Katholische KiTas stocken auf

Dreimal ausgebaut
Von Josef Kreutzer, Britta Sylvester und Dorothée  [15.06.2015, 07.51 Uhr]

„Lasset die Kindlein zu mir kommen“ heißt es schon in Matthäus 14,16. In drei katholischen Kindergärten in Jülich gilt es umso mehr. Mit Unterstützung des Kreises Düren sind die Kapazitäten erheblich erweitert und außerdem 30 neue Plätze geschaffen worden. Ein deutlicher Gewinn für die Jülicher Familien.

Propst Wolff weiht mit den „Sales-Kindern“ ihren Neubau ein.  Foto: Sylvester

Propst Wolff weiht mit den „Sales-Kindern“ ihren Neubau ein. Foto: Sylvester

Der Betrieb geht weiter – und zwar in allen Einrichtungen, auch wenn derzeit im Rochus-Kindergarten im Jülicher Heckfeld und im Marienkindergarten in der Stadtmitte nicht Spielzeugbagger in der Sandkiste, sondern Großgeräte im Einsatz sind. Einzig abgeschlossene Maßnahme ist die im Jülicher Nordviertel.

Hier hat es fast ein Jahr gedauert, bis die Kinder und Erzieherinnen im Schatten der Kirche St. Franz Sales aus den behelfsmäßigen Containern und der Turnhalle zurück in ihre neuen alten Räume ziehen konnten. Helle freundliche Räume zum Schlafen, Spielen, Turnen und Basteln stehen nun in der frischsanierten 44 Jahre alten Einrichtung den 75 Kindern zur Verfügung. Zum Einzug schenkte die Kirchengemeinde drei hübsch verpackte Zwergapfelbäumchen mit: „Damit die Zwerge demnächst auch Äpfelchen pflücken können.“

Insgesamt haben die Baumaßnahmen – Sanierung und Umbaumaßnahmen für die U-3-Betreuung – rund eine Million Euro verschlungen, so Thomas Pick, Geschäftsführer der Trägergesellschaft „Profinos“, der 30 der 106 Kitas im Kreis Düren angehören. Geschultert wurden die Kosten durch den Kreis, den Landschaftsverband Rheinland und Profinos.

Im St. Marien-Kindergarten trägt der Kreis Düren von den 165000 Euro Baukosten für 65 Quadratmeter Mehr-Fläche sogar 90 Prozent der Kosten; Profinos muss den Restbetrag finanzieren. Hier werden Voraussetzungen geschaffen für die Aufnahme von acht Kindern in der U3-Betreuung, die derzeit in dieser KiTa noch nicht angeboten wird. Dafür sind An- und Umbauten notwendig. Ab Herbst sollen die Räume bezugsfertig sein.

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Landrat Spelthahn (2.v.r.) überreichte Profinos-Geschäftsführer Pick (r.) den Bewilligungsbescheid über knapp 520000 Euro. 	Foto: Kreutzer

Landrat Spelthahn (2.v.r.) überreichte Profinos-Geschäftsführer Pick (r.) den Bewilligungsbescheid über knapp 520000 Euro. Foto: Kreutzer

Die weitaus größten Veränderungen werden in der Kindertagesstätte St. Rochus vollzogen: Hier wird sich ab Frühjahr 2016 die Zahl der Plätze verdoppeln. Dazu soll das Gebäude aufgestockt werden. Dazu wird der rückwärtige Teil des Daches aufgeklappt, wodurch das Stockwerk komplett nutzbar wird.

Erschlossen wird die neue Etage über eine vorhandene Treppe, die zur ursprünglichen Hausmeisterwohnung führt. Charmant ist der Zugang zum Spielgelände hinter dem Haus: Über eine kleine Brücke vom Spielbalkon im Dachgeschoss gelangen die Kinder künftig zu einem Turm, den sie entweder über eine Treppe oder eine Rutsche verlassen können. Dieser Turm ist Spielgerät und Fluchtweg im Sinne des Brandschutzes gleichermaßen. „Eine clevere Idee“, würdigte Landrat Wolfgang Spelthahn diese Lösung. Zumal die Gebäudeaufstockung preiswerter und schneller zu verwirklichen ist und überdies nicht zulasten des Außengeländes geht. Apropos Kosten: Der Bewilligungsbescheid von rund 520000 Euro deckt 90 Prozent der Baukosten ab; zehn Prozent steuert Profinos bei.

Propst Josef Wolff, zu dessen Pfarrei Heilig Geist seelsorgerisch die KiTas gehören, räumt ein, dass es anfangs nicht leicht für die Gemeinden war, die Verantwortung an die „profinos“ abzutreten. „Gerade die Kindergärten sind Herzstücke der Gemeinden“, betont der Pastor. Schnell habe sich aber diese Struktur bewährt und sei ein Gewinn. „Mit diesen riesigen und aufwendigen Maßnahmen wären die Gemeinden schnell an den Rand ihrer fachlichen wie zeitlichen und finanziellen Grenzen gekommen“, sagt er und dankt allen engagierten Beteiligten.


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