Job-com: Einige Lichtblicke trotz der Wirtschaftskrise
Von Redaktion [28.03.2010, 15.22 Uhr]

Nach drei guten Jahren, in denen die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Düren kontinuierlich von über 9000 auf unter 7000 Betroffene gefallen war, strebte die Kurve im vergangenen Jahr unter dem Einfluss der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise wieder nach oben. Zum Jahresende 2009 zählte die job-com schließlich mit 7710 Arbeitslosen rund 750 Betroffene mehr als zwölf Monate zuvor.

Menschen in Arbeit zu bringen war 2009 nicht einfach. „Unter dem Strich ist die Zahl der Integrationen in den Arbeitsmarkt um 20 Prozent gesunken“, berichtete job-com-Leiterin Martina Forkel bei der Vorstellung der Jahresbilanz vor der Presse. Konkret: Während 2008 insgesamt 3166 Langzeitarbeitslose integriert werden konnten, waren es im Krisenjahr nur noch 2503. „Mit diesem Rückgang liegen wir aber noch deutlich unter dem Einbruch in anderen Regionen“, so Forkel.

Erfreulich war, dass die Vermittlung von jungen Menschen in Ausbildungsstellen 2009 fast konstant blieb. Hier gab es nur einen leichten Rückgang (156 statt 165 Erfolgsfälle) zu verzeichnen. Anders sah das bei der Vermittlung in Ausbildungsprojekte aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum halbierte sich der Wert von 196 auf 104 beinahe. „Hintergrund ist die starke Reglementierung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales", erläuterte Martina Forkel.

Doch es gab im Krisenjahr Lichtblicke. So intensivierte die job-com die Kooperation mit den Schuldnerberatungen im Kreis Düren, so dass Betroffene nun zeitnah Rat und Hilfe finden. Zudem setzte man dank des Programms „Perspektive 50Plus“ mit knapp 100 Vermittlungen erfreuliche Akzente bei den älteren Arbeitsuchenden. Doch auch Arbeit schützt vor Hilfebedürftigkeit nicht. Kreisweit erhielten über 3600 Menschen ergänzend Arbeitslosengeld II, darunter gut 500 Betroffene mit Vollzeitstelle.

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Die Zahl der Haushalte im Kreis Düren, die auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind, stieg im vergangenen Jahr von 9971 auf 10.516 um rund fünf Prozent, in Anbetracht der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten also noch vergleichsweise moderat. In deutlich über der Hälfte dieser Haushalte lebten Singles. Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II oder „Hartz IV“) bezogen Ende 2009 kreisweit 15.578 Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 64 Jahren. Das waren 8,7 Prozent dieser Altersgruppe im Kreis Düren. Zudem waren 5287 Leistungsbezieher jünger als 15 Jahre, das entspricht 12,6 Prozent dieser Altersgruppe im Kreis Düren.

Unter dem Strich flossen 2009 über 114 Millionen Euro an die Hilfebedürftigen, darunter über 41 Millionen für Mieten und Heizkosten, die zum weitaus größten Teil aus kommunalen Mitteln aufgebracht werden mussten. „Wenn der Bund seine finanziellen Zusagen einhalten würde, ginge es den Kommunen viel besser“, stellte Karl-Josef Cranen, der Verantwortliche für die Geldflüsse bei der job-com, fest. „Doch während die Unterkunftskosten steigen, zieht sich der Bund aus der Finanzierung der Unterkunftskosten immer weiter zurück“, so der Amtsleiter. Weitere finanzielle Belastungen für den Kreis Düren zeichnen sich ab, sollte die Langzeitarbeitslosigkeit weiter steigen und die Leistungsbezieher finanziell bessergestellt werden.

Erfreulich im letzten Jahr: Die job-com arbeitet so gut, dass weit weniger Widersprüche eingelegt wurden und Erfolg hatten als im bundesweiten Durchschnitt. Überdies bewies der Kreis Düren mit der Einführung des vergünstigten ÖPNV-Tickets für Hilfeempfänger und der Einrichtung einer Hartz IV-Ombudsstelle seine Bürgernähe.

Diese und andere Beispiele sind für Kreisdirektor Georg Beyß Anlass, die vor über fünf Jahren getroffene Entscheidung für die kommunale Option positiv zu bewerten. „Wir haben unsere Gestaltungsspielräume als Optionskommune im Sinne der Menschen genutzt und setzen unsere finanziellen Mittel effektiv ein.“


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