Baubeginn des Solarturmkraftwerks ist 2007

1000 Sonnen für Jülich
Von Dorothée Schenk [05.07.2006, 10.26 Uhr]

Vorstellung des Projektes im Gerling-Pavillon.

Vorstellung des Projektes im Gerling-Pavillon.

Deutschland soll unabhängiger von Energieimporten werden – und die Grundlagen dafür werden in Jülich gelegt. Ein weltweit einzigartiges Solarturmkraftwerk wird im kommenden Jahr im Industriegebiet Königskamp gebaut und ab 2008 helfen, einen Verkaufsschlager für umweltfreundliche und resourcenschonende Energieerzeugung zu entwickeln. Die 21,7 Millionen. Euro teure Anlage wird von den Stadtwerken Jülich mit dem Solar-Institut Jülich (SIJ) der Fachhochschule Aachen, der Stadt Jülich, dem Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt e.V. (DEL) in Köln und den Kraftanlagen München (KAM) gebaut und betrieben. Den Startschuss für das weltweit einzigartige Solarkraftwerk gab NRW-Wirtschafts- und Energieministerin Christa Thoben in der Herzogstadt, die sich gegen Konkurrenten in Baden-Württemberg und Bayern durchsetzen konnte.

Mit der Kraft von 1000 gebündelten Sonnenstrahlen, eingefangen im Receiver eines so genannten Solarturms, sollen 1,5 Megawatt Strom erzeugt werden. Ein rund 20.000 Quadratmeter großes Spiegelfeld – vergleichbar mit der Größe von drei Fußballfeldern – wird die Sonnenstrahlen auf einen Empfänger an der Spitze des 50 Meter hohen Solarturms bündeln.

Wegweisend für eine Energieversorgung der Zukunft soll das Solarkraftwerk nach dem Willen der Organisatoren sein: Zum einen sollen die Energiekosten gesenkt werden. Ministerin Thoben spricht von 6 bis 8 Cent je Kilowattstunde, die Verbraucher im Jahr 2020 für Energie aus einem Solarkraftwerk zu zahlen hätten. Mit der Versuchsanlage soll ein Umsatz von 600 bis 700 Millionen Euro /Jahr erwirtschaftet werden.

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Prof. Bernd Hoffschmidt erläutert Ministerin Thoben und Bürgermeister Stommel die Arbeit der Sonnenspiegel.

Prof. Bernd Hoffschmidt erläutert Ministerin Thoben und Bürgermeister Stommel die Arbeit der Sonnenspiegel.

Politisch verspricht das Kraftwerk mehr Unabhängigkeit vom Energieimport, der europaweit bei 50, in Deutschland sogar bei 60 Prozent liegt. Im Sinne der Umwelt schont das Solarkraftwerk einerseits die Ressourcen und – viel wichtiger – kommt ohne Co2-Ausstoß aus.

Von der Sonneneinstrahlung unabhängig arbeiten kann das Kraftwerk durch einen neuartigen Speicher, der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelt und im spanischem Almeria bereits erprobt wurde. Sollte auch dies nicht ausreichen, kann die Energieversorgung mittels Biomasse garantiert werden. Langfristig könnte sogar Wasserstoff durch Sonnenenergie erzeugt werden.

Im Jülicher Modellbetrieb muss sich das Konzept nun bewähren, denn: „Es ist eine Anlage zum Üben“, wie Ministerin Thoben es schmunzelnd nannte. Mit 1,5 Megawatt sind die Pioniere noch weit von einer wirtschaftlichen Anlage entfernt, die rund 30 Megawatt produzieren soll. Langfristig werden hierdurch, unterstrich Bürgermeister Heinrich Stommel, Arbeitsplätze in Jülich geschaffen und gesichert sowie der Forschungsstandort Jülich ausgebaut. Zwei japanische Delegationen haben sich bereits für August zu einem Informationsbesuch angesagt.


Lesen Sie mehr

Pressebericht des NRW-Wirtschafts- und Energieministeriums

Den Kommentar: Zu wenig Sonne, zu wenig Platz


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