Lehrreich und lecker

Besuch des Nationalparktors Nideggen lohnt doppelt
Von Redaktion [13.07.2009, 08.05 Uhr]

DGA-Ausbilder Walter Schütz (r.) erläuterte (v.l.) Henning Walter, Leiter des Nationalparkforstamtes, NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben und Landrat Wolfgang Spelthahn, wie in der Lehrküche im Dienstleistungszentrum Nideggen ausgebildet wird.

DGA-Ausbilder Walter Schütz (r.) erläuterte (v.l.) Henning Walter, Leiter des Nationalparkforstamtes, NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben und Landrat Wolfgang Spelthahn, wie in der Lehrküche im Dienstleistungszentrum Nideggen ausgebildet wird.

Nachdem sich die Besucher des Nationalparks Eifel bereits seit einiger Zeit in Gemünd, Heimbach, Höfen und Rurberg in Nationalparktoren über das landesweit einzigartige Schutzgebiet informieren können, zog Nideggen jetzt mit dem fünften und letzten Tor nach. Das Warten hat sich gelohnt: Das Infozentrum ist in einer wiedererstrahlten Jugendstilvilla am Rande Nideggens untergebracht, die dem Bistum Aachen einst als „Haus der Familie“ gedient hat. Damit nicht genug: Unter dem gleichen Dach bildet die Dürener Gesellschaft für Arbeitsförderung (DGA) junge Leute mit mehreren Vermittlungshemmnissen zu Köchen und Restaurantfachleuten aus. Von der Leistungsfähigkeit der Lehrküche konnten sich die zahlreichen Gäste der Einweihungsfeier selbst überzeugen. Sie servierten Appetithäppchen und empfahlen damit den Besuch des hauseigenen Bistros sowie des Restaurants mit seinen 70 Plätzen.

Zur Feier des Tages war NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben in die Eifel gekommen. Ihr Haus hatte das von Landrat Wolfgang Spelthahn initiierte und beharrlich vorangetriebene 2,3-Millionen-Euro-Projekt mit rund 1,6 Millionen Euro gefördert. „Ich bin heute aber nicht wegen der hohen Fördersumme gekommen, sondern weil Sie sich alle gemeinsam anstrengen, um in schwierigen Zeiten Chancen zu nutzen. Die Region lebt das Miteinander vorbildlich“, würdigte Ministerin Thoben den Einsatz aller Beteiligten. Zu Recht: „Es war ein dornenreicher Weg“, ließ Nideggens Bürgermeister Willi Hönscheid die Gäste wissen.

Landrat Wolfgang Spelthahn nutzte seine Ansprache, um mit Stefan Delver, Nico Peine, Swen Hannes und Roman Lewakow vier DGA-Jungköche unter Applaus zu sich zu bitten, die tags zuvor ihren Prüfungserfolg gefeiert hatten. „Trotz schwieriger Startvoraussetzungen haben Sie Ihr Ziel erreicht“, beglückwünschte er die jungen Männer. Einer dient nun dem Bund, die anderen haben bereits neue Arbeitgeber gefunden, was für das Konzept der DGA spricht. Dass im Gastgewerbe frische Kräfte benötigt werden, unterstrich die Ministerin. Die Eifel sei eine Schatzkammer für das Land NRW und ziehe bereits jetzt jedes Jahr mehr Besucher an. „Dies sehe ich auch als Erfolg unserer gemeinsamen Projekte in der Erlebnisregion Eifel“, sagte die Ministerin und kündigte einen kundenorientierten Masterplan „Tourismus“ für das gesamte Land an.

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In Nideggen informiert das neue Nationalparktor täglich von 10 bis 17 Uhr über den Erfindungsreichtum der Natur. Die Ausstellung „Schatzkammer Natur“ besteht aus zehn interaktiven Stationen zu unterschiedlichsten Vorbildern aus der Natur, denen der Mensch häufig auch unbewusst begegnet: Insektenbeine dienen als Vorbild für die Entwicklung von Fahrzeugen, Fischschwärme zeigen Lösungswege für reibungslose Logistik. Ein „Naturraum“ gibt Einblicke in die Wildnis. Hier lassen Sensoren im Boden beim Betreten Hirsche rufen, Biber abtauchen, Wölfe heulen oder Bären brüllen. „In Nideggen steht kein Tier, sondern der Mensch im Mittelpunkt. Wir laden ein, sich Gedanken über das Verhältnis von Mensch und Natur machen“, erläuterte Henning Walter, Leiter des Nationalparkforstamtes. Ein Bodenleitsystem, barrierefreie Sanitäranlagen, ertastbare und akustische Exponate sowie Informationen in Punktschrift machen die Ausstellung zu einem attraktiven Angebot für Menschen mit und ohne Behinderungen. Sämtliche Texte werden über ausleihbare Audiogeräte in den Sprachen Deutsch, Englisch, Niederländisch und Französisch angeboten. Der Eintritt ist kostenfrei.

Die DGA bildet Jugendliche mit diversen Vermittlungshemmnissen im Realbetrieb aus. Dabei ist die Kooperation mit Betrieben in der Region wichtig, da die Ausbildung einen Praktikumsanteil von 50 Prozent enthält. Die DGA-Speisekarten richten sich nach den Ausbildungserfordernissen und der Saison. Ein Tipp: Sonntags wird im Lehrrestaurant von 10 bis 17 Uhr Brunch angeboten. Die Seminarräume können mit und ohne Arrangements gemietet werden. Ansprechpartner ist Projektleiter Sven Harms (Telefon 02427/3301-220).

Der Umbau der leerstehenden Villa zum Dienstleistungszentrum Nideggen wurde von der Gesellschaft für Infrastrukturvermögen des Kreises Düren (GIS) gemanagt. Die DGA nutzte diese Arbeiten, um junge Menschen in Bauhandwerken zu schulen. Gefördert wurde der Umbau mit Mitteln des Landes NRW und der EU. Den verbleibenden Eigenanteil von 20 Prozent trug der Kreis Düren. Betreiber des Nationalparktores mit angeschlossener touristischer Servicestelle ist der Rureifel-Tourismus e.V. im Auftrag der Stadt Nideggen. Mit dem Bau der neuen Nideggener Jugendherberge auf dem gleichen Gelände wird das touristische Ensemble in Kürze abgerundet.

Weitere Infos: www.nationalpark-eifel.de und www.dga-dueren.de


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