In Pfarrer Hermann Freys 50-jähriger Amtszeit war der „Fußball“ ein stetiger Begleiter

Fußball ist „urkatholisch“
Von Dorothée Schenk [08.07.2010, 07.55 Uhr]

Pfarrer Frey ist bekennender Alemannen-Fan

Pfarrer Frey ist bekennender Alemannen-Fan

Mit Begeisterung verfolgt Pfarrer Hermann Frey die WM und glaubte fest daran, dass die Deutschen eine gute Chance hätten, am Sonntag um den Titel zu spielen. Wenn der Subsidiar der GdG Titz am Samstag, 10. Juli, sein 50-jähriges Priesterjubiläum feiert, wird das „Leder“ eine besondere Rolle spielen.

Fußballfan ist Pastor Hermann Frey von Kindbeinen an und hat natürlich selbst gekickt: „Was bleibt einem auch anderes übrigen, wenn man zur Dorfgemeinschaft von Jungs gehören will“, schmunzelt der 82-jährige gebürtige Patterner. Außerdem, klärt der Pfarrer eine große deutsche Tageszeitung zitierend, auf, sei Fußball ein urkatholisches Spiel: „Die Engländer haben Fußball gar nicht erfunden, sondern die Italiener – und wenn die nicht katholisch sind. . .“ Wie viel Fußball mit Kirche in der Praxis zu tun hat, hat Hermann Frey in seiner Amtszeit in Breinig erfahren.

In dem knapp 6000-Seelen-Ort bei Stolberg gehörte Egidius Braun zu seiner Gemeinde. Der Ehrenvorsitzende des Deutschen Fußballbundes (DFB) nahm so durch bloße „Anwesenheit“ Einfluss, und heute „darf ich mich glücklich schätzen, ihn zu meinen Freunden zu zählen“, betont Frey. Dabei ist für den Gottesmann wichtig, dass Fußball weiterhin nicht mehr als ein Spiel ist. „Betrachten wir es anders, verlieren wir gewaltig“, ist er überzeugt. Auch die Liturgie in der Kirche sei im Grund „Spiel“, und „Spiel macht das Leben menschlich.“

Dabei hatte Hermann Frey, geboren am 23. März 1928 im Altkreis Jülich, zunächst wenig Anlass, sein Leben „spielerisch“ zu sehen. Er erlebte Verfolgung durch die Nazis, weil sein Vater weitläufig mit einem Halbjuden verwandt war, wurde mit 16 Jahren zum Kriegsdienst eingezogen und war beim Luftangriff in Leipzig dabei. Er durchlitt Kriegsgefangenschaft und erfuhr hier die Hilfe von Geistlichen.

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Der Alemannia brachte Pfarrer Frey den „geistigen Beistand“ gegen Augsburg.

Der Alemannia brachte Pfarrer Frey den „geistigen Beistand“ gegen Augsburg.

Prägende Erlebnisse, die seinen Berufswunsch festlegten. 1955 bis 1960 studierte Hermann Frey in Brasilien, wo sein Onkel als Jesuit lebte, Theologie, ehe er 1961 seinen Dienst in St. Marien in Aachen antrat. Nach seiner Zeit als Kaplan an St. Castor bis 1969 und der Zwischenstation in Simmerath-Dedenborn bis 1976 kam schließlich die 25-jährige Pfarrerstätigkeit in Breinig. Seit 2002 ist der Priester Subsidiar der Gemeinschaft der Gemeinden Titz und betreut mit Pfarrer Telorak, der als Gratulant am Samstag ebenfalls erwartet wird, elf Gemeinden.

Und zurückgekehrt in den Altkreis Jülich ist ihm wieder der Fußball treu: Nicht nur, dass er durch gute Kontakte zum DFB Karten für das WM-Vorrundenspiel der deutschen National-Elf gegen Malta organisieren konnte, der Bürgermeister von Titz, Jürgen Frantzen, gehört zum Aufsichtsrat der Aachener Alemannia. Gerne kam Frantzen dem Wunsch nach und besorgte im März für Bewohner des Altenheimes „Heilige Familie“, Ehrenamtler wie Christian Melzener und Pfarrer Hermann Frey Karten für das Spiel gegen Ausgburg. „Wir haben gedacht, das verliert die Alemannia haushoch, schließlich traten wir gegen den Tabellenzweiten an und die Aachener spielten am anderen Ende“. Fakt ist: Das Spiel ging 4 : 0 gegen Augsburg aus. Den „glänzendsten Sieg der Saison“ führte Melzener auf die ausstrahlende Geistlichkeit seines Pfarrers Hermann Frey zurück. In diesem Sinne richtet auch den Festakt aus, denn wenn die offiziellen Feier mit dem Überraschungsgast Egidius Braun vorbei ist, kommt das „Public-Viewing“ im Altenheim „Heilig Geist“ mit dem Jubilar und dem geistigen Beistand für Fußballer durch Pfarrer Frey – beim Spiel um den dritten Platz…

Der offizielle Festakt zum 50-jährigen Priesterjubiläum findet am Samstag, 10. Juli, ab 14.30 Uhr im Alten- u. Pflegezentrum „Heilige Familie“ Hasselsweiler statt. Gedeckt wird die Tafel mit selbstgebackenen Kuchen, die der Ort für Pfarrer Frey stiftet. Zum Gratulationskorps gehören dann neben Hausbewohnern, dem Titzer Chor „pro musica“ und dem Gitarrenkreis um Frau Gep zwei Ehrengäste: Der Weggefährte aus Breiniger Zeit und Ehrenvorsitzenden des Deutschen Fußballbundes, Egidius Braun, wird mit seiner Frau an dieser Feierstunde teilnehmen.


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