Eindeutiges „Ja“ zum Leben

„Haus Maria“ sorgt für junge Mütter mit Kind
Von Dorothée Schenk [05.05.2011, 08.26 Uhr]

Zu sich selbst und zu ihrem Kind finden können junge Mütter im geschützten Raum des Mutter-Kind-Hauses der St. Josef-Stiftung.

Zu sich selbst und zu ihrem Kind finden können junge Mütter im geschützten Raum des Mutter-Kind-Hauses der St. Josef-Stiftung.

Neugeborene wirbeln das Leben immer gehörig durcheinander. Um ein vieles mehr, wenn die Mutter selbst noch minderjährig ist. Im neu eröffneten Maria-Haus in Düren werden junge Frauen auf das neue gemeinsame Leben mit dem Baby vorbereitet.

Liebevoll hält die Mutter ihren kleinen Sohn im Arm, wiegt ihn beruhigend. Gerade sieben Wochen alt ist das Kind – die junge Frau, 17 Jahre, noch in der Ausbildung. „Es ist so gut, dass man nicht alleine ist, Tag und Nacht Hilfe bekommen kann“, sagt sie. Trotzdem steht ihr Ziel jetzt schon fest: noch im Erziehungsjahr eine eigene Wohnung beziehen, „Haushalt und Kind unter einen Hut bringen“, und dann die Lehre fertigmachen. Ein Bilderbuch-Beispiel, denn so wünschen sich die Verantwortlichen im Haus Maria die Perspektiven für ihre „Schützlinge“.

In den sechs 42-Quadratmeter-Appartements sollen junge Mütter Selbstständigkeit lernen und Lebensstrategien entwickeln, ehe sie den geschütz- ten Raum des Mutter-Kind-Hauses verlassen. „Dabei ist nicht entscheidend, wie lange dieser Prozess dauert“, betont Raymund Schreinemacher, Leiter des St. Josef-Kinderheims und des neu angegliederten Hauses.

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Das Team im Haus Maria: Anja Lüttgen, Corinna Rummeler, Monika Hecht, Nadja Sons und Sabine Dahlmeyer.

Das Team im Haus Maria: Anja Lüttgen, Corinna Rummeler, Monika Hecht, Nadja Sons und Sabine Dahlmeyer.

Geboren aus dem erkannten Bedarf hat sich die Idee lange Zeit in den Köpfen geformt, ehe das Kuratorium der Stiftung des katholischen Kinderheims St. Josef den Beschluss zur Umsetzung fasste. Immerhin auf rund eine Million Euro beläuft sich die Investitionssumme für den Anbau. Im Frühjahr 2009 wurden die notwendigen Gespräche mit den Jugendämtern des Landes NRW und vor Ort geführt. Ohne deren Zustimmung und Kooperation wäre das Projekt nicht möglich gewesen. Das Jugendamt legt nämlich nicht nur die Kriterien fest, wie das Haus auszusehen hat, sondern trägt auch die Kosten für die Unterbringung und übergibt die zu Betreuenden in die Obhut der Einrichtung.

Mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen kommen die jungen Frauen ins „Haus Maria“. Größtes Defizit ist oft die fehlenden Struktur im Leben. Erst neu gelernt werden – abgesehen von den für alle Mütter neuen Handgriffen für die Versorgung des Babys – Tagesabläufe. Daher stehen anfangs auch das gemeinsame Frühstück, kontrollierte Hausarbeiten im eigenen Appartement und auch Kochen und gemeinsames Spielen auf dem Programm. Ausdrücklich unterstützt wird – sofern das Jugendamt nichts anderes vorgibt – die Gemeinschaft mit dem Partner der Mutter.

24 Stunden lang haben die jungen Mütter die Möglichkeit, von Sabine Dahlmeyer und ihrem sechsköpfigen Team Unterstützung zu bekommen. Einen „bunten Strauß“ an der Erfahrungen bringen die Frauen mit, wie die „Teamchefin“ betont. Eine wichtige Voraussetzung, schließlich befinden sich alle gemeinsam in dem kreisweit ersten Mutter-Kind-Haus auf Neuland. Und so ist auch die Wahl der Patronin nicht zufällig. „Maria war eine sehr junge Mutter, die mit widrigen Lebensumständen zu kämpfen hatte. Aber sie hat die Schwangerschaft angenommen und Ja zum Kind gesagt“, sagte Heimleiter Raymund Schreinemacher.

Info
Haus Maria, An St. Bonifatius 16, Düren.
Aufgenommen werden Mütter im Alter bis zu 30 Jahren. Sie können maximal zwei Jahre in „Haus Maria“ leben.
Sechs Appartements à 42 Quadratmetern stehen zur Verfügung, außerdem Gemeinschaftsräume von Küche bis Ruheraum für die Kinder.
Der Betrieb wird über Fallkostenabrechnungen mit den Jugendämtern von Stadt und Kreis Düren finanziert.


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