Nacht der offenen Kirchen

In Jülicher Kirchen das Leben feiern
Von Dorothée Schenk [10.09.2010, 15.18 Uhr]

Was bereits hinter den Dürenern liegt, haben die Jülicher noch vor sich: Die Nacht der offenen Kirchen. In der Festungsstadt gehört sie seit 2004 zum festen Bestandteil des Gemeindelebens. Die dritte Auflage gibt es am Freitag, 17. September. Im Gespräch erläutern die „Köpfe“ der Kirchennacht, Gemeindereferentin Beate Ortwein und Pfarrerin Karin Latour, im Gespräch mit Dorothée Schenk, Hintergrund, Sinn und Ziel des Angebots.

2008 glänzte die Propsteikirche mit einer Lichtinstallation - diesmal gibt es einen Sinnespfad zu entdecken

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Erzählen Sie den Lesern einmal, wie es zur Ideenfindung kam.

Beate Ortwein: Ich kannte die Nacht der offenen Kirchen bereits aus Heinsberg, wo ich bis 2003 tätig war. Als ich im Sommer über den Marktplatz ging und die Menschen draußen saßen habe ich mir gedacht: Jetzt müssten die Türen der Kirche offen stehen, unser Organist Ernst Simons in die Tasten greifen und die Menschen müssten kommen, weil sie einfach neugierig sind.

Pfr. Karin Latour: Beim ersten gemeinsamen ökumenischen Gespräch hat sie die Idee vorgestellt und ist sofort positiv aufgenommen worden. Wir haben uns dann an ein Konzept herangetastet. Aus der ersten Erfahrung haben wir gelernt, dass man nicht zwei Gospelchöre gleichzeitig auftreten lassen sollte und dass es gut ist, die Nacht unter ein gemeinsames Motto zu stellen, das jede Gemeinde dann nach den Gegebenheiten der Kirche inhaltlich gestaltet. Diesmal heißt es „Das Leben feiern…“

Warum ist ein Angebot wie die „Nacht der offenen Kirchen“ richtig und wichtig?

Ortwein: Es bietet die Möglichkeit, den Raum Kirche anderes zu erleben, Kirche zu öffnen für Menschen, denen die Liturgie nicht vertraut ist. In dieser Nacht ist die Hemmschwelle niedrig, Kirchen zu besuchen.

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Pfr. Latour: Kirche will mitten im Leben stehen. Darum ist nicht nur Raum für Psalmen, sondern auch für Tanzgruppen. Wir können etwas Schönes zeigen, das primär nicht nur mit der Bibel zu tun hat. So ist auch das Motto zu verstehen „Das Leben feiern…“ Wir wollen gegen die Depression angehen, bei all den negativen Schlagzeilen zeigen, dass wir etwas zu feiern haben in der Kirche, wir haben etwas Positives zu geben. Es ist ein Geschenk der Jülicher an Jülicher – schließlich kostet es auch nichts.

>i>Ist diese Kirchennacht „notwendig“ im tiefsten Sinne des Wortes?

Ortwein: Es ist für alle Generationen, insofern notwendig. Bei der Nacht der offenen Kirchen kann Kirche ihr zeitgemäßes Gesicht zeigen. In Jülich, wo die Akademikerdichte sehr hoch ist, gibt es viele Menschen, die danach suchen, ihre spirituellen Bedürfnisse zu decken. Für diese ist es wichtig zu zeigen, dass wir allen Bedürfnissen nachspüren. Im Vorbereitungskreis zeigt sich, dass Menschen hier eine Möglichkeit sehen, sich ganz anders, neu in der Kirche zu engagieren.

Pfr. Latour: Die Nacht der offenen Kirchen ist so notwendig, wie es Feste im Leben sind. Man kann ohne sie leben – aber es ist freudlos.


Das Programm „Nacht der offenen Kirchen“ in Jülich


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