Mitarbeiter organisierten bewegende Abschiedsfeier für Joachim Krause

Bye, bye Dez'3…
Von Dorothée Schenk [27.01.2005, 14.48 Uhr]

Persönliche Worte sprach Bürgermeister Heinrich Stommel.

Persönliche Worte sprach Bürgermeister Heinrich Stommel.

So ein großer (Kultur-)Bahnhof ist selten in jüngster Vergangenheit in Jülich bereitet worden. Wer gestern bei der inoffiziellen Verabschiedung von Joachim Krause, Dezernent für Kultur, Sport uns Soziales, im Hexenturm dabei sein konnte weiß, was der Herzogstadt künftig fehlen wird: Ein Mann mit Verständnis, Engagement, Sachkompetenz und Diskussionsfreude, Offenheit und der Fähigkeit, die verschiedenen Bereiche seiner Zuständigkeit harmonisch miteinander zu verknüpfen.

Eigentlich war die Feier ganz klein angelegt, wie Museumsleiter Marcell Perse erklärte, der als Gastgeber im Kulturhaus am Hexenturm die charmant-witzige Moderation übernommen hatte. Aus den „einigen Wenigen“ wurden ganz viele, die auf unterschiedliche Art und Weise sich von „ihrem Herrn Krause“ verabschieden wollten. Musikalisches boten Dozenten und Freunde der Musikschule beim Trompetenkonzert. Klaus Luft setzte das Blechinstrument an begleitet von Susanne und Angelika Trinkaus sowie Elisabeth Zechner und Angelika Cosatto an den Streichinstrumenten. An den Tasten saß Musikschulleiter Gerold Krings.

In den höchsten Tönen ging es weiter - das Loblied von Bürgermeister Heinrich Stommel auf Dezernent Joachim Krause. Nach dreieinhalb Jahrzehnten in verantwortlicher Position habe er sich mit hohem Engagement eingebracht und das nicht im Stillen - „das liegt wohl an den Themen“ sozial, kulturell und sportlich eben. Er habe an Joachim Krause den stets sachlich-kritischen Austausch geschätzt, vor allem bei den gewachsenen Schwierigkeiten. Einmütig sei man gewesen, dass freiwillige Leistungen auch in Zeiten des Haushaltssicherungskonzeptes nicht wegfallen dürften, da diese oft vorbeugenden Charakter hätten. „Sonst werden aus den freiwilligen schnell Pflichtausgaben.“

Aber auch sehr persönliche Worte fand der Verwaltungschef, der gerne auf die gemeinsamen 15 Jahre bei der Stadt Jülich zurückblicke: „Es war angenehm, die Wärme zu empfinden, die Sie ausgestrahlt haben. Es wird eine Zeit der Eingewöhnung sein, ohne Sie zu arbeiten.“

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Die rechte Hand von Joachim Krause, Frau Müller, ist bis zum Schluss im Einsatz für ihren Chef. Foto: Andreas Kupka

Die rechte Hand von Joachim Krause, Frau Müller, ist bis zum Schluss im Einsatz für ihren Chef. Foto: Andreas Kupka

Spritzig witzig ließen die „Exilanten“, Dr. Dorothée Esser und Marianne Lohmer vom ausgegliederten Kulturamt und heute Teil der Brückenkopf GmbH, Dr. Christoph Fischer vom Museum, Gerd Marx vom Schulverwaltungsamt um „Moderator“ Guido von Büren die kulturrelle „Bombe“ platzen. Sie entspannen nach dem Vorbild Loriots eine groteske Kulturdiskussion zum Thema „welche Sprengkraft der Kultur in Jülich innezuwohnen vermag“.
Zur Kulturdiskussion

„Sozial total“ kam das Team um Katarina Esser von der Stabsstelle für Gleichstellung und Soziales daher. In ihrem Quiz „Wie werd ich Pensionär“ hatte Christoph Klemens, Geschäftsführer des Kulturbahnhofes, sich als Kandidat durchgesetzt. Vorher hatte er Frank Rutte-Merkel von der Stadtentwicklung und Pia von Ameln vom Jülicher Designer Team für Gestaltung aus dem Rennen geworfen. Klemens sollte sich vom Lehrling über den Dezernenten bis zur Pension vorarbeiten und musste dabei so entscheidende Fragen beantworten wie: Womit hat ein Dezernent zu tun? a)Zu-schuss, b) Vor-schuss, c) Be-schuss oder d) Aus-schuss. Da „kurz-vor-schluss“ Klemens die Antworten ausgingen muss er noch etwas arbeiten, während ein sichtlich amüsiert Pensionär Krause nebst Gattin seinen Abschied feiern konnte.
Zum Quiz

Als für den gebürtigen Sachsen, der der rheinischen Mundart zugetan ist, von den „Sozial-Frauen“ eine „bye, bye Dez3, machet jod“ gesungen wurde, wischte so manch einer verstohlen Tränen aus dem Augenwinkel. Soviel Sozialem folgte noch einmal ein klassisches Intermezzo von der Musikschule: Das jugendliche Klarinetten-Trio, das als Regionalgewinner demnächst auf Landesebene beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ mitblasen darf, spielte auf, bevor Marcell Perse den Zusammenhang zwischen Joachim Krause und der Ausstellungseröffnung „MinervaGalerie“ herstellte, die zum gegebenen Anlass zelebriert wurde: Als zuständige Göttin für soziale Belange, Wissenschaft - also Schulen - und bildende Kunst findet sich die Verbindung Minerva-Krause von selbst.
Siehe Artikel „MinervaGalerie“.

Sichtlich bewegt war Joachim Krause von so vielfältig ausgedrückter Wertschätzung und Zuneigung. Erst heute, so der angehende Ruheständler, sei ihm die „Tragweite des Umbruchs meines Lebens bewusst“ geworden. Zwischen Befreiung von der Pflicht und dem „nichts mehr zu sagen haben“ bewegten sich seine launigen Abschiedsworte. Natürlich fehlte auch der „artige Dank“ - „Ich liebe Euch alle!“, allen voran an seine rechte Hand Frau Müller und die Familie nicht, die ihm sein überdurchschnittliches Engagement „nur selten übel genommen“ hätte. Als „Onkel des KuSSS“ habe er sich oft gefühlt, aber nach dem 4. Artikel rheinischen Grundsetzes „was fott is, is fott“ gehe er nun. Sogar einen Trost für die „Zurückbleibenden“ hatte er noch, aber dann schloss sich endgültig „inoffizielle“ Vorhang der Ära. Joachim Krause: „Und so rufe ich Euch zu mit den Worten des sächsischen Königs, Friedrich Augusts: Macht eir`n Dreck alleene…“.

Zur Abschiedsrede

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Zur appetitlichen Rede von Schlosskellermeister Guido von Büren als „Nachschlag“ zur Abschiedsfeier Joachim Krauses


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