Uraufführung von Wolfgang Biels dritter Messe

Eine Messe sollte ein Fest sein
Von Dorothée Schenk [14.09.2014, 07.00 Uhr]

Zu Hause setzt der hauptberufliche Physiker per Computer die Chorstimmen für seine Kompositionen.

Zu Hause setzt der hauptberufliche Physiker per Computer die Chorstimmen für seine Kompositionen.

Rund 150 Lieder der neuen geistlichen Musik hat die Jülicher Musikgruppe Akzente im Repertoire. Seit letztem Jahr sind zwölf hinzu gekommen. Als Messe unter dem Titel „Dem Himmel entgegen…“ hat Chorleiter Wolfgang Biel sie komponiert. Die Uraufführung steht am 21. September in der Propsteikirche bevor.

Ein eingespieltes Team ist die Sängerschar seit 15 Jahren. Gar nicht gern sieht sich der musikalische Leiter Biel in einer herausgehobenen Position. Auch bei Gottesdiensten zieht er sich gerne an die KeyboardTasten zurück und überlässt das Dirigat Cornelia Brockerhoff. Bescheiden betont Wolfgang Biel, dass die Messe das Projekt von Chor und Chorgemeinschaft ist. „Das ist sehr befruchtend, ohne sie könnte ich die Musik gar nicht schreiben.“

Inspiriert hat dieses kreative Miteinander Wolfgang Biel bereits zu drei Messen und einer handvoll Liedern. „Was mich antreibt, ist die Beobachtung, dass unsere Kirchen immer leerer werden – das tut weh“, sagt der engagierte Christ, der neben dem musikalischen Engagement elf Jahre im Pfarrgemeinderat der Propsteipfarre war und seit der Fusionierung zur Pfarrei Heilig Geist 2012 unter anderem im Vorstand des GdG Rates und Mitglied in drei Gemeindeausschüssen ist.

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Wolfgang Biel hält sich bei den Aufführungen gerne im Hintergrund - wie auch hier bei der Aufführung seiner zweiten Messe. Foto: Silja

Wolfgang Biel hält sich bei den Aufführungen gerne im Hintergrund - wie auch hier bei der Aufführung seiner zweiten Messe. Foto: Silja

Durch die Musik möchte Biel mit Grenzen brechen. „Mir ist es wichtig, eine Sprache zu finden, und eine Musik zu wählen, mit denen man das Wort Gottes über das engere katholische Milieu hinaus unter die Leute bringen kann – salopp gesagt“. Die Freude am Glauben das zentrale Motiv. „Eine Messe, sollte ein Fest sein“, ist Biels Credo, vom erwartungsvollen Anfang, freudiger Teilnahme bis zum beschwingten Ausklang: Die gewählte Sprache ist konsequenter Weise „Pop und Jazz“

Mit der Wechselwirkungen in Raum und Zeit beschäftigt sich Wolfgang Biel im Berufsleben. Er ist Physiker. Laut Wikipedia besteht die Arbeitsweise der Physik „in einem Zusammenspiel experimenteller Methoden und theoretischer Modellbildung“. Ähnlich scheint sich Wolfgang Biel auch seinen Kompositionen zu nähern.

Neben dem Selbststudium durch Lektüre hat sich der Klavierspieler, der mit zwölf Jahren die ersten Akkorde griff, in Tages- und Wochenendkursen beim BDKJ in Köln fortgebildet. Bei den renommierten Vertretern der neuen geistlichen Musik wie Thomas Quast, Thomas Laubach und Michael Lätsch lernte er die wichtigsten Regeln, so Biel.

Inzwischen freut sich der Wissenschaftler aber hörbar auch an seinen musikalischen Experimenten. Die Augen fangen an zu blitzen, wenn er von „seinem“ Halleluja spricht, in das er Zitate von Händel und aus dem „Gotteslob“ einbezieht, von Moll zu Dur führt und in den höchsten Tönen endet. Der Unterchor hat im Bass immer einen Ton Vorsprung und treibt „von unten her das Stück an“. Hierfür werden übrigens noch Sänger gesucht, da einige „Bassisten“ zur Messe am Sonntag 21. September, um 19 Uhr nicht dabei sein können. Die Uhr tickt: Noch sieben Tag bis zur Uraufführung.

Neugierige unter Interessierte gucken unter http://musikgruppe-akzente.de


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