Neupräsentation der Kunstsammlung

Neue "Erlebniswelten" in Neuss
Von Redaktion [08.03.2010, 07.41 Uhr]

"Dieses Museum hat ein Gesicht, ist ein besonderer Ort" begeisterte sich der Klever Maler Jürgen Paatz, dessen Werke im Gartensaal des Clemens Sels Museums in Neuss zu besichtigen sind. Zur Neupräsentation der Kunstsammlung wurde der konzeptuellen Farbmalerei erstmals ein eigenes Ausstellungsgeschoß zur Verfügung gestellt. Die suggestive Wirkung der Farben und einfachen Flächen, der Bilder ohne Ab-Bilder, schon dies ist eine Erlebniswelt.

Das neue Ausstellungskonzept hat noch mehr zu bieten: Ein Wiedersehen mit vielen hochkarätigen Stücken und die Öffnung der umfangreichen graphischen Sammlung, aber auch ein Blick hinüber zur Literatur und Musik wird gewagt.

Max Ernst, der sich aus dem Umfeld des rheinischen Expressionismus zu einem der berühmtesten Surrealisten entwickelte, wird in der Neupräsentation mit einem eigenen Kabinett vertreten sein, welches seine bislang nicht ausgestellten graphischen Arbeiten aufnehmen sowie seine eigenen poetischen Experimente aufgreifen wird, wie den legendären Collageromane von 1929 "La Femme 100 Têtes". Diesen schuf Max Ernst aus 146 Collagen und Texten ein "visuelles Manifest des Surrealismus".

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Dass Ernst neben seinem bildnerischen Œuvre auch ein schriftstellerisches Werk von verstörender Intensität schuf, ist bislang nur wenigen bekannt. Der "Bad Boy of Music" George Antheil ließ sich hiervon zu einer Vielzahl von Klavierstücken inspirieren, von denen der Besucher an der Hörstation einen Eindruck bekommt. An dem bis Mitte Juli eingerichteten Max Ernst Raum wird das gattungsübergreifende Konzept des Neusser Museums beispielhaft vorgestellt.

So wie der gewählte Titel des Collageromans als geniales Wortspiel schillernde Bilder und rätselhafte Botschaften entstehen lässt, so waren bereits die Präraffaeliten und Symbolisten, zwei weitere große Sammlungsbereiche des Museums, bekannt für ihre verschlüsselten Botschaften im Bild. Erst durch die Kombination und das vergleichende Nebeneinander berühmter Exponate mit spätgotischen Bildwerken wird die lange Tradition und große Bedeutung offenbar, die Symbolen als Mittler und Überbringer über Jahrhunderte hinweg zukam.


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