Neuer Kreis „Hand in Hand“ gegründet

Veränderungen fürs Leben einüben
Von Dorothée Schenk [31.05.2010, 09.10 Uhr]

Caritas-Mitarbeiterin Brigitte Schmitz und Gemeindereferent Stefan Uerschelen arbeiten „Hand in Hand“ für das neue Hilfsangebot in Düren.

Caritas-Mitarbeiterin Brigitte Schmitz und Gemeindereferent Stefan Uerschelen arbeiten „Hand in Hand“ für das neue Hilfsangebot in Düren.

Die Zahl der Menschen in Not wächst. Die Zeit zur Betreuung des Einzelnen sinkt. Diese Erkenntnis brachte Stefan Uerschelen, Gemeindereferent der Pfarre St. Lukas Düren, und Brigitte Schmitz vom Caritasverband Düren-Jülich zu einer Lösung: „Hand in Hand“ heißt sie.

„Die Not in unserer Gemeinde sehen… und handeln“, heißt das Motto des Kreises, der sich erstmals am Donnerstag, 27. Mai, im Papst-Johannes-Haus in Dü?ren traf.

Gefragt sind dann „Alltagsexperten“, die Menschen in ihrer Nähe ehrenamtlich begleiten sollen. Lebenserfahrung ist die nötige Qualifikation, denn diese brauchen im alltäglichen Allerlei viele Hilfesuchende. Das Aufgabenspektrum reicht etwa von praktischen Lösungen bei der Kinderbetreuung, Hilfestellung bei Schulproblemen bis zur Begleitung bei Amtsgängen. Ein Punkt kann auch der gemeinsame Einkauf sein, damit der Geldbeutel nicht stetig gebeutelt ist. „Jede Frau, die mit ihrer Familie, die Nachkriegszeit überlebt hat, weiß, wie man mit Hartz IV leben kann, und hat die nötige Geduld, Hilfestellungen zu geben“, ist Stefan Uerschelen überzeugt.

Veränderungen im Leben einzuüben, damit der Alltag zu bewältigen ist, ist ein Ziel von „Hand in Hand“. Weg von den reinen Finanzhilfen, die keinen perspektivischen Ansatz bieten, ist außerdem der erklärte Wille von Stefan Uerschelen und Brigitte Schmitz. Was das „Unternehmen“ daher nicht braucht, sind große Finanzmittel und Räume.

Professionelle Beratungsstellen gibt es genug, darin ist sich das Team Uerschelen/Schmitz einig. Deren Auslastung ist so hoch, dass eine persönliche Betreuung nicht mehr möglich ist. „Wir haben 30 bis 40 Anfragen in unserer Caritas-Stelle. Da reicht die Zeit nur noch, um Essensgutscheine auszugeben. Das ist aber eigentlich nicht unsere Aufgabe“, schildert Brigitte Schmitz ihre Erfahrungen. Das macht unzufrieden – auch die Mitarbeiter. Aus Unzufriedenheit kann Kreativität wachsen, wie sich zeigt.

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Der Flyer zum Projekt

Der Flyer zum Projekt

Die ersten Familien und Einzelpersonen, denen „Hand in Hand“ seine Unterstützung anbieten sollte, sind bereits im Blickfeld. Allerdings, das betont Uerschelen, nicht gegen deren Willen. Schließlich werden die „Begleiter“ einen tiefen Einblick in die Privatsphäre bekommen. Der ausdrückliche Wunsch einer Partnerschaft ist daher ein „Muss“. Das gilt übrigens ebenso für die Ehrenamtler. Sie müssen sich auf eine Beziehung einlassen. Dazu kommt eine Verlässlichkeit, die die Organisatoren und die Bezugsperson erwarten können.

Nach der Selbsterforschung, ob man die Aufgabe bewältigen kann, kommt das Gespräch mit den Initiatoren. Stefan Uerschelen und Brigitte Schmitz stellen klar, dass niemand alleine gelassen wird. Ehe es an die gute Tat geht, werden die Ehrenamtler durch Schulung vorbereitet, eine seelsorgerische Begleitung und die Rückversicherung beim Fachpersonal sind selbstverständlich. „Unser Arbeit ist ja nicht zu Ende, wenn der Kreis ,Hand in Hand’ gebildet ist – sie fängt erst an“, erklärt der Gemeindereferent von St. Lukas. Monatliche Treffen sollen zusätzlich die Möglichkeit zum Austausch bieten und Sicherheit geben.

„Christ sein aktiv leben“ ist ein Stichwort für die Motivation, am Projekt „Hand in Hand“ mitzuarbeiten. Im Team erfinderische Lösungen zu entdecken und Menschen am eigenen Erfahrungsschatz teilhaben zu lassen, eine weitere. Natürlich hoffen die Organisatoren auf eine Vielzahl Engagierter - mindestens zehn müssen es sein, um starten zu können: „Wenn ich eine Hoffnung ausdrücken soll: Wir starten mit zehn Freiwilligen in die Fortbildung und gewinnen weitere Mitarbeiter im ersten Jahr“, gibt sich Uerschelen optimistisch. Darüber hinaus sollen sich auch Nicht-Gemein- demitglieder angesprochen fühlen mit dem Ziel, ein Stück Menschlichkeit und Wärme zu sichern.

Ansprechpartner: Stefan Uerschelen, 02421/3889862, und Brigitte Schmitz, 02421/48117.


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