Wolfgang Bosbach in Jülich in Bestform

Echter Rheinländer - und doch Rebell
Von Redaktion [05.04.2017, 15.14 Uhr]

Als Unterstützer war Wolfgang Bosbach nach Jülich gekommen: Der telegene Talk-Show versierte CDU-Bundespolitiker war der Einladung von Dr. Patricia Peill gefolgt, die für die Christdemokraten die Landtagswahl in Düren I gewinnen will. Als Klar- und Mitdenker spielte Bosbach für die 250 Gäste im Glashaus im Brückenkopf-Park auf der ganzen Klaviatur: Informativ und anregend, humorvoll und provokativ –  ein „echter Rheinländer und kein Rebell“, wie er sagt. Und dann wirft er nebenbei in die Runde, dass er ganz klar die Meinung seiner Partei vertrete – wie sie einmal war. Schmunzeln, Lachen, Applaus…

Wolfgang Bosbach unterhielt im besten Sinne mit Patricia Peill das politisch interessierte Publikum im Jülicher Glashaus.

Wolfgang Bosbach unterhielt im besten Sinne mit Patricia Peill das politisch interessierte Publikum im Jülicher Glashaus.

Bosbach wird wieder ernst, betont, dass die CDU nicht immer alles richtig machen würde und alle anderen nicht immer alles falsch, aber „die für unser Land wirklich wichtigen Entscheidungen hat die CDU immer richtig getroffen und meist gegen den erbitterten Widerstand der politischen Konkurrenz“. Das gelte für die Einführung der sozialen Marktwirtschaft, den Nato-Doppelbeschluss und die Wiedervereinigung. Der Kandidatin Peill gab er den wichtigen Wahlauftrag mit: Es geht um Vertrauen und gute Argumente.

Lob gab es für die Anwesenden, die ein lebendiges Beispiel seien, dass keine Politikverdrossenheit herrsche, vielmehr beobachtet er ein „hohes Maß an Parteienverdrossenheit oder Politikerverdrossenheit“, weil der Graben zwischen Politikern und Bürgern oft zu groß sei. Ihnen traue die Bevölkerung nichts oder alles zu. Den Grund formulierte er auch gleich: „Ich frage mich, warum es uns so schwerfällt, Dinge auf den Punkt zu bringen, wo man eine klare Haltung einnehmen muss.“ Eine davon betrifft das Zusammenleben der 80 Millionen in Deutschland lebenden Menschen. Sie müsste auf eine gleiche Werteordnung gründen, „und das kann nur die Werteordnung der Bundesrepublik Deutschland sein“.

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Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs ergreift das Wort und stellt eine Frage nach der Perspektive in der kommunalen Finanzlage.

Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs ergreift das Wort und stellt eine Frage nach der Perspektive in der kommunalen Finanzlage.

Den Menschen der Region aus der Seele sprach Wolfgang Bosbach, als er die Frage von Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs zur finanziellen Schieflage der Kommunen in NRW – trotz bundesweiter Wirtschaftskraft und Innovationspotential – beantwortete: Die Länderhoheit sei eine Ursache, also das so genannte Föderalismus-Prinzip. Das Land entscheide alleine, wie viele Mittel, die vom Bund zugewiesen werden, es an die Kommunen weitergebe. Beispiel: Die Bundesmittel, die zur Versorgung der Flüchtlinge vor Ort zur Verfügung gestellt werden: „Wir wollen, dass das Geld zu 100 Prozent an die Kommunen weitergeleitet wird, statt nur 70 Prozent, wie es derzeit in Nordrhein-Westfalen ist. Andere Bundesländer geben diese Mittel 1:1 weiter an die Kommunen, nur NRW nicht.“

Peill fügte hinzu: „ Die Finanzausstattung der Kommunen in NRW hat eine deutliche Schlagseite zu Lasten des ländlichen Raumes, eine deutliche und unzeitgerechte Bevorzugung der Großstädte – und das muss aufhören.“

„Die Diskussion spiegelte den Geist der Zuhörer wider: Gut gelaunt und aufmerksam, kritisch und lebendig und mit Freude und Stolz auf unser Land“, sagte Landtagskandidatin Patricia Peill nach der Veranstaltung und zitierte noch einmal Wolfgang Bosbach: „Keine Staatsform lebt so vom Mitmachen aller wie die Demokratie.“ Peill ergänzt: „Dafür müssen wir einander gut zuhören und miteinander im Gespräch bleiben.“ Der Startschuss zum Wahlkampf-Marathon sei jetzt gefallen. Es sind noch 42 Tage bis zur Landtagswahl, bei der dann der Wähler die Wahl zwischen Wende, Wohl und Wehe haben.


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