JuniorAkademie NRW im Science College

Von Leichenkunde und Cocktailmixen
Von Dorothée Schenk [02.08.2015, 17.31 Uhr]

Anna Höpfner führt den Lötkolben, während Thilo Wüstenberg für die stabile Verbindung sorgt. Letzte Arbeiten für die Cocktailmaschine, bei der Verena Peick das Maßband anlegt und mit Lennart Garnhartner die letzten Feinarbeiten vornimmt. Die Vollendung steht kurz bevor.

Verena Peick und Lennart Garnhartner geben der Cocktailmaschine den Feinschliff.

Verena Peick und Lennart Garnhartner geben der Cocktailmaschine den Feinschliff.

Dieser Eigenbau entstanden in der Gruppe „Mikrocontroller“ und sieht mit den Kabel und Platinen nicht nach einem genussreichen Unterfangen aus. Schließlich wird es aber – nach geglückter Programmierung – Obstsäfte zu feinen Getränken mischen und das per Fernsteuerung. Es ist eines von vier Projekten, das innerhalb einer Woche während derJuniorAkademie NRW 2015 im Barmener Science College an Haus Overbach erarbeitet wurden.

Derweil haben die „Forensiker“ nicht nur von allen Teilnehmern DNS-Proben genommen und eine Fingerabdruck-Kartei erstellt sowie Fehler in Krimis aufgedeckt, sie haben auch eine „Body-Farm“ errichtet. So nennt sich ein Feld, in dem unter Echt-Bedingungen die Verwesung beobachtet wird. Im Falle der Jung-Akademiker waren es natürlich nicht menschliche Leichen, sondern ein Huhn, das erst vergraben und später zu Untersuchungszwecken wieder ans Tageslicht befördert wurde. „Das Schlimmste war der Geruch“, waren sich Sebastian Peltzer, Niklas Lotz und Julius Ahlmann einig.

Normen Galonska, Thomas Oelke und das Team „Nanotechnologie“ haben sich unter anderem mit der Welt der Atome beschäftigt, die sie auch für Laien anschaulich am Luftballon-Modell erklären können. Dass es mehr um Findig- und Pfiffigkeit geht, demonstriert Konstanze Kathner:Papier „bastelten“ sie und ihre Gleichgesinnten ein Rastertunnelmikroskop. „Die Untersuchungen, die hier angestellt werden, gehen weit über den Lehrstoff hinaus“, erklärt Sarah Schmidt, Leiterin der JuniorAkademie NRW am Standort Science College in Barmen. Das Haus unter Leitung des Ordens der Salesianer ist nicht nur einer von drei Standorten von Juniorakademien, sondern gehört seit Juni zu den von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze ausgezeichneten „Orten des Fortschritts“ in NRW.

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Schön bunt und anschaulich: Das Atommodell

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Sorgfältig ausgewählt wurden aus 154 Bewerber die 13- bis 16-jährigen, denen der Schulalltag nicht genügend Stoff zum Nachdenken bietet, wie Sarah Schmidt verschmitzt meint. Die angehende „Master of Biology“ war vor sieben Jahren selbst Teilnehmerin, begann vor vier Jahren als Kursleiterin und ist nun im dritten Jahr verantwortlich für die Koordination.

Es sind nicht nur schulische Leistungen wichtig und Qualifikationen über Wettbewerbe möglich, sondern es geben auch Psychologen eine Empfehlungen ab. Meist sind die Ausgewählten nicht nur einseitig begabt: „Fast jeder Teilnehmer spielt auch ein Instrument“, verrät Koordinatorin Schmidt. So fanden sich innerhalb dieser Woche ein Orchester und ein Projektchor zusammen, die in abendlichen Proben ein kleines Repertoire erarbeiteten. Zu Gehör brachten sie es als Zwischenspiele bei der Schluss-Präsentation, bei der nicht nur die Eltern, sondern auch hochrangige Vertreter der Hochschulen anwesend waren.

Wie vielseitig die Akademie-Teilnehmer darüber hinaus waren, zeigten sie auf Schautafeln: Ob Beauty-Kür oder Blind Soccer, Selbstverteidigungseinheit mit Kampfsport-Profis aus Köln, Standardtanz und Schachturnier – nach dem Forscher-Alltag bis 18.30 Uhr war noch allerlei geboten.


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