St. Martin wiederbelebt

Viel Raum für Begegnung in Derichsweiler
Von Elmar Farber [15.04.2010, 19.17 Uhr]

Die Alte Pfarrkirche St. Martin Derichsweiler hat nach über 60 Jahren wieder eine dauerhafte Aufgabe in der Gemeinschaft: Die einstige Ruine ist nun als kommunale Begegnungsstätte eingeweiht und eingesegnet.

Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Nachdem auch das Nebengebäude mit Sanitäreinrichtungen, Küche und Garderobe fertig gestellt ist, wurde die offizielle Eröffnung der Begegnungsstätte gefeiert. Die Einsegnung, die insbesondere der Jugendarbeit dienen wird, aber auch begrenzt für private Feierlichkeiten zur Verfügung steht, übernahm Pfarrer Heinrich Plum.

Hermann-Josef Caspers, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands, betonte die sehr gute Kooperation von Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand und Ortsvereinen. Das Labyrinth der Verwaltungsabläufe könne zwar sehr frustrierend sein, so Caspers, aber auch die Zusammenarbeit mit den Genehmigungsbehörden, dem Amt für Denkmalschutz und dem bischöflichen Generalvikariat in Aachen habe gut funktioniert – auch wenn es teilweise lange und harte Verhandlungen sowie einige „kritische Situationen“ gegeben habe.

Ein Blick in die Geschichte: Sie war die erste deutsche Kirche Deutschlands, die 1945 von einer Fliegerbombe getroffen wurde und ausbrannte: St. Martin in Derichsweiler. Damit begann eine leidvolle Geschichte des erst 1910 erbauten Gotteshauses zwischen Wiederaufbau- und Abrissplänen. Bauvorhaben an der Ruine aber wurden jahrzehntelang nicht realisiert.

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Stattdessen blieb St. Martin das Denkmal erhalten. Die ersten Pläne, die Kirche als Jugendzentrum und Begegnungsstätte zu etablieren stammen von Pfarrer Heinz Josef Biste, der 1985 bis 2006 in der Gemeinde tätig war.

Bis zur Umsetzung sollten aber weitere Jahre vergehen: Zwar genehmigte das Bistum bereits 1996 die Ausbaupläne des Zülpicher Architekten Markus Ernst und sagte seine Unterstützung zu, dennoch wurde erst drei Jahre später durch die Initiative und den unermüdlichen Einsatz von Fritz Crefeld das Projekt die ersten Steine bewegt. Crefeld, Geschäftsführer des 1988 gegründeten „Vereins der Freunde und Förderer der Alten Kirche St. Martin“ trieb den Kirchenausbau stetig voran. 2003 konnte die Alte Kirche zum ersten Mal wieder für Festlichkeiten der Gemeinde genutzt werden.

Ein Jahr später die erneute „Brache“: Beschwerden von Anlieger machten der gemeindlichen Nutzung vorerst ein Ende. 2005 erteilte das Amt für Stadtentwicklung dann die Baugenehmigung für die Erweiterung der Ruine und den Ausbau zur kommunalen Begegnungsstätte. Durch die gebündelte Kraftanstrengung der Gemeinde und aller Ortsvereine, wurde der Umbau daraufhin mit viel Elan und viel Eigenleistung vorangetrieben. Ein Gemeinschaftsprojekt, das jetzt der Gemeinschaft dient.


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