Fernsehen inspirierte zum Schreiben

Jung-Autor im Rentenalter schickt Tomy auf die Reise
Von Britta Sylvester [27.12.2006, 07.35 Uhr]

Mit Schriftstellerei hat er nie etwas am Hut gehabt. „Ich habe zwar ganz gerne mal etwas gelesen, aber selber schreiben, nee“, lacht Theo Recker noch heute. Dabei zählt der Selgersdorfer Rentner mittlerweile selbst zum illustren Kreis der Autoren dieser Republik. Sogar auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse war er zu Gast.

Theo Recker war jüngst mit seinem Erstlingswerk auf kleiner Lesereise.

Theo Recker war jüngst mit seinem Erstlingswerk auf kleiner Lesereise.

Das alles hat er einer Fernsehreportage zu verdanken, die vor über sechs Jahren ausgestrahlt wurde. Der Filmbericht mit dem Titel „Der Dornröschenschlaf“ über zwei aus dem Koma erwachende Kinder hat den damals gerade frischgebackenen Großvater tief berührt. So sehr, dass er sich einer spontanen Eingebung folgend an den Schreibtisch setzte, Block und Stift griff und drauf los schrieb.

Gerade einmal zwei Monate hat der schriftstellerische Laie für seinen Erstling gebraucht. Heraus gekommen ist ein 162 Seiten starkes Taschenbuch, erschienen im September diesen Jahres im August von Goethe Verlag. Dabei hatte erst kein Lektor Interesse an „Tomys Abenteuern mit Muckipuck“. Ein wenig enttäuscht vom Desinteresse der Verlage versenkte Theo Recker seine Erzählung wieder in den Tiefen der Schrankschubladen.

Dort blieben die eng von Hand beschriebenen Seiten ganze sechs Jahre lang, und dort wären sie wohl auch heute noch, hätte nicht Reckers Sohn sie zufällig aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt. Das Erstaunen der Familie Recker war grenzenlos: „Wo hat er das bloß hergeholt?“ wundert sich die Ehefrau noch heute.

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Theo Recker unternahm nach der Wiederentdeckung seines Werkes mit technischer Unterstützung seiner erwachsenen Kinder - „Die Kinder haben den Text auf Diskette gezogen.“ - einen neuen Versuch, Leser für seine Geschichte zu finden. Dieses Mal zeigten gleich mehrere Lektoren verschiedener Verlage Interesse. „Wir haben uns dann für den Goethe Verlag aus Frankfurt entschieden“; erzählen Autor und Ehefrau.

Am Main machte man Nägel mit Köpfen und aus Tomys Geschichte wurde ein Buch, gewidmet Enkeltochter Julia. Jetzt heißt es, das Buch unter die Leute zu bringen. Denn schließlich kostet so eine Buchproduktion Geld. „Und zwar nicht wenig“, meinen die Reckers vorsichtig. Geld, das erst einmal vom Urheber aufgebracht werden muss. Dafür gibt es dann aber auch das gesamte Know-How der professionellen Bücherwürmer aus Frankfurt. Nicht zuletzt die kurze Lesung auf der Buchmesse ist ein Beweis für geschicktes Marketing.

Doch nicht nur sein Geld steuerte der Autor bei. Auch in Sachen Einbandgestaltung wurde Recker selbst aktiv. Kein Geringerer als der Selgersdorfer Nachbar und Künstler Jens Dummer hat die stimmungsvollen Zeichnungen beigesteuert. Nun muss das hübsch anzusehende Buch nur noch genügend Käufer finden. In Jülichs Buchhandlungen und auch im weltweiten Netz, bei amazon.de kann Theo Reckers Erstlingswerk gekauft werden.

Recker vertraut auf den Erfolg und verrät zum Schluss noch ein Geheimnis: „Ich schreibe schon an der Fortsetzung.“ Auch diese Mal wieder auf die altmodische Art, mit einem Stift auf einem Blatt Papier.


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