Innovation beim Malteser Hilfsdienst Jülich

In Jülich ist die Erste-Hilfe-Fahrradstaffel am Start
Von Redaktion [27.06.2006, 17.55 Uhr]

Und los geht es: Die Fahrradstaffel der Jülicher Malteser unterwegs.

Und los geht es: Die Fahrradstaffel der Jülicher Malteser unterwegs.

Mit Blaulicht und Scheinwerfern kommen sie die um die Ecke. Vier Reifen zischen an den Passanten vorbei. Gemeint ist kein Rettungs-oder Krankenwagen. Ein Motorengeräusch ist nicht zu hören. Auf vier Reifen gemeinsam, auf zwei Reifen alleine ist die Radstaffel des Malteser Hilfsdienstes Jülich unterwegs.

Gerade bei großen und weitläufigen Veranstaltungen sind die Zweiräder das Ass im Ärmel. Wo Fußtrupps lange brauchen, Rettungswagen nicht durchkommen, sind die Helfer auf zwei Rädern schon lange vor Ort. Auch im unwegsamen Gelände sind sie von Vorteil. „Es gab schon eine Erste-Hilfe Leistung am Barmener Baggersee. Bei der Testfahrt am See, wurden wir von einer Frau darauf aufmerksam gemacht, dass sich jemand an einer Scherbe geschnitten hatte. Binnen kürzester Zeit waren die Helfer vor Ort.“, so Maximilian Jankowski von den Jülicher Maltesern.

Ebenfalls dabei war die Malteser-Staffel in der Innenstadt von Jülich, als die Helfer Anna Düren und Jennifer Ranfft mit den Rädern bei der Liveübertragung der WM-Deutschlandspiele an belebten Plätzen ihre Runden drehten. Sehr ökonomisch sind die Räder bei ihrem Einsatz. Sie verbrauchen keine Ressourcen und stören die Läufer bei Sportveranstaltungen nicht durch ihre Abgase. „Unsere Fitness ist ihre Gesundheit. Wir tun was wir uns und gleichzeitig für Sie.“, meint Maximilian Jankowski, als die beiden Helfer von der ersten Tour zurückkamen.

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Bestens medizinisch und sicherheitstechnisch ausgestattet sind die Ersthelfer mit zwei Rädern vor Ort.

Bestens medizinisch und sicherheitstechnisch ausgestattet sind die Ersthelfer mit zwei Rädern vor Ort.

Bei der Beschaffung der Fahrräder galt es viel Technik und medizinisches Material auf engstem Raum unterzubringen. Anfragen bei einigen Radfachgeschäften brachten die Techniker ins Schwitzen. Schließlich fiel die Auswahl auf „DM Sport“ von Dirk Müller in Jülich. Nach den ersten theoretischen Planungen nahmen die Räder langsam Form an. Eine eigene, auffällige Lackierung, Antiplattschläuche, spezielle Gabeln und Federungen runden die mobilen Einsatzfahrräder ab. Spezielle Transportboxen ermöglichen die sichere Ladung für medizinisches Material.

Für die Sicherheit ist auch gesorgt: Eine Akkubetriebene Lichtanlage mit Abblend-und Fernlicht sorgt für gute Sicht in der Nacht. Ebenfalls sind an den Reifen umlaufende Reflektoren angebracht. Parallel zur Schutzkleidung, die ebenfalls über Reflexite verfügt, ziehen die Helfer bei schlechten Lichtverhältnissen noch zusätzlich eine Warnweste an. Die Installation der Blaulichtanlage bereitete mehr Probleme als Anfangs gedacht. Die Firma FG Hänsch spendete zwei Blaulichter, die normalerweise im KFZ Bereich verbaut werden. Hier galt es das Problem von 12 Volt der Blaulichtanlage auf die Räder anzupassen. Schließlich entschieden die Techniker von DM Sport sich für eine Akkuanlage aus dem Modellbaubereich.

Ausgestattet sind die Helfer neben dem medizinischen Equipment auch mit persönlicher Schutzausrüstung, wie Helm, Warnweste und Protektoren und Taschenlampen. Auf einem der Räder sind ein AED (automatischer externer Defibrillator), sowie ein Gerät zur Bestimmung der Pulsfrequenz und Sauerstoffsättigung verladen (Pulsoxiometer) verladen. Desweiteren verfügen die Helfer über einen kompletten Notfallrucksack, der alle wichtigen Gerätschaften für den Fall des Falles bereithält. „Mit der Schnelligkeit der Helfer bei unserer Fahrradstaffel spannen wir die Brücke zwischen Rettungswagen und Ersthelfer noch enger“, so Jankowski.
Ohne die vielen Sponsoren wäre es allerdings nicht möglich gewesen, die Radstaffel in dieser Form einzusetzen.


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