10 Jahre Seniorenbeirat

Unverzichtbare Ideenschmiede
Von Arne Schenk [22.02.2016, 20.22 Uhr]

Eine unverzichtbare Institution, die den Blick auf Probleme im Leben und Miteinander in Jülich wirft und dabei Lösungsvorschläge und Hilfestellungen anbietet, das ist der Seniorenbeirat der Stadt Jülich. Dies unterstrichen auch die Festredner, Bürgermeister Axel Fuchs und Dezernentin Katarina Esser, bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen in der Schlosskapelle der Zitadelle.

Bürgermeister Axel Fuchs (v.l.) gratuliert Marlies Keil und Gisela Booz gemeinsam mit Dezernentin Katarina Esser.

Bürgermeister Axel Fuchs (v.l.) gratuliert Marlies Keil und Gisela Booz gemeinsam mit Dezernentin Katarina Esser.

Etliche Schwierigkeiten seien nicht offensichtlich, aber dennoch vorhanden, bekräftigte der Bürgermeister. „Als die Kölnstraße vor 40 Jahren geplante wurde, gab es noch keine Rollatoren.“ Auch der Belag sei nicht mehr tauglich, was insbesondere Menschen, die nicht gut zu Fuß und somit mit Rollstuhl oder Rollatoren unterwegs seien, Probleme bereiteten.

Allein schon, dass das Jubiläum in „Jülichs guter Stube“ gefeiert würde, zeige, wie sehr die geleistete Arbeit geschätzt würde, betonte Fuchs. Das unermüdliche Engagement des Beirats zeige sich zudem darin, dass laufend zahlreiche Anträge von der Vorsitzenden Marlies Keil einträfen. Fünf allein habe sie in gerade aktuell eingebracht.

Seit acht Jahren hat sie den Vorsitz des Seniorenbeirats inne, die letzten fünf steht ihr Gisela Booz zur Seite. Dieses Duo stehe für Kontinuität und Dynamik gleichermaßen, erklärte Katarina Esser. Sie erinnerte an die Bemühungen einer Gruppe von Jülicher Seniorinnen und Senioren im Jahr 2005, die eine ältere Diskussion wieder belebten.

Hieraus resultierte ein Bürgerantrag auf Einrichtung eines Seniorenbeirates, den Erika Janssen, Rose-Marie Kommnick, Heinz-Theo Syberichs und Joseph Krott unterzeichneten, um die Interessen der Senioren stärker politisch zu berücksichtigen. Im Februar 2006 nahm das neue Gremium unter Vorsitz von Anton Königstein dann seine Arbeit auf.

Mit dabei war bereits Marlies Keil, die zuvor vom damaligen evangelischen Pfarrer Dr. Thomas Kreßner angefragt worden war, ob sie Lust habe, in dem Gremium mitzuwirken. Obwohl sie keine Ahnung davon hatte, was sie dort erwartete, beschloss sie: „Ich kann mir das ja mal ansehen.“

Dabei sei es ihr immer ein wichtiges Anliegen gewesen, älteren Menschen Lebensqualität und Freude zu schenken und ihnen Mitsprache in der Kommune zu verleihen. Dass sie diese Aufgabe mit unbändigem Engagement und Einfallsreichtum wahrnahm, war anhand einer geballten Powerpoint-Präsentation ersichtlich, die mit knappen Stichpunkten und beispielhaften Bildern die vielfältigen Aktionen und Projekte darstellte.

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Das Vororchester des Gymnasiums Zitadelle sorgte für die richtige Stimmung.

Das Vororchester des Gymnasiums Zitadelle sorgte für die richtige Stimmung.

Diese erstrecken sich von Ulla Schmidts Vortrag zum Thema Gesundheit, um so lange wie möglich selbstständig und ohne Schmerzen in Würde zu leben, der Mitwirkung in der Landes-Senioren-Vertretung seit 2006, dem Beitritt zum Memorandum für ältere Menschen in Kommunen bis zur Unterstützung von Senioren mit Einkaufsdienst, Notfallkarte und Netzwerk gegen Einsamkeit und Armut im Alter.

Hinzu kommen Anträge unter anderem zu so unterschiedlichen Themen wie Taxistand Kleine Kö, Nette Toilette, Radwege Kölnstraße, Radfahrverbot auf dem Markt und bezahlbarem Wohnraum. Daneben beteiligte sich der Beirat an Diskussionen zu Schloss- und Marktplatz, Bürgerbus, Apotheken-Notdienst und Ermäßigung für Senioren im Brückenkopf-Park.

Auch Singkreis und Tanztee wurden nicht ausgespart. Zudem unternahmen sie an Exkursionen ins Farina-Haus nach Köln und in die Tagebaus von Hambach und Inden. Bei einem Kochen zusammen mit dem Integrationsrat standen Speisen aus Marokko, Russland, China, dem Libanon und natürlich Deutschland auf dem Tisch. Vortragsreihen informierten weiterhin über so vielfältige Themen wie Armut, Ernährung, Bildung, Kosmetik und Körperpflege, Bewegung im Alter, Sturzprophylaxe und Anpassung des Wohnumfeldes. Erst jüngst stand im Januar der Aspekt „Sicher leben / Sicher im Alter“ im Kooperation mit der Kriminalpolizei im Mittelpunkt.

Das bunte Treiben des Seniorenbeirates verdeutlichte anschließend eine Bilder-Slideshow mit wunderbarer musikalischer Untermalung des Vororchesters des Gymnasiums Zitadelle. Zuvor hatten bereits Sopranistin Johanna Kurth und Pianistin Natalja Reznik das breite Spektrum des Beirates mit Film- und Musicalmelodien von „Kauf Dir einen bunten Luftballon“ über „Somewhere“ aus Leonard Berstein’s „West Side Story“ bis zu „Ich wollt ich wär ein Huhn“ skizziert.

Die Erfolgsstory des Seniorenbeirates ist zudem sehr eindrucksvoll in einer 40-seitigen DIN-A-4-Broschüre von der Stadt Jülich dokumentiert. Diese bestätigt eindrucksvoll, was Katarina Esser festhielt: „Wir fragen uns hin und wieder, wie wir im Alter leben möchten. Der Seniorenbeirat ist ein guter Partner bei der Suche nach Antworten auf diese Frage.“ Und zog bereits zuvor quasi das Fazit: „Wenn es ihn nicht gebe, müsste man ihn umgehend gründen.“


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