten und lernen sollen. Dürens Bürgermeister Paul Larue zeigte sich von der Aktion mehr als begeistert und zitierte das zehnte Kapital des Lukasevangeliums, das davon erzählt, dass Jesus 72 Jünger ausgeschickt hat, um zu den Menschen zu gehen, um für sie da zu sein. „Ihr seid viel mehr als 72“, so der Bürgermeister, „aber die Zahl 72 spielt für Euch auch eine Rolle. Es ist toll, wie ihr Eure Freizeit für andere einsetzt.“ Larue kündigte an, auch selbst aktiv zu werden, und bei der Aktion im Papst-Johannes-Haus in Düren beim Spülen zu helfen.

Lady Rocker in Langerwehe. Eva-Maria Bauer, Luisa Urban, Michelle Sauer, Gina-Marie Spölgen, Hannah Katzmarek und Corinna Hallek sind Freundinnen. Sie sind alle in der Klasse 6 RB der Realschule der St.-Angela-Schule in Düren. Während der 72-Stunden-Aktion sind die jungen Damen aber noch einmal besonders zusammengewachsen: Mit Jochen Bauer vom Verein „Jugend in Langerwehe“ und Christine Sievers vom Seniorenzentrum „Wehebachtal“ waren sie zwei Tage lang für die Seniorinnen und Senioren des Altenheimes zum Klönen, Spielen, Basteln und zur Gesellschaft da. Die Mädchen habe „ihre“ Senioren auch mit den Rollstühlen auf ihre Zimmer gebracht. Viel Spaß gab es beim Muttertags-Backen, als Gebäck in Herzform entstand.

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Schützenfüchse aus Huchem-Stammeln gruben in Gräbern, um die sich sonst keiner mehr kümmert.

Schützenfüchse aus Huchem-Stammeln gruben in Gräbern, um die sich sonst keiner mehr kümmert.

Einer für alle und alle – in Titz-Ameln legte sich die Clique mit Leon, Michael, Michael, Andreas, Florian, Kim und Lars mächtig ins Zeug und die Basis für den ersten Jugendraum von Ameln. Platz fand sich im alten Sportlerheim am Fußballplatz, das als Treff jetzt „Day’n Night“ heißt: Der musste aber erstmal entrümpelt, Tapeten abgekratzt und Bänke rausgerissen werden. Und die Arbeit geht weiter: Jetzt soll noch Farbe an die Wände, und das Sofa zum „Rumlümmeln“ steht auch schon bereit.

Viel los war in Jülich zur 72-Stunden-Aktion: Während die Sales-Gemeinde Rosen für „die besten Mütter der Welt“ bastelten, fiel der Sponsorenlauf der Katholischen Stundentengemeinde (ksg) der FH in Jülich beinahe ins Wasser: 25 Akteure waren am Start und begleiteten die zehn Läufer bis der große Regen kam… An solche Unwägbarkeiten gewöhnt ist die Feuerwehr, deren Jugendabteilung schon morgens um 8 Uhr im Einsatz war und erst spätnachmittags in den Seilen hing – ganz absichtlich. Für die Kindertagesstätte Pusteblume richteten sie einen Niedrig-Seilklettergarten unter Anleitung von Ralf Borrmann von der Natur- und Abenteuerschule in Bergisch-Gladbach ein. Das 15-köpfige Nachwuchsteam um Feuerwehrmann Michael Hühnerbein hämmerte Nägel, schnitt Seile und versenkte die Seilpfosten unter der Erde „schon wegen der Fallschutzbestimmungen“. Erleichterung und Stolz über das vollbrachte waren der Lohn – und die Freude der Kinder, mit denen am 6. Juni offiziell das neue Abenteuerspielgerät eingeweiht wird.

Mit Hochdruckreiniger, Harke, Heckenschere, Schaufel und jeder Menge Blumen „bewaffnet“ machten sich 20 Schützenfüchse der St. Josef-Schützenbruderschaft Huchem-Stammeln ans Werk. Die Idee, einmal die verwaisten Gräber des örtlichen Friedhofs auf Vordermann zu bringen, spukte den Schützen schon seit längerer Zeit in den Köpfen herum, sagt der Vorsitzende Franz-Josef Abels. Vor der Arbeit lag aber der Gang durch die Behörden – nicht für alle Gräber gab es eine „Arbeitserlaubnis“. Zusätzliche Erschwernis: Von 20 um Spenden angeschriebenen Firmen haben nur zwei reagiert. Der großen Motivation der Jugendlichen tat das keinen Abbruch, und was an Spenden fehlte, gaben die Schützen aus dem eigenen Portemonnaie dazu.

Über 2800 Euro haben das Kinder- und Jugendzentrums St. Johannes Evangelist Gürzenich und KjGler der GdG St. Elisabeth Düren West bei „ihrer“ 72-Stunden-Aktion gesammelt. Das Geld geht in Sambia an einen Kindergarten in der Diözese Monze, der dringend renoviert und besser ausgestattet werden muss. Zusammen gekommen ist es bei einem zweitägigen „Event“, der mit einer Spendengala am Freitag startete. Zwischen Fingerfood, Sekt und einem bunten Programm mit Gesang, Trommeln und Tanz füllte sich das Spendenschwein. Das Familienfest am Samstag mit Spiel, Spaß und Zauberei tat sein übriges dazu. „Sie werden in den Gesichtern lesen, dass ihr Engagement etwas bewegt hat“, sagt Sabine Lilles vom Dürener Eine-Welt-Engagement e.V. (EWE) in Sambia.

Ein Blick auf die Projekte: 72-Stunden-Engel


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