Jülicher Bolivien-Brücke schickt zwei Freiwillige nach Südamerika

Sonnencreme und viel Neugier im Reisegepäck
Von Dorothée Schenk [09.07.2008, 09.57 Uhr]

Reisefertig: Michael Richardy, Vorsitzender des Vereins Bolivien-Brücke, (v.l.) schickt Konstantin Lutz und Frauke Heinemann ins Freiwillige Soziale Jahr nach Bolivien.

Reisefertig: Michael Richardy, Vorsitzender des Vereins Bolivien-Brücke, (v.l.) schickt Konstantin Lutz und Frauke Heinemann ins Freiwillige Soziale Jahr nach Bolivien.

„Ich bin noch ganz beflügelt“, strahlt die 19-jährige. Gerade kommen Frauke Heinemann und ihr „Kollege“ Konstantin Lutz von einem landeskundlichen Seminar, das sie auf ihre einjährige Arbeit im Freiwilligendienst in Bolivien vorbereiten soll. Möglich macht den Aufenthalt der Jülicher Verein „Bolivien-Brücke“, der mit dieser „Entsendung“ seine Premiere feiert.

Dabei steht natürlich nicht die Landeskunde an erster Stelle der Ausbildung, sie war „nur“ die Abrundung. In zwei Wochen startet das Duo in Richtung Südamerika. Im Reisegepäck neben Sonnenmilch gegen ungewohnte Sonneneinstrahlung haben die Freiwilligen eine Schulung, die sich verteilt über drei Monate erstreckt. Dazu gehört einerseits die organisatorische Vorbereitungen – etwa zum Thema Versicherungen – durch den Trägerkreis „Sozialer Dienst für Frieden und Versöhnung (SDFV)“, aber auch die sehr persönlich-pädagogische im FiD-Seminar, wie den Umgang mit Vorurteilen und Armut vor Ort, wie der Abschied von Freunden und dem Elternhaus.

Eva Pevec, die seit Jahren in El Alto für die Arbeitsgemeinschaft Entwicklungshilfe tätig ist und zur die Bolivien-Brücke intensiven Kontakt pflegt, coachte die Reisewilligen. Ganz klar ist den bislang behüteten 19-jährigen, dass sie sich auf eine große Erfahrung einlassen, die ihr „Leben verändern und auf viele Arten bereichern wird“.

Konstantin Lutz wird in Sucre, einer fast malerischen Kolonialstadt, seinen Dienst im Umweltmuseum versehen. Außerdem wird er Kontakte zur Gruppe „Los Masis“ vertiefen, die eine Bildungseinrichtung unterhalten.

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In El Alto, einer Millionenstadt auf dem Hochplateau von La Paz, wird Frauke Heinemann ein Jahr lang zu Hause sein. Mit einem klaren Bildungsauftrag geht die Abiturientin in die sozialpastorale Arbeit. Unterstützen soll sie eine Frauengruppe, in der Fingerpuppen hergestellt werden und in einem Projekt zur Kleintierzucht helfen. Beides dient zur Sicherung eines eigenen Einkommens der Bewohner.

Wie genau sich diese von Deutschland aus gesehen abstrakten Projekte im Land mit Leben füllen, ist den beiden Freiwilligen auch noch nicht klar. Eine gesunde Neugier trägt sie – neben dem fassbaren Wunsch, ihre auf schulischem Unterricht basierenden Spanisch-Kenntnisse zu verfeinern. Ob sich gleichzeitig auch ihre Erwartungen erfüllen, werden sie in einem Jahr berichten können. Mit ihrem Gerechtigkeitssinn und sozialene Engagement zur Verbesserung der Lebensumstände beizutragen, ist der Wunsch von Frauke Heinemann. Einen Beitrag zum interkulturellen Dialog und eine Beteiligung am Prozess der Nord-Süd-Verständigung ist ein Ziel von Konstantin Lutz. Dieser Idealismus auf der „Motivationstafel“ war es beim Bewerbungsgespräch sicher auch, der der Jülicher Bolivien-Brücke genau diese jungen Menschen „empfohlen“ hat. (tee)


Hintergrund:
• Aus einem Kreis von 20 Bewerbern hat der Verein Bolivien-Brücke die beiden Probanden aus Mönchengladbach und dem süddeutschen Öhringen ausgesucht. „Wir waren überrascht, dass sich bundesweit junge Leute an der Ausschreibung beteiligt haben“, berichtet Vereinsvorsitzender Michael Richardy. Via Internet fanden die meisten den Weg zum Angebot der „Bolivien-Brücke“.

• Der Verein Bolivien-Brücke ist Mitglied im Trägerkreis „Sozialer Dienst für Frieden und Versöhnung (SDFV)“ mit Sitz in Aachen. Über ihn kann die Bolivien-Brücke Plätze zur Vorbereitung „ihrer“ Freiwilligen für den Auslandseinsatz buchen.

• Meist müssen die Freiwilligen ihren Aufenthalt selbst finanzieren. Die Bolivien-Brücke trägt die Kosten, hat allerdings beim bundesweiten „Westwärts-Programm“ einen Förder-Antrag gestellt. Gleichzeitig sind die Freiwilligen angehalten, etwa 25 Prozent der Kosten durch Spenden einzubringen. Hierzu gibt es ein Faltblatt, dass die Arbeit und den Menschen vorstellt.

• Näheres zum Verein und zu den Projekten unter www.bolivien-bruecke.de
Spenden unter dem Stichwort „Freiwillige“ an Bolivien-Brücke e.V. ?Kto: 1015651012 ?Pax-Bank ?BLZ: 37060193


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