Projektbericht vorgelegt

Düren: Bausteine für selbständiges Leben im Alter
Von Redaktion [15.07.2009, 08.46 Uhr]

Die Pflegefachkräfte Cordula Lober (2.v.r) und Beate Schuster überreichten Landrat Wolfgang Spelthahn (r.) und Kreisdirektor Georg Beyß ihren überaus positiven ersten Erfahrungsbericht des Projektes „Ambulant vor stationär“.

Die Pflegefachkräfte Cordula Lober (2.v.r) und Beate Schuster überreichten Landrat Wolfgang Spelthahn (r.) und Kreisdirektor Georg Beyß ihren überaus positiven ersten Erfahrungsbericht des Projektes „Ambulant vor stationär“.

Kann man Senioren den Umzug ins Altenheim ersparen oder diesen einschneidenden Schritt zumindest hinauszögern? Mit dieser Fragestellung setzte sich Monika Karnott von der Betreuungs- und Pflegeberatungsstelle des Kreises Düren auseinander. Im Rahmen der Nachwuchskräfteförderung entwickelte sie das Konzept „Ambulant vor stationär“. Ihr Ergebnis: Viele Umzüge in ein Pflegeheim lassen sich vermeiden, wenn man die verschiedensten Hilfsangebote aufeinander abstimmt.

Bausteine wie ambulante Pflegedienste, Hausnotruf, Essen auf Rädern und hauswirtschaftliche Hilfen lassen sich in einem individuellen Plan so kombinieren, dass Senioren in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können, ohne die pflegenden Angehörigen zu überfordern. Wenn das Pflegemanagement konsequent betrieben wird, dann nützt das nicht nur den Betroffenen, sondern entlastet auch die öffentlichen Kassen. Nach einem halben Jahr Praxiserprobung steht fest, dass sich die konsequente Umsetzung des Grundsatzes „Ambulant vor stationär“ bezahlt macht. Cordula Lober und Beate Schuster, die beiden Pflegefachkräfte des Kreises Düren, die das Projekt seit November 2008 umsetzen, berichteten jetzt der Pflegekonferenz von ihren Erfahrungen und nannten Zahlen.

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228 Anfragen bearbeiteten die beiden Frauen, die sich eine Vollzeitstelle teilen, im Berichtszeitraum. Unter den Hilfebedürftigen waren Männer mit 73 Fällen deutlich in der Unterzahl. Bei einem Viertel aller Anfragen ging es um demenziell oder psychisch Erkrankte. Insgesamt wurden in dem halben Jahr 140 Anträge auf die Übernahme ungedeckter Heimkosten gestellt. Durch ihre Beratung und Koordinationsarbeit ermöglichten Cordula Lober und Beate Schuster in 38 Fällen eine Lösung ohne Umzug. Damit wendeten sie mehr als jede vierte beabsichtigte Heimunterbringung ab.

Das ist gut für die Betroffenen und gut für die Steuerzahler angesichts der durchschnittlichen monatlichen Heimplatzkosten von über 2500 Euro in der Pflegestufe I. Wegen der jeweils individuellen Vermögensverhältnisse der Betroffenen variieren die ungedeckten Kosten, die zu Lasten der Kreiskasse gehen, stark, so dass sich die erzielte Ersparnis nicht exakt beziffern lässt. Im Extremfall muss der Kreis aber über 1500 Euro monatlich zahlen. So steht für Landrat Wolfgang Spelthahn und Kreisdirektor Georg Beyß fest, dass das „Ambulant vor stationär“-Projekt ein Gewinnermodell ist: „Die Betroffenen bleiben in ihrer vertrauten Umgebung, die öffentliche Hand wird deutlich entlastet – besser geht es nicht.“


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