Bevor die erste Note erklingt muss angepackt werden

Wo die Jazznacht am tiefsten ist
Von Arne Schenk [17.05.2005, 16.07 Uhr]

Doch die im Dunkeln sieht man nicht... Während sich die Protagonisten der Jazznacht auf der Bühne im Scheinwerferlicht feiern lassen, wirbeln einige Leute kaum wahrnehmbar im Hintergrund. Ohne sie liefe jedoch nichts. Die Engagierten des Jülicher Jazzclubs, die am Samstag, 21. Mai, bereits zum 9. Mal die Zitadellen Jazznacht aus der Taufe heben.

Kräftig legt sich das Jazzclub-Team beim Aufbau ins Zeug.

Kräftig legt sich das Jazzclub-Team beim Aufbau ins Zeug.

„Wenn wir nicht so eine verlässliche Truppe hätten, in der Einer für den Anderen einspringt, könnte man das Ganze vergessen“, weiß Reinhold Wagner, Vorsitzender des Jazzclubs Jülich. Die „Truppe“ besteht aus Vorstand und weiteren Helfern, insgesamt 12 bis 15 Mitgliedern, darunter Hans-Peter Bochem, Steffen Hebestreit, Rainer Schneider, Stefan Nicolai, Dieter Beyer, Hans-Dieter George, Dietrich Glasenapp, Helmut Hoven und Peter Boeken.

Nach der Devise „Nach der Jazznacht ist vor der Jazznacht“ fängt das Team direkt nach dem Festival mit Überlegungen an, wer im Folgejahr spielen oder die Schirmherrschaft übernehmen könnte. Die genaue Besetzung steht mit der Jahresplanung im Oktober. Ansonsten treffen sich die Vorständler im Schnitt zwei Mal monatlich zur Besprechung.

Geeignete Bands zu finden, ist weniger ein Problem der Suche als die Qual der Wahl. „Jede Woche habe ich zwei bis drei Bewerbungen im Internet oder in der Post“, erklärt Wagner. Daraus trifft dieser eine Vorauswahl von etwa 20 Bands, die im Team näher unter die Lupe genommen werden. Für die Jazznacht heißt es, eine gute Mischung aus internationalen Stars und Nachwuchstalenten zu bekommen.

Die Belegung der Bühnen ist abhängig von Stilrichtung und Bekanntheitsgrad. So werden die „Zugpferde“ und größeren Formationen im PZ platziert, während eine Band, die besondere Aufmerksamkeit beansprucht, etwa aus dem Modern-Jazz-Bereich, in der Schlosskapelle auftritt. Der Innenhof ist für Old-Time-Jazz und Blues reserviert.

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Bestimmte Mitarbeiter sind für die Bühne zuständig, für die Schlosskapelle beispielsweise Hans-Peter Bochem. Einmal geriet er unter Druck, weil während eines Schlagzeugsolos die Sicherung heraus flog, an der Musik- und Lichtanlage hing. Weil der Schlüssel zum Sicherungskasten nicht auf-findbar war, legte Bochem einfach ein Kabel von einer Steckdose quer durch die Schlosskapelle und steckte intuitiv einige Stecker hinein: „Als der Gitarrist mit einem Akkord einsetzte, war auch der Strom wieder da.“

Am Thema „Sponsoring“ wird der Jazzclub in Zukunft nicht herum kommen, um das Ganze zu finanzieren. Auch wenn bisher alles zum Glück geklappt habe. Vor allem am Anfang war nicht abzusehen, ob das Unternehmen „Jazznacht“ erfolgreich sein wird. So erinnert sich Steffen Hebestreit: „Wir hatten uns ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt, und beschlossen, notfalls mit unserem eigenen Geld eine Pleite abzuwenden.“ Es bedeutete nicht nur für ihn schlaflose Nächte.
Bei der Bestuhlung hilft das Team von Vincent, das auch die Bewirtung übernimmt. Mit dieser Lösung sind die Jazzer mehr als zufrieden: „Sie sind sehr fair und kooperativ“. Peer Kling, Kulturengagierter Jülicher, stellt zudem jedes Mal Bänke zur Verfügung.

„Besenrein“ hinterlässt der Jazzclub nach der Nacht das Terrain:„Wir setzen die Stühle wieder an die richtige Stelle, räumen Scherben weg und die Kippen im Hof auf“, unterstreicht Reinhold Wagner, „wir legen großen Wert darauf, dass wir die Schule mindestens so ordentlich hinterlassen, wie wir sie vorgefunden haben.“

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