Nach modifiziertem Qualitätskatalog zertifizieren

Bestnoten für stationäres Hospiz in Lendersdorf
Von Redaktion [09.06.2009, 14.20 Uhr]

Das stationäre Hospiz am St. Augustinus Krankenhaus in Düren hat jüngst die QKA-Zertifizierung (Qualitätskatalog für katholische Einrichtungen der stationären Altenhilfe) mit der Bewertung „sehr gut“ abgeschlossen. Das spezielle Verfahren für katholische Einrichtungen der Altenpflege wurde erstmalig für den Hospizbereich modifiziert und auf die besonderen Gegebenheiten des stationären Hospizes übertragen. Somit ist das stationäre Hospiz am St. Augustinus Krankenhaus Düren das erste QKA-zertifizierte stationäre Hospiz in Deutschland.

Vor der feierlichen Zertifikatsübergabe durch Anika Schilder von der proCum Cert Gesellschaft begrüßte Dipl.-Kfm. Bernd Koch, Geschäftsführer der Caritas Trägergesellschaft West in Düren, die zahlreichen Gäste des Festaktes. Weitere Redner waren Rainer Guthausen (stellv. Bürgermeister von Düren), Ralf Busse (Pflegedirektor St. Augustinus Krankenhaus), Lothar Franck (Geschäftsführer Caritasverband Düren-Jülich) und Dr. med. Matthias Imdahl (Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Anästhesie St. Augustinus Krankenhaus). Besondere Würdigung erhielt das stationäre Hospiz durch das verlesene Grußwort von Thomas Rachel (MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung).

Die Überprüfung zur Zertifizierung bezog sich auf die Qualitätsmerkmale Gästeorientierung, Mitarbeiterorientierung, Sicherheit, Informationswesen, Führung und Leitung, Qualitätsmanagement, Seelsorge, Gesellschaft und Trägerverantwortung. Während der 2-tägigen Fremdbewertung wurde das Hospiz auf „Herz und Nieren“ sowohl in Dialogen als auch in Begehungen geprüft. Das Visitationsteam traf ein hoch motiviertes und engagiertes Team an, dass es geschafft hat, neben der anspruchsvollen Tätigkeit in der Betreuung der Gäste ein Qualitätsmanagement-System zu etablieren und dies mit Leben zu füllen. Die Vorbereitungszeit für das Zertifizierungsvorhaben betrug insgesamt fünf Monate. In dieser Zeit wurde deutlich, dass auch eine Einrichtung, in der die individuelle Betreuung der Gäste oberste Priorität hat, durchaus in der Lage ist, Strukturen und Prozesse zu definieren und festzulegen.

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Der Zertifizierungsprozess hat innerhalb des gesamten Mitarbeiterteams eine äußerst positive Wirkung erzielt. Diese zeigte sich in erster Linie in einer deutlich gesteigerten Motivation des gesamten Hospizteams. Es entstand eine große Bereitschaft, sich mit der Systematik eines QM-Systems auseinanderzusetzen, das heißt Prozesse zu beschreiben, zu optimieren und transparent zu machen. Vor allem die Ausführungen der Mitarbeiter, wie sehr sie die Arbeit mit dem Anforderungskatalog in ihrer Arbeit noch einmal gefördert hat, konnte von dem Visitorenteam sehr gut nachvollzogen werden. Neben dem überdurchschnittlichen Ergebnis der Zertifizierung wurde eines im gesamten Verlauf deutlich; der Geist des stationären Hospizes am St. Augustinus Krankenhaus ist geprägt durch die Menschen, die in ihm leben und arbeiten.

Mit dem Ziel, das stationäre Hospiz als katholische Einrichtung weiterzuentwickeln, erteilte die Geschäftsführung der Caritas Trägergesellschaft West im Mai 2008 den Auftrag zur Zertifizierung nach QKA. Dies sollte nicht nur im Sinne einer zielgerichteten, kontinuierlichen und nachweisbaren Analyse, Reflexion und Weiterentwicklung der Einrichtungsprozesse sein, vielmehr war es ein besonderes Anliegen, dieses Instrument zur Sicherung und Stärkung des christlichen Profils zu nutzen. Diese Entscheidung ging zunächst mit der Überlegung einher, ob eine Einrichtung wie ein stationäres Hospiz sich überhaupt zertifizieren lassen soll. Dabei standen ethische Bedenken sowie die Suche nach einem geeigneten Verfahren im Vordergrund. Es musste mit allen Verantwortlichen zunächst geklärt werden, ob es ethisch vertretbar ist, den Umgang mit Menschen in ihrer letzten Lebensphase einem Qualitätsmanagementsystem zu unterwerfen. Da es bei dem Qualitätskatalog für katholische Einrichtungen der stationären Altenpflege (QKA) darum geht, Prozesse zu optimieren und nicht den Menschen, wurde die Entscheidung zur Zertifizierung von allen Beteiligten als sehr positiv gesehen.

Der Qualitätskatalog für katholische Einrichtungen der stationären Altenhilfe (QKA) wurde mit dem Ziel entwickelt, einen wertebezogenen Ansatz zur Zertifizierung von Qualitätsmanagementsystemen in Altenhilfeeinrichtungen anzubieten, der gleichzeitig die Einrichtung darin unterstützt, die gesetzlichen Anforderungen zur Einführung und Weiterentwicklung eines internen Qualitätsmanagementsystems umzusetzen. Die Arbeit mit dem QKA bringt darüber hinaus jenen Trägern einen besonderen Vorteil, die neben Einrichtungen der stationären Altenpflege auch Träger weiterer Einrichtungsarten (Krankenhäuser) sind, die ebenfalls mit proCum Cert arbeiten und für die durch die Verwendung gleichartiger Qualitätsmanagementstrukturen Vernetzung gefördert und Synergien nutzbar werden. Der QKA ist so angelegt, dass er die besonderen Anforderungen an die zukünftig noch stärker zu pflegenden Kooperationen im Gesundheitswesen berücksichtigt.


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