Aktion erfolgreich aber nicht abgeschlossen.

Jedes Jülicher Kind hat sein Schulbuch
Von Dorothée Schenk [17.08.2007, 15.06 Uhr]

Otti Conrad und Marliese Heuser (weiß) übergaben die Spende der Kirchberger Pfarrcaritas an die Organisatoren der Aktion Schulbücher für alle, Doris Vogel und Gert Marx.

Otti Conrad und Marliese Heuser (weiß) übergaben die Spende der Kirchberger Pfarrcaritas an die Organisatoren der Aktion Schulbücher für alle, Doris Vogel und Gert Marx.

Nicht nur die leiblichen, auch die geistigen Bedürfnisse half der Verein „Jülicher Tafel“ zum Schuljahresbeginn zu stillen. Über die Stadtverwaltung koordinierten Sozialsamtsleiterin Doris Vogel und Schulamtsleiter Gerd Marx die Sammlung der „Aktion Schulbücher für alle“. Die stolze Summe von 10.000 Euro – so hoch war der Haushaltsansatz der Stadt Jülich für diesen Bereich, wie Marx erläuterte – konnte erbracht werden. Das überschüssige Geld wird auf dem Vereinskonto weiter angespart. Denn eins ist klar: Mit dem Schulstart ist noch lange nicht Schluss. Schulbedarf fällt das ganze Jahr über an.

Weniger Sach-, denn Geldspenden gingen ein. So beschloss unter anderem die Kirchberger Pfarrcaritas in diesem Jahr die Häusersammlung und Mitgliederspende diesem Zweck zur Verfügung zu stellen. 300 Euro kamen auf diesem Weg zusammen. Weitere 300 Euro spendeten Frauen des Lions-Clubs. „Es gibt Fälle, da haben Familien zwölf Kinder und davon sind fünf schulpflichtig“, berichtet Schulamtsleiter Marx. Das Problem: Die Aktion ist auf Jülich beschränkt. Geht das Kind beispielsweise zur Gesamtschule nach Niederzier/Merzenich hat es keinen Anspruch auf diese Unterstützung.

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Die Verteilung erfolgt auf Meldung der Eltern. In der Regel werden Fachbücher über die Schulen selbst bestellt. Bei Vorlage einer Quittung, bekommt das Kind das Buch bezahlt. Obwohl die Schule begonnen hat, ist die Zuteilung noch nicht beendet. „Manche Eltern kommen erst drei Wochen nach Schulbeginn zu uns“, berichtet Gert Marx von seinen Erfahrungen der letzten Jahre, als die Gelder noch von der Stadt gewährt wurden. Bis eine Woche nach Schulstart haben sich 185 Kinder gemeldet, für die das Geld für Schulbücher fehlte –und immer noch legen Elternteile Schulbuchquittungen zur Erstattung vor.

Hintergrund der Aktion ist, dass die Landespolitik die Beihilfen und Darlehen für die so genannten Hartz IV-Empfänger gestrichen hat. Den Familien stehen monatlich für ein Kind unter 14 Jahren 208 Euro, für ältere 278 Euro zur Verfügung. Davon müssen die Eltern vom Bleistift bis zur Winterjacke alle anfallenden Kosten bestreiten. Da ist zuweilen nicht einmal Geld für eine Schultüte da – auch hier ist der Verein „Jülicher Tafel“ kreativ geworden: Sie stattete die Grundschulen der Kernstadt mit üppig befüllten Schultüten aus, die nach Bedarf verteilt werden konnten.

Ein Problem, räumte Gert Marx auf Nachfrage ein, sind nach wie vor Familien, die gerade über dem festgesetzten Minimum ihr Einkommen haben. Er bedauert: „Wir haben keine Chance, diese Menschen zu erfassen und ihnen zu helfen.“

Lesen Sie mehr: Chancengleichheit fehlt, geht es um Stulle oder Schulbuch


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