Aus dem Stadtrat

Doch Neubau des Rathauses?
Von Dorothée Schenk [18.02.2009, 12.32 Uhr]

Das "Neue Rathaus" stammt aus den 50er Jahre.

Das "Neue Rathaus" stammt aus den 50er Jahre.

Die Sanierung des Neuen Rathauses am Schwanenteich beschäftigt seit fast drei Jahren die Ausschüsse, politischen Vertreter und das Architekturbüro Zimmermann: Modernisierung, Bausubstanz und die eingeforderten Brandschutz-Maßnahmen treiben den Preis und damit eine erneute Überprüfung der Frage, ob ein Neubau am alten Standort nicht doch die besser Lösung wäre.

Zu diesem Schluss ist der gemeinsame Arbeitskreis von Fraktionen und Verwaltung unter Leitung von Winfried Cremerius gekommen, und trug im jüngsten Stadtrat den Wunsch nach Überprüfung eines Neubaus vor. Helmut Lohn (CDU) erläuterte, dass die Situation sich geändert habe und stetig neue Forderungen zum Feuerschutz hinzugekommen wären, Leitungen erneuert werden müssten und auch die Frage nach der Dämmung des Daches noch geklärt werden müsse. Berechnet werden soll ein Neubau unter Voraussetzung des gleichen Raumvolumens am selben Standort.

„Wir sollten nicht nur für uns selbst bauen, sondern auch für andere mit,“ stellte Lohn in den Raum und war damit Stichwortgeber für Harald Garding, der ein offenbar vom Landrat angeregtes Verwaltungsleistungszentrum für Jülich ins Gespräch brachte. Genannt wurden der Miteinzug der Polizei nach der Reduzierung der Aufgabenbereiche und damit Leerständen an der Neusser Straße sowie von Dienststellen der Kreisverwaltung. Viel Zustimmung gab es von der JÜL, namentlich Matthias Hoven, der dieses Konzept ausdrücklich begrüßte: „Wenn wir auf diese Weise Teile unseres Rathauses finanziert bekämen und etwa die KfZ-Meldestelle nach Jülich bekämen, sollte darüber nachgedacht werden.“

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Die Zufahrt zum Rathaus-Hof erfolgt derzeit über die Große Rurstraße

Die Zufahrt zum Rathaus-Hof erfolgt derzeit über die Große Rurstraße

Abschließend gab Jan Schayen (CDU) zu bedenken: „Am Ende des Tages haben wir ein altes Gebäude, dass nicht denkmalgeschützt ist, aber auch nicht auf dem neuesten Stand der Technik.“

Zu Erinnerung: Das Neue Rathaus wurde in den 50er Jahren und das ehemalige Kreisgesundheitsamt Jülich in den 70er Jahren gebaut. Sicher war schon im November 2006, dass eine Verlegung der elektrischen Leitungen und der Lampen in die abgehängte Decke erforderlich sein würde und dabei gleichzeitig die Beleuchtung von derzeit 10 auf die vorgeschriebenen 100 Lux erhöht werden müsste. Die in den Wänden liegenden „toten“ Rohrbereiche im Wasserleitungssystem müssten wegen Legionellengefahr abgeklemmt beziehungsweise entfernt werden. Damalige Kostenschätzung diese und weitere Maßnahmen lagen zwischen 1,2 und 3,85 Millionen Euro. Diese Summe erhöhte sich bis April 2007, also innerhalb eines halben Jahres, bereits auf 4,9 Millionen Euro. Wie im Stadtrat jetzt erläutert wurde, sind weitere Kosten aufgetaucht – das Ende, so zwischen den Zeilen zu entnehmen, ist offenbar nicht absehbar.

Laut Architekturbüro Zimmermann – April 2007 – würde der Abriss des Alten Rathauses 590.000 Euro kosten. Ein Neubau am selben Standort wurde damals auf 14,6 Millionen Euro beziffert.

Verzichten könnten die Planer im Übrigen auch auf die umstrittene Umgestaltung des Rathaus-Hofes, der Parkplätze sowie der Zufahrt von der Großen Rurstraße aus. Die Kosten alleine für dieses Maßnahme liegen zwischen 45.000 und 300.00 Euro - je nach Variante –, wie Leo Heuter, Leiter des Hochbauamtes, im September 2008 im Bauausschuss vortrug. Diese Planungen sind bei der Rathaus-Sanierung notwendig, da dann aus Brandschutzgründen ein Treppenturms angebaut werden soll.


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