15 Schülerinnen montieren Solarkocher in Kenia

e mal h gleich µ
Von Dorothée Schenk [13.06.2012, 13.34 Uhr]

Alle fassen beim Bau des Parabolkochers mit an: Projektkoordinatorin Bettina Groos, Afrika-Reisende Teresa Canovas und Susanne Kremling, Vereinsvorsitzende Renate Schönberg und Larissa Schmitz (v.l.)

Alle fassen beim Bau des Parabolkochers mit an: Projektkoordinatorin Bettina Groos, Afrika-Reisende Teresa Canovas und Susanne Kremling, Vereinsvorsitzende Renate Schönberg und Larissa Schmitz (v.l.)

„Mach das alleine – in Kenia kannst Du auch keinen fragen.“ Renate Schönberg, 1. Vorsitzende des Vereins
„Solarkochschule“, bleibt hart. Sie ist im Mädchengymnasium Jülich (MGJ), um mit ihrem Vize Michael Bonke 15 Schülerinnen und vier Lehrerinnen auf ihren Einsatz in Ostafrika vorzubereiten.

Larissa Schmitz (11a) beugt sich mit Susanne Kremling, Lehrerin für Ernährungslehre am MGJ, über den Bauplan. Schrauben liegen fein sortiert vor einem Satz von Alustangen. Innerhalb einer Stunde wird hier ein Parabolkocher entstanden sein. Einer von 15, den die 17-Jährige am 6. August im Gepäck haben wird, wenn sie mit 14 Mitschülerinnen und vier Lehrerinnen für zweieinhalb Wochen nach Kenia aufbricht.
Zum vierten Mal seit 2006 fährt eine „Delegation“ der St. Josefschule im Sommer nach Ostafrika, um ein Sozialprojekt zu absolvieren. Nach dem Bau eines Kühlhauses, Sanierung eines Waisenheims und Bau einer Biogasanlage werden diesmal Solarkocher aufgebaut und deren Gebrauch mit den Menschen vor Ort erprobt. Kooperationspartner ist die Faida Foundation in Nairobi, die genau weiß, was die Landsleute brauchen.

Daher verflüchtigt sich auch die Skepsis von Michael Bonke schnell, der um die Schwierigkeiten weiß, kulturelle Grenzen zu überschreiten: „Uns ist erzählt worden, dass Frauen geschlagen werden, weil das Essen nicht wie sonst nach Rauch schmeckte“, erzählt er kopfschüttelnd von einem misslungen Versuch, Solarkocher in einem afrikanischen Land zu etablieren.

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Vorfalzen, einkicken – fertig ist der Trichter.

Vorfalzen, einkicken – fertig ist der Trichter.

Anders ist es natürlich, wenn man von „unten“, sehr subtil über die Kinder und Frauen unterstützt von Kenianern selbst das Projekt vorantreibt. So wird die 19-köpfige Reisegruppe aus Jülich zu Botschaftern der Solarkochschule. „Wir wollen hier und heute die Mädchen infizieren“, erklärt Bonke leidenschaftlich.

Neben den komplexeren Parabolkochern entstehen bei diesem Probelauf für Afrika – übrigens bei Jülicher Regen – die vereinfachten Modelle: Trichterkocher. Für sie brauchen die Schülerinnen hitzebeständige schwarze Farbe, Pappe, eine Rettungsdecke, Kleber, Dachlatten, ein Einweckglas und einen handelsüblichen Bratschlauch. Materialkosten 5 bis 10 Euro.

Das Verfahren, so schildert es sehr überzeugend Michael Bonke, sei denkbar einfach und lasse sich auf die Formel verkürzen: „e mal h gleich µ“. Übersetzt heißt das wohl: „Licht kommt rein und die Wärme nicht mehr heraus, das ist der Treibhauseffekt. Man kann eigentlich nichts falsch machen.“ Einzige Voraussetzungen: Sonnenschein, der Schlagschatten wirft, und Zeit. Die Kochzeit der Speisen müsse verdoppelt werden. „Zeit ist in Afrika keine Problem“, schmunzelt Bettina Groos, MGJ-Projektkoordinatorin der ersten Stunde und damit erfahrene Kenia-Reisende.

Mit Rezepten, die den Gegebenheiten der kenianischen Küche entsprechen, hat sich Susanne Kremling beschäftigt. Die Ernährungsfachfrau hat das Internet bemüht und ist fündig geworden. Ob die Speisen auch genießbar sind, soll noch getestet werden: „Wir werden sicher vor unserer Abreise noch einmal mit dem Solarkocher ,probekochen’“, so Susanne Kremling.

Wer das Kenia-Sozialprojekt unterstützen möchte, kann unter dem Stichwort „Kenia“ auf das MGJ-Konto 40758 bei der Sparkasse Düren (BLZ 3955011) spenden.

Näheres unter
www.mgj-online.de und www.solarkochschule.de


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