Ausschuss votiert für Zusammenlegung. Wer wird Leiter/in?

Künftig nur noch eine Grundschule in Titz
Von JZ, 30. Juni 2010 [01.07.2010, 08.44 Uhr]

Mi, 30. Jun. 2010 Jülicher Zeitung / Lokales / Seite 13

Wie sieht die zukünftige Grundschulsituation in Titz aus? Muss es eine Neuordnung der Schullandschaft geben? Wie verläuft die demografische Entwicklung in der Landgemeinde? Fragen, mit denen sich nun der Ausschuss für Jugend, Kultur, Soziales, Schule und Sport beschäftigte. Und für die Ratssitzung am morgigen Donnerstag schon eine Beschlussfassung vorsieht: Die zwei bestehenden Grundschulen in Titz und Rödingen werden zusammengelegt, aber an den beiden Standorten weitergeführt.??„Kurze Beine, kurze Wege.“ Unter diesem Gesichtspunkt soll es künftig in der Gemeinde zwar nur eine Grundschule geben. Die aber an zwei Standorten geführt wird, „denn damit wird eine wohnortnahe Grundschulversorgung gewährleistet, womit für die Kinder der Schulweg in erträglichem Maßen bleibt“, meinte Bürgermeister Jürgen Frantzen.

Und nannte noch einen weiteren Grund für die Beibehaltung der zwei Standorte: Planbare und mittelfristige Nutzung der Gebäude, womit zwar weiter variable Bewirtschaftungskosten beibehalten werden. Aber eine Schulleiterstelle eingespart wird.??Gerade vor diesem Hintergrund muss eine grundsätzliche Frage geklärt werden. Kommt es durch eine Neugründung zu einer konfessionsoffenen, also zu einer Gemeinschaftsgrundschule, wie von der Titzer Verwaltung und der Schulaufsichtsbehörde des Kreises Düren bejaht? Nicht aber von der Bezirksregierung, die auf dem Standpunkt steht, dass bei Gründung einer neuen Schule nach gleichzeitiger Auflösung von zwei katholischen Grundschulen diese zunächst eine konfessionsgebundene Schule ist.

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Im übrigen, so heißt es in Köln, stünde einer Fusion und damit Neugründung nichts im Weg, sei eine Beibehaltung der bisherigen Schulsituation mittelfristig nicht zulässig, da einzügige Schulen (Rödingen) möglichst als Teilstandorte in einem Grundschulverbund geführt werden müssen. Von den Anmeldezahlen her ist der Schulstandort Rödingen mit 16 Anmeldungen zum Schuljahr 2010/2011 noch gesichert, in der KGS Titz sichern 47 Neulinge die Zweizügigkeit.??Klar machte die Verwaltung, dass beide Schulen auf „Augenhöhe“ vereinigt würden, die Schulleiterstelle nach dem beamtenrechtlichen Prinzip der Bestenauslese, ohne Rücksicht auf die Konfessionszugehörigkeit, besetzt werden soll.

Dies macht aber auch die Einschaltung des Generalvikariats des Bistums Aachen notwendig.??In Vorgesprächen wurde seitens der Kirche aber auch deutlich gemacht, dass zwar auch nichtkatholische Bewerber/innen unter bestimmten Voraussetzungen am Besetzungsverfahren der Schulleiterstelle teilnehmen können, „jedoch nur dann eine Chance auf Berücksichtigung haben“, wenn es andere, katholische Bewerber nicht gebe.??Da grundsätzlich die Schulkonferenz bei Entscheidungen dieser Art mit einbezogen werden muss – Änderungen, Auflösungen sowie der organisatorische Zusammenschluss liegen beim Schulträger – tagten diese bereits. Beide Schulkonferenzen sprachen sich mit jeweils sechs Stimmen für den Verwaltungsvorschlag aus. Da im Falle eines solchen Patts die Stimme der Schulleitung, die ansonsten nicht stimmberechtigt ist, den Ausschlag gibt, votierte die Schulleiterin der Katholischen Grundschule Titz für die Beibehaltung der bisherigen Schulsituation. ??

Im Klartext: Es werden keine Veränderungen seitens der Gemeinde angestrebt oder vorgenommen, die weitere Entwicklung wird im Wesentlichen dem demografischen Wandel überlassen. ??Eine Option, die insbesondere von der Bezirksregierung Köln auf die Dauer als „rechtlich unzulässig“ bezeichnet wird, da die Gemeinde hierüber ihre Verpflichtung zur Schulentwicklungsplanung – Planung und Realisierung von Schulen und Standorten mit der Folge, schulische Angebote unter möglichst gleichen Bedingungen zu ermöglichen – verletzen würde. (hfs.)


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