StädteRegion bietet Kreis Düren stärkere Zusammenarbeit an
Von Redaktion [28.05.2009, 08.25 Uhr]

Auf Einladung von Landrat Wolfgang Spelthahn (l.) stellten Aachens Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden (Mitte) und Carl Meulenbergh, Landrat des Kreises Aachen, die StädteRegion vor und lieferten damit manchen Denkanstoß.

Auf Einladung von Landrat Wolfgang Spelthahn (l.) stellten Aachens Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden (Mitte) und Carl Meulenbergh, Landrat des Kreises Aachen, die StädteRegion vor und lieferten damit manchen Denkanstoß.

In der globalisierten Welt ist Kleinstaaterei fehl am Platze. Deshalb schließen sich Kreis und Stadt Aachen am 21. Oktober zur StädteRegion zusammen. Die zehn Kommunen im Dreiländereck hoffen, auf diese Weise im weltweiten Wettbewerb besser wahrgenommen zu werden. Mit 570.000 Einwohnern liegt die StädteRegion mit Düsseldorf gleichauf, ihre Fläche kommt der Hamburgs nahe. „Wir schließen uns zusammen, um nicht im zentralen Abseits zu landen. Wir wollen auf lange Sicht nicht zu einem Vorort werden“, erläuterte Aachens Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden jetzt im Kreishaus Düren.

Landrat Wolfgang Spelthahn hatte mit Linden und Carl Meulenbergh, Landrat des Kreises Aachen, die beiden Väter der StädteRegion zu ei-nem Symposium eingeladen, damit sich die Öffentlichkeit aus erster Hand über die Zukunft des Nachbarn informieren konnte. „Schließlich“, so Landrat Spelthahn, „ist der Kreis Düren assoziiertes Mit-glied der StädteRegion.“

520 der 527 Abgeordneten in den kommunalen Parlamenten hatten für die Reform gestimmt, durch die der Kreis Aachen aufgelöst wird, Landrat und Kreistag durch StädteRegio-Rat und –Tag ersetzt werden. 1100 Stellen wird die Verwaltung der StädteRegion haben. Viele Auf-gaben, die derzeit noch getrennt erledigt werden, liegen künftig in einer Hand. „Wir erwarten 2009 drei Prozent Einsparung, bis 2014 sollen es zehn Prozent sein“, bezifferte Linden die Synergieeffekte.
Doch nicht nur Einsparungen sollen auf der Habenseite auftauchen, sondern auch zusätzliche Fördermittel.

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„Als StädteRegion stärken wir unsere Lobby in Düsseldorf, Berlin und Brüssel.“ Das sei zwingend nötig, um den Strukturwandel in der Region voranzutreiben. „Wir werden unser Profil als Bildungs- und Wis-sensregion schärfen“, sagte Linden mit Blick auf die Forschungsein-richtungen in der Region. So wolle die StädteRegion den Nachwuchs gezielt für naturwissenschaftlich-technische Fächer begeistern und Fremdsprachen fördern. Denn man streckt die Fühler auch verstärkt über die Grenze aus. „Eine neue EU-Richtlinie ermöglicht künftig grenzüberschreitende Korporationen wie etwa GmbHs“, so Linden. Mit den Niederländern und Belgiern sei man in guten Gesprächen, künftig noch stärker zusammenzuarbeiten.

Die Bürger müssten diese Entwicklung aber nicht fürchten, denn der Roetgener bleibe Roetgener, der Öcher immer Öcher. „Wir müssen uns selbst um unsere Zukunft kümmern“, lautete das Credo des Aachener OB. Landrat Meulenberg berich-tete den Zuhörern von Verhandlungen auf gleicher Augenhöhe. „Wir haben die Städteregion als Plattform für unsere Zusammenarbeit geschaffen. Jetzt müssen wir ihr Leben einhauchen.“

In der Abfallwirtschaft (ZEW, AWA), beim Verkehr (AVV), in der Wirt-schaftsförderung (Agit), beim Tourismus – der Kreis Düren arbeitet seit geraumer Zeit eng mit seinen Nachbarn im Westen zusammen. „Wir könnten aber sicher noch mehr und noch enger kooperieren“, bot Meulenbergh gleich zwei Hände an. An einer weiteren Bündelung der Kräf-te führe ohnehin kein Weg vorbei, „denn wir werden die Folgen der Globalisierung noch viel heftiger zu spüren bekommen“. Linden: „Wenn es um das Tilgen der neuen Milliarden-Schulden geht, werden die Kommunen die Last mittragen müssen. Doch woher soll dieses Geld dann kommen?“

Öcher Prente oder Halve Hahn, Aachen oder Köln – wo soll der Kreis Düren anbeißen? „Wir werden intensiv darüber diskutieren müssen, wie wir uns intern aufstellen und strategisch ausrichten“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn nach den aufschlussreichen Vorträgen. „Denn es ist besser, unsere Zukunft selbst zu gestalten als geschoben zu wer-den.“ Einen Fingerzeig hatte Aachens OB dem Publikum gegeben: „Sie müssen nüchtern überlegen, wo Sie am meisten profitieren und mitentscheiden können.“


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