Erstes Gräberfeld für Sozialbestattungen in Düren eingeweiht
Von Elmar Farber [15.04.2010, 18.56 Uhr]

Pfarrer Anton Straeten und Bildhauer Christoph Plinz bei der Einweihung des neuen Gräberfelds für Sozialbestattungen auf dem Friedhof Düren-Ost.

Pfarrer Anton Straeten und Bildhauer Christoph Plinz bei der Einweihung des neuen Gräberfelds für Sozialbestattungen auf dem Friedhof Düren-Ost.

Immer dann, wenn ein Verstorbener keine Verwandten mehr hat oder diese die Beerdigungskosten nicht tragen können, ist das Ordnungsamt in der Verantwortung. 75 so genannte „Sozialbestattungen“ waren es in Düren 2009.

„Die Tendenz ist steigend“, sagt der Vorsitzende des Vereins „Lebens- und Trauerhilfe e.V.“, Pfarrer Anton Straeten. Seit Jahresanfang gab es bereits 25 Sozialbestattungen. Bisher gab es für diese Art der Beerdigung keinen eigenen Platz in Düren. Die Gräber wurden meist dort angelegt, wo gerade Platz war. „Dadurch entstehen faktisch anonyme Grabstätten, die nicht mehr gepflegt werden“, so Straeten. „Entsorgt, verscharrt, vergessen – um es drastisch auszudrücken.“

Mit einem neuen Gräberfeld für Sozialbestattungen auf dem Friedhof Düren-Ost soll dem „spurlosen Verschwinden“ der Verstorbenen entgegengewirkt werden, den Angehörigen und Freunden ein Platz zum Gedenken und Trauern geschaffen werden. Um dies zu bewerkstelligen hat der Lebens- und Trauerhilfeverein den Dürener Steinmetz und Bildhauer Christoph Plinz beauftragt, das Gräberfeld künstlerisch zu gestalten. Gedenksteine, Findlinge und Stelen werden zukünftig halbjährlich mit den Namen der Verstorbenen versehen und hinterlassen somit getreu dem Motto der Installation „Spuren“. Hier sollen die Verstorbenen eine irdische Heimstätte finden, die ihnen Identität und Würde gibt.

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„Spuren“ finden sich auch an der stilisierten steinernen Brücke mit Tor, die am Anfang der Gedenksteine steht. Fußspuren, die den Übergang vom Leben zum Tod darstellen. Inmitten des Gräberfelds, zwischen den Stelen symbolisiert ein einzelner Baum das natürliche Leben - mit seinen fallenden Blättern, die als Ornamente auch in die Stelenköpfe eingearbeitet wurden, aber auch die Vergänglichkeit. In dem Gesamtkonzept wurde berücksichtigt, den Angehörigen Möglichkeiten zum Ablegen von Blumen und Grablichtern zu bieten.

Das Gräberfeld wurde offiziell eingeweiht von Pfarrer Straeten, dessen Verein die Kunstinstallation gestiftet hat, eingesegnet. Etwa 110 Särge haben Platz auf dem Gräberfeld.

Richard Müllejans, Leiter des Dürener Service Betriebs, der mit der Verwaltung der städtischen Friedhöfe betraut ist, bedankte sich bei Pfarrer Straeten und seinen Mitstreitern für „ein weiteres Stück Friedhofskultur für Düren“. „Mit diesem Gräberfeld heben wir die Anonymität, derer wir in unserer Gesellschaft wahrlich genug haben, in gewisser Weise auf“, so Müllejans.


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