Christliches Sozialwerk

Der Insolvenz trotzen
Von Arne Schenk [25.02.2015, 09.03 Uhr]

„Die Hauptbotschaft ist: Der Betrieb läuft wie gewohnt weiter!“ Dr.Thomas Kreßner,Vorsitzender des Christlichen Sozialwerks Jülich, bringt die Lage für den Verein im Insolvenzverfahren mit seinen diversen Betriebszweigen auf den Punkt: Das Problem sei, dass viele Leute nicht wüssten, dass es die Einrichtungen noch gebe.

Das genaue Gegenteil ist der Fall und gilt für die zum Geschäftsbetrieb gehörenden Einrichtungen wie das Gebrauchtmöbelkaufhaus MuM Möbel und Mehr, die Alten- und Familienhilfe sowie die Fahrradwerkstatt in der Stiftsherrenstraße. Das ebenfalls dort befindliche Café Gemeinsam, eine Kooperation mit In Via Düren-Jülich, Pfarrei Heilig Geist Jülich, der Evangelischen Kirchengemeinde Jülich und dem Diakonischen Werk des Kirchenkreises, ist gleichsam nicht betroffen.

Allerdings benötigt das Sozialwerk dringend Kunden, um auch in Zukunft weiter zu existieren. Immerhin befindet sich das Unternehmen im laufenden Insolvenzverfahren. Bislang besitzt der Verein noch ein kleines finanzielles Polster, das aber bereits aufgebraucht wäre, hätten die Verantwortlichen nicht mittlerweile die Reißleine gezogen und den Antrag auf drohende Insolvenz gestellt hätten.

Durch den Umzug der Verwaltung und der Alten- und Familienhilfe in die Schützenstraße 6 spart das Sozialwerk die Miete für die alten Räume am Kirchplatz. Gleichzeitig ist nun der gesamte Betrieb in erreichbarer Nähe, denn in dem Komplex ist ebenfalls „Möbel und Mehr“ unter- gebracht. Für das Gebrauchtmöbelhaus muss immer wieder betont werden: Es steht jedem Kun- den mit jedem Geldbeutel offen. Gleichzeitig bietet das Unternehmen Haus- haltsauflösungen und Wohnungsentrümpelungen an.

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„Das Angebot ist gut“, unterstreicht Uwe Hartge, Projektleiter des Kaufhauses. Gleichzeitig bietet das Unternehmen Haushaltsauflösungen und Wohnungsentrümpelungen an. Nebenbei unterstützt das Projekt dadurch auch die Stadt bei der Ausstattung von Flüchtlingen mit Tischen, Stühlen, Betten und „Hausratskits“: „Da ist alles drin, was man für die Küche braucht“, erzählt Carmen Gerlach vom Leitungsteam des Gebrauchsmöbelhauses. Es reicht von Tellern und Tassen über Besteck bis zu Töpfen.

„Bei uns hat die Insolvenz das klare Ziel, dass wir weiter machen“, unterstreicht Dr. Kreßner. Insolvenzberater Dr. Mark Boddenberg sei sehr optimistisch, dass das Sozialwerk über Mitte 2015 hinaus stabil auf neuen Füßen steht. So prüfen die Beteiligten diverse mögliche Kooperationen und Optionen, etwa die Bildung einer gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) oder die Möglichkeit der Umstrukturierung von MuM zu einem Integrationsbetrieb gemeinsam mit der Aktion Mensch. Immerhin wiesen bereits jetzt rund 40 Prozent der Mitarbeiter eine mentale, psychische oder körperliche Behinderung auf.

Daneben gehörte es zur Geschäftsphilosophie, Menschen mit geringen Chancen auf dem Arbeitsmarkt einzustellen. Nicht umsonst steht in der vollen Bezeichnung „Christliches Sozialwerk Jülich zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit e.V.“ Der Wegfall von wichtigen Fördermitteln für Bürgerarbeiter und Brückenjobber insbesondere von Seiten der Jobcom macht eine Umstrukturierung des Betriebes nötig. In Sachen Förderung hätten aber das Bistum Aachen und die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe bereits positive Signale gesetzt, erklärt Dr. Kreßner. CSJ-Vorstandmitglied Herbert Kaltenbach fügt hinzu, dass bis März oder April ein Plan erstellt sein soll, wie das Sozialwerk spätestens in fünf Jahren betriebswirtschaftlich auf sicheren Füßen stehen könne.


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