Moritz Jörrens geht am Sonntag zur Kommunion
Beeindruckender Glaube und Blitz-Wunsch-Kuchen
Von Dorothée Schenk [15.04.2008, 00.15 Uhr]
Überall sind sie derzeit im Jülicher Land unterwegs - oder unterwegs gewesen: Die Kommunionkinder. Für die meisten begann nach den Sommerferien die Vorbereitungszeit auf das Fest, dass für Katholiken einen weiteren Schritt in die Gemeinde bedeutet. Einer von ihnen ist Moritz Jörrens. Der Koslarer wird am Sonntag, 20. April, mit 22 weiteren Kinder im Festtagsanzug St. Adelgundis betreten.
![]() Er öffnet dem "Heiligen Geist" die Tür: Moritz Jörrens geht am Sonntag… |
Zufrieden sieht der pfiffige Blondschopf aus. Die Probe in der Kirche hat gut geklappt. „Wir haben geübt, wie man die Hostie nimmt“, erzählt er und führt gleich vor, wie es geht: „Die Hände über Kreuz legen und dann mit der rechten Hand die Hostie nehmen“, spricht’s und schiebt sich das imaginäre heilige Brot in den Mund. Dann kann der Festtag ja kommen.
Sieben Monate lang hat sich der Drittklässler vorbereitet: Von Katechetin Anke Keppel und Pfarrer Dr. Peter Jöcken lernte er „viel mehr über Jesus“, wie er treuherzig erklärt. Besonders gut gefallen hat dem Neunjährigen die Geschichte von der Begegnung Jesu mit dem römischen Hauptmann. Dieser bringt seinen kranken Diener zu Jesus und sagt: „Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach“, wie Moritz aus dem Stehgreif zitiert bis zu der Stelle, in der Christus spricht: „Soviel Glauben habe ich bei Euch nicht gesehen!“
Die Wunderheilung hat das Kommunionkind beeindruckt – ohne selbst als Heiler, also Arzt, später tätig werden zu wollen. „Ich will Archäologe werden“, erklärt er. In Aussicht dessen kommt die Kommunion gut zupass: Einen Metalldetektor, verrät Moritz, hat er sich gewünscht. Und einen Blitzkuchen von der Oma aus Duisburg – den gibt es bei der Familienfeier im Pfarrsaal.
Hier fand auch der Kommunionunterricht statt, von dem Katechetin Anke Keppel sagt, dass er sich seit ihren Kindertagen sehr verändert habe. „Früher waren die Eltern schon einmal mit ihren Kindern in der Kirche, ehe der Kommunionunterricht beginnt“, das sei heute keineswegs selbstverständlich. Das gilt nicht für Moritz, dem als Sohn einer katholischen Religionslehrerin der Kirchgang etwas Vertrautes ist.
![]() … mit 22 anderen Koslarer Kindern zur 1. Heiligen Kommunion in St. Adelgundis. |
Aber natürlich hat er wie alle Kinder mit dem Grundlegenden begonnen. Die Kirche als Raum wurde vorgestellt, und die Sakramente erklärt. Ein besonderes Erlebnis war die Taufe der Schwester eines Kommunionkindes, an dem die Gruppe vor Weihnachten teilnehmen durfte. Weiteres Sakrament, das Moritz und alle Kinder kennenlernten: die Beichte. „Es war ein schönes Gefühl, von den Sünden befreit zu sein“, gibt der Neunjährige unumwunden und ohne Scheu zu. Auch versucht er in Erwartung der Aufnahme in die Gemeinde seine Geschwister nicht mehr so zu ärgern.
Seit Gründung der Adelgundisspatzen verstärkt Moritz den Kinderkirchenchor stimmlich und weitere Pläne hat er: Er möchte nach der Kommunion Messdiener werden.
Seit Neujahr widmeten sich die Kinder dann dem Aufbau des Gottesdienstes – die heiße Vorbereitungsphase begann. Das bringt natürlich auch ganz Profanes mit sich: Der Kommunionsanzug musste ausgesucht werden und das Essen: Spinatlachslasagne gibt es zum Festtag zubereitet von der Tante. Ob er denn ein Tischgebet spreche? Auf die Frage schüttelt er unschlüssig den Kopf: „Normalerweise nicht. Aber am Sonntag werde ich ein Dankgebet sprechen.“
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