Landessportausschuss tagt in Jülich

„Leuchtturmprojekt“ über die Region hinaus
Von Dorothée Schenk [09.01.2006, 09.44 Uhr]

Erst am Donnerstag, 12. Januar, herrscht Gewissheit – aber schon jetzt sind sich Landrat Wolfgang Spelthahn und die politischen Vertreter aus dem Kreis Düren im Landtag einig: Das Votum für das Schwimmleistungszentrum in Jülich sei nur noch eine Formsache. „Wir wollen spätestens 2008 Wasser im 50-Meter-Becken haben“, betont Spelthahn vollmundig. Die erste Präsentation ist für Dienstag, 17. Januar, vorgesehen. Dann tagt der NRW-Sportausschuss in hochkarätiger Besetzung in Jülich.

Feste Zusagen für eine finanzielle Unterstützung machte angesichts der angespannten Landeshaushaltslage Axel Wirtz aber nicht. Der Vorsitzende des Sportausschusses des Landtages NRW betont allerdings die guten Chancen, da einerseits das Projekt im Zusammenhang mit der Euregionale 2008 – Stichwort Indeland – steht und eine „Nachhaltigkeit“ gegeben ist, andererseits weil das Land nur noch Geld für Leistungszentren in NRW ausgibt. Der Schwimmsportverband NRW hat bereits zugestimmt, seinen Standort Übach-Palenberg zugunsten eines Schwimmleistungszentrums in Jülich aufzugeben.Der 35-fache Deutscher Meister von 1991-2004 und Bronzemedaillengewinner bei der Weltmeisterschaften Barcelona 2003, Christian Keller aus Essen, ist in diesem Sinne als „Projektpate“ für den Verband und Jülich unterwegs. So sind auch hier die Weichen gestellt. Eine Chance für den Nachwuchs wäre es ebenfalls. „Das Schulschwimmen darf nicht ins Wasser fallen“, so Wirtz. Zum Bekenntnis für den Spitzensport gehöre auch die Förderung. „Es ist eines der interessanten Projekte der Region.“

„Wir treten ja nicht nur für die Jülicher Schwimmer an“, betont Rolf Seel (MdL), einstiger Sportamtsleiter der Stadt Düren. Von 31.000 Sportlern allein in Düren sind bereits 1300 Schwimmer. Unbefriedigend sei es gewesen, als die westdeutschen Schwimmmeisterschaften in Heerlen ausgetragen werden mussten. Jülich habe den Charme, sehr zentral gelegen zu sein. Seel ist überzeugt: „Das Innenministerium muss Geld locker machen.“

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Sie treten beim Landessportausschuss geschlossen für das Jülicher Schwimmleistungszentrum an: (v.l.) Rolf Seel (MdL), Axel Wirtz, Vorsitzender des NRW-Landesausschusses, Landrat Wolfgang Spelthahn, Bürgermeister Heinrich Stommel und MdL Josef Wirtz.

Sie treten beim Landessportausschuss geschlossen für das Jülicher Schwimmleistungszentrum an: (v.l.) Rolf Seel (MdL), Axel Wirtz, Vorsitzender des NRW-Landesausschusses, Landrat Wolfgang Spelthahn, Bürgermeister Heinrich Stommel und MdL Josef Wirtz.

Einen weiteren Aspekt bringt der frischgebackene Landtagsabgeordnete Josef Wirtz ein. Neben dem Dreiklang Spitzensport-Breitensport-Gästehaus ist die Energieversorgung eine tragende Säule des Projektes. Der Landwirt mobilisiert derzeit Mitstreiter, wie den Maschinenring West, die über Biomasse die Bewirtschaftung des Schwimmleistungszentrums möglich machen wollen. Im März 2005 sollen hier Entscheidungen fallen. Mit den Jülicher Stadtwerken und der GWS will „Naturpowerxx“ eine neue Gesellschaft aus der Taufe heben. Ein Standbein der Landwirtschaft wird die regenerative Energie. In NRW wird nur ein Prozent des Energiebedarfs aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. In Süddeutschland sind es bereits fünf bis sechs Prozent. „Gerade das Schwimmleistungszentrum mit seinem hohen Energiebedarf ist prädestiniert für eine Biogas-Anlage.“ Lange Leitungswege könnten wegen der direkten Nachbarschaft von Gasanlage und Schwimmzentrum entfallen – eine wirtschaftliche Lösung. Zusätzlich könnten hier ein neuer Verwaltungstrakt für die Brückenkopf-Park GmbH und ein Jugend-Gästehaus entstehen. „Über die Region hinaus ist das Schwimmleistungszentrum ein Leuchtturm-Projekt über das Jahr 2008 hinaus.“

„Wir sind beim Feinschliff“, so Landrat Spelthahn. Dieser beinhaltet auch die Finanzierung, die weitgehend gesichert sei: Einerseits durch Zuschüsse für ein Leistungszentrum aus Landesmitteln in Höhe von 2 bis 2,5 Millionen Euro, 7 Millionen sollen über das Indeland-Projekt zufließen und schließlich sei noch Geld vom Energieriesen RWE zu erwarten. Dieser hat nämlich noch Entschädigungen für die Tagebaugebiete an die Region zu zahlen. Bis zu 600 Millionen Euro, rechnet Landrat Spelthahn vor, wären für die Rekultivierung durch Ackerbau zu zahlen. „Wenn RWE nun Wasser statt Erde zum Verfüllen des Indener Tagebaus einsetzen kann, spart der Konzern mindestens 270 Millionen Euro. Da ist es nur recht und billig, wenn RWE sich mit einem Teil dieser künftigen Ersparnis an dem Projekt beteiligt."

Nachdem die Weichenstellungen erfolgt sind, ist nun die Politik am Zuge. Die Sitzung des Sportausschusses des Landtages NRW unter Vorsitz von Axel Wirtz am Dienstag, 17. Januar, ist öffentlich. Getagt wird ab 15 Uhr in der Blumenhalle an der Südbastion des Brückenkopf-Parks. Zugang haben Interessierte über den Sondereingang Kirchberger Straße. Die Vorstellung der Planungen übernehmen Landrat Wolfgang Spelthahn, der Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschafts- und Strukturförderung im Kreis Düren, Michael Müller, und Jülichs Bürgermeister, Heinrich Stommel.


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