Hintergrund bildungspolitischer Tendenzen

Forum zur Wa(h)re Bildung in Düren
Von Redaktion [09.03.2010, 08.28 Uhr]

„Bildung muss ein zentrales Thema der Landtagswahl sein.“ Das fordert das Forum „Wa(h)re Bildung – Was ist uns wirkliche Bildung wert?“, zu dem die Evangelische Erwachsenenbildung Kirchenkreis Jülich den Referenten Dr. Matthias Burchardt vom Institut für Bildungsphilosophie, Anthropologie und Pädagogik der Lebensspanne, Humanwissenschaftliche Fakultät Universität zu Köln am Montag, 15. März, nach Düren eingeladen, hat. Ort der Veranstaltung von 19.30 bis 21.15 Uhr ist die Evangelische Gemeinde zu Düren, Wilhelm-Wester-Weg 1/Ecke Philippstraße/Kuhgasse.

Die erste Benommenheit nach dem „PISA-Schock“ ist überwunden, die hektisch durchgeführten Reform-Maßnahmen hinterlassen Spuren im Bildungssystem und – gravierender – in den Biographien von Kindern, Eltern und allen Menschen, die in Bildungseinrichtungen tätig sind.

Es wäre also an der Zeit zu fragen, ob sich denn die von der Politik versprochenen Ziele einstellen, und falls ja, zu welchem Preis.

Es regen sich erste Zweifel: Eltern und Erzieherinnern protestieren mit guten Argumenten gegen KIBIZ. Lernstandserhebungen, Vergleichsarbeiten und das Zentralabitur führen in den Schulen zum oft beklagten „teaching to the test-Effekt“ (Lehren für den Test), und aufgrund des Zeit- und Leistungsdrucks beim “Turbo-Abi“ rufen Lehrer verzweifelt aus:

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„Für Pädagogik haben wir keine Zeit mehr!“

Nicht zuletzt streiken Studierende an den Hochschulen, weil sie dort ein verschultes Studium vorfinden, dass weder Bildung noch Berufsqualifikation ermöglicht.

Der Vortrag „Wa(h)re Bildung – Was ist uns wirkliche Bildung wert?“ von Dr. Matthias Burchardt, Akademischer Rat und Professor für Kindheitsforschung, wird diese Punkte ansprechen, aber in einen größeren Zusammenhang stellen. Zum einen soll der politische Hintergrund dieser Entwicklungen ausgeleuchtet werden, wobei durchaus bedenkliche Entwicklungen unserer (post-)demokratischen Kultur ans Licht gelangen werden. Zum anderen dürfte die Frage noch Verstörender sein, welches Menschenbild die Reformen leitet bzw. durch sie realisiert werden soll. Denn noch wichtiger als eine Prüfung, ob denn die Bildungsreform erfolgreich ist, ist schließlich die Frage, ob ihre Ziele moralisch zu verantworten sind.

Der Vortrag verfolgt die These, dass gegenwärtig durch Bildung eine tiefgreifende Transformation von Kultur und Gesellschaft umgesetzt wird, ohne dass dieser Prozess öffentlich diskutiert, geschweige denn demokratisch legitimiert, worden wäre. Dass es Alternativen zum eingeschlagenen Weg gibt, wird in einem Ausblick unterstrichen.

Anmeldung zur Veranstaltung nimmt der Ev. Erwachsenenbildung Kirchenkreis Jülich, Tel: 02461 9966-0 oder per E-Mail: eeb@kkrjuelich.de entgegen sowie die Ev. Erwachsenen- und Familienbildung im Haus der Gemeinde zu Düren, Tel: 02421 188-170, oder E-Mail: doris.forst@evangelische-gemeinde-dueren.de


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