Faktor X - Modellcharakter auch für Jülich?

Das Haus im Lebenszyklus sehen
Von Dorothée Schenk [01.03.2017, 07.36 Uhr]

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier... Immer mehr Heizkosten und Energie müssen Häuslebauer einsparen. Seit Herbst 2016 stehen im Neubaugebiet Seenviertel in Inden die ersten Faktor-4-Häuser. Interesse an dem Projekt hatte auch Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs für das Baugebiet am Ginsterweg bekundet.

„Ein verantwortlicher Lebensstil im Sinne der Mitgeschöpflichkeit ist notwendig; dieser schaut über den Tag hinaus und hat auch die nächsten Generationen im Blick.“ Das fängt beim Einzelnen an. Also bauten Reiner Lövenich und seine Familie vor 16 Jahren in Inden-Lamersdorf ein umweltfreundliches und energiesparendes Passivhaus und haben viele Kriterien der Faktor-X-Siedlung einem Praxistest unterzogen: Vorher Stallungen und Scheune eines landwirtschaftlichen Anwesens, nun ein Holzhaus mit drei Wohnungen und weniger versiegelter Fläche. Geachtet wurde selbstverständlich auf die Verwendung heimischer Hölzer, die Nutzung der alten Ziegelsteine etwa für Masse in der Zwischendecke. Die Energieersparnis wird begünstigt durch die Südausrichtung des Gebäudes. Solaranlage, kontrollierte Belüftung und die Erzeugung der Restenergie durch Holzpellets aus der Eifel sind ebenfalls nachhaltig gedacht. Im Garten sind naturnahe heimische Pflanzen angepflanzt.

Viele dieser Voraussetzungen entsprechen den Anforderungen, die Projektgeber Klaus Dosch von der Faktor X Agentur in der Indeland Entwicklungsgesellschaft mbH an Menschen stellt, die ihr neues Eigenheim im Indener Seeviertel errichten wollen. 40 Grundstücke standen hier zur Verfügung. Gekauft werden konnten sie vom Eigner, dem Energiekonzern RWE, nur, wenn der Interessent sich vorher einer Beratung über die Philosophie durch Klaus Dosch oder Regina Dechering vom Indener Bauamt unterzogen hat.

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Klaus Dosch

Klaus Dosch

„Was wir machen, ist absolut innovativ und dem Mainstream fünf Jahre voraus“, sagt der diplomierte Geologe und Wirtschaftsingenieur Dosch und erklärt auch gleich warum: Es ist der ganzheitliche Ansatz, der weit über die gesetzliche Verpflichtung von Bauherren zu einer Senkung der Heizkosten hinausgeht. Der Grundgedanke ist, Bauen und Wohnen als einen Prozess zu betrachten. „Wenn ich will, dass weniger Ressourcen verbraucht werden, ich weniger CO2-Ausstoß will und weniger Energie verbraucht werden soll, dann muss ich das gesamte System ansehen.“

Ein Haus im Lebenszyklus zu sehen heißt, dass vom Nachdenken über einen Eigenheim-Bau, die Bauphase und die erste Nutzungsphase mit der Familie auch schon die Veränderung mit „eingebaut“ wird. Nämlich dann, wenn die Kinder aus dem Haus gehen und die zweite Nutzungsphase beginnt bis zum Alterswohnsitz, der barrierefrei vorbereitet wird. Durch dieses Planen könne „dreimal so viel erreicht werden, als wenn man nur ans Heizen denkt“.

Der Anfang der Faktor-2-Siedlung ist gemacht. Als Prototyp soll ein Faktor-4-Haus entstehen, in dem die gesamte „Idee“ verbaut wird bis hin zur langlebigen und preiswerten Haustechnik. Da bekommt Klaus Dosch glänzende Augen. Er wird dann mit seinem Beratungsbüro dort eingeziehen. Eine Fertigstellung ist bis Ende des Jahres geplant.

Mehr Informationen dazu unter www.inden-seeviertel.de.

Lesen Sie hierzu auch: Reges Interesse am Leuchttumprojekt "Faktor X"


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