Statistik der Polizei für das 1. Halbjahr 2005

Mehr Unfälle im Kreis Düren mit weniger Toten
Von Redaktion [20.07.2005, 16.17 Uhr]

Mehr Verkehrsunfälle, weniger Tote und Schwerverletzte, mehr Leichtverletzte - auf diese Kurzformel lässt sich die Unfallbilanz der Polizei im Kreis Düren für das erste Halbjahr 2005 bringen. Dies teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Kreis Düren ist in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 9,9 % (+ 332) auf 3.676 angestiegen. Die Anzahl der Toten ging von acht auf sieben und die Anzahl der Schwerverletzten um 1,5 % (- 2) zurück. Bei den Leichtverletzten wurde ein nicht unerheblicher Anstieg um 16 % (+ 80) registriert.

Die Polizei hat die Unfallzahlen weiterhin nach Altersgruppen untersucht. Hierbei sticht positiv hervor, dass weder ein Kind noch ein junger Erwachsener (bis 24 Jahre) im ersten Halbjahr tödlich verunglückt ist. Negativ fällt auf, dass die Zahl der verunglückten Senioren um rund 64 Prozent angestiegen ist. Die Ordnungshüter führen dies auf mehrere Faktoren zurück, unter anderem auf verlangsamte Reaktionen in besonderen Konfliktsituationen sowie einem generell höheren Verletzungsrisiko.


Dokumentation: Der Wortlaut der Analyse der Polizei hinsichtlich der Altersverteilung bei den Unfällen im Kreis Düren im 1. Halbjahr 2005:


Kinder
Erfreulicherweise wurde kein Kind tödlich verletzt. Die Anzahl der verunglückten Kinder (bis 15 Jahre) reduzierte sich um 13,5 % (minus 10 verletzte Kinder) auf 64. Bei differenzierter Betrachtung ist bei den aktiv verunglückten Kindern als Radfahrer oder Fußgänger ein Rückgang von 51 auf 46, im passiven Bereich (Kinder als Mitfahrer) ein Rückgang von 23 auf 18 festzustellen.

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Mit Freude wird seitens der Polizei registriert, dass die gezielten Gurtkontrollen und die Appelle in den letzten Jahren an die Fahrzeugführer und Fahrzeugführerinnen bzw. Eltern, die Kinder
vorschriftsmäßig zu sichern, nun offenbar Wirkung zeigen. Die Polizei wird ihre gezielten Kontrollen, insbesondere zu Beginn des neuen Schuljahres, auf dem Schulweg aber auch im Freizeitbereich der Kinder fortführen.

Junge Erwachsene
Erfreulicherweise wurde kein "Junger Fahrer" tödlich verletzt. Jedoch stieg die Anzahl der verunglückten 18 bis 24-Jährigen von 125 auf 148 (+ 23 = + 18,4 %). Nach wie vor ist diese Altersgruppe gemessen am Bevölkerungsanteil überdurchschnittlich stark betroffen.

Die Kreispolizeibehörde Düren begrüßt in diesem Zusammenhang die Absicht des Landes NRW, Jugendlichen ab 17 Jahren noch in diesem Jahr die Möglichkeit zu eröffnen, frühzeitiger den Führerschein zu machen und in Begleitung eines erfahrenen Autofahrers sich ans Steuer zu
setzen.

Ziel ist es, durch sehr frühe Fahrpraxis das Unfallrisiko bei jungen Leuten zu senken. Untersuchungen haben ergeben, dass das "Begleitete Fahren" auf Grund des mäßigenden Einflusses der Begleitperson zur Senkung des Unfallrisikos beitragen kann. Gleichwohl wird die Polizei bezüglich dieser Zielgruppe im Rahmen der Verkehrsaufklärung und -überwachung gezielt tätig werden.

Senioren
Die Anzahl der verunglückten Senioren stieg von 54 auf 89 (+ 35 = + 64,8 %). Bei differenzierter Betrachtung ist bei den aktiv verunglückten Senioren ein Anstieg von 46 auf 64 (+ 39,1 %), im
passiven Bereich (Senioren als Mitfahrer) ein Anstieg von 8 auf 25 (+ 212,5 %) festzustellen. Der Anteil der verunglückten Senioren an der Zahl der Gesamtverunglückten stieg von 8,4 auf 12,3 %.

Dies ist ein erschreckendes Ergebnis, welches differenziert betrachtet werden muss. Einerseits ist zu vermuten, dass ältere Menschen bei Verkehrsunfällen aufgrund der altersbedingt vorhandenen körperlichen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen ein höheres Verletzungsrisiko haben als jüngere Menschen. Andererseits können im Seniorenalter, insbesondere bei Menschen ab 70 Jahren, eine Reihe körperlicher und geistiger Beeinträchtigungen auftreten, die sich ungünstig auf die Fahrtüchtigkeit oder auch Fahreignung auswirken können. Unter diesem Gesichtspunkt muss auch die demografische Entwicklung der über 75-Jährigen im Kreis Düren gesehen werden: Anstieg von 19.063 (2005) auf 22.974 (2015):
Zuwachs von 3.911 Seniorinnen und Senioren = 20,5 %.

Ältere Menschen verunglücken oftmals beim Spurwechsel und in Kreuzungssituationen, bei Wende- und Abbiegemanövern sowie bei der Bewältigung besonderer Konfliktsituationen. Es sollten Strategien der Selektion der Senioren in den Verkehr gegenüber Strategien der Selektion der Senioren aus dem Verkehr vorgezogen werden.

Dazu ist es erforderlich, dass Seniorinnen und Senioren lernen, ihre generelle Fahreignung und ihre jeweilige Fahrtüchtigkeit selbstkritisch einzuschätzen. In diesem Bereich wird das Kommissariat Vorbeugung der Kreispolizeibehörde Düren im Rahmen der Verkehrsaufklärung zielorientiert weiter tätig sein. Es geht im wesentlichen darum "Alte Hasen" auf den neuesten Stand zu bringen. Dies geschieht bereits erfolgreich durch Aufklärungs- und Sicherheitstrainings und eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit.

Kradfahrer
Die Zahl der verunglückten Kradfahrer im Kreisgebiet ging um 8,5 % auf 54 zurück. In diesem Zusammenhang weist die Polizei darauf hin, dass weiterhin die gemeinsamen Einsätze mit den Nachbarbehörden Aachen und Euskirchen sowie mit der Bereitschaftspolizei des Polizeipräsidiums Köln zur Bekämpfung der Kradunfälle durchgeführt werden. Um den Überwachungsdruck gegenüber den uneinsichtigen Kradfahrern zu erhöhen, setzt die Kreispolizeibehörde Düren das zivile Video-Krad des Polizeipräsidiums Aachen zur Überraschung
vieler Kradfahrer auch im Kreisgebiet Düren ein. Die Anzahl der verunglückten Kradfahrer in den Eifelkommunen Heimbach, Hürtgenwald und Nideggen waren mit einem Rückgang von 25 auf 18 (- 7 = - 28,0 %) positiv zu registrieren.


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