Absolventen besuchen die FH Aachen, ihre ehemalige Ingenieurschule

Nach 60 Jahren wieder auf die Schulbank an der FH Aachen
Von Redaktion [20.05.2009, 08.28 Uhr]

Nach 60 Jahren zurück an der Wirkungsstätte: Ingenieur-Studenten der ersten Stunde.

Nach 60 Jahren zurück an der Wirkungsstätte: Ingenieur-Studenten der ersten Stunde.

Als die Bundesrepublik Deutschland gegründet wurde, machten sie gerade ihren Hochschulabschluss. Inzwischen sind 60 Jahre vergangen, die Republik feiert Jubiläum – und die erste Ingenieurgeneration ist längst im Ruhestand.

Grund genug für die vier 80-jährigen Herren, sich an alter Wirkungsstätte wieder zu treffen: dem Fachbereich Maschinenbau und Mechatronik der FH Aachen, der damals noch Ingenieurschule hieß. Anton Braun, Günter Oehler, Ernst Schönfeld und Josef Spürk gehörten zu der zweiten Gruppen von Studenten, die nach dem Krieg hier ihr Ingenieurstudium aufnahmen. Das Gebäude in der Goethestraße lag, genau wie Aachen und weite Teile Deutschlands, größtenteils in Schutt und Asche. Wer hier ausgebildet werden wollte, musste mit anpacken: Schutt wegräumen, Geräte reparieren oder Holz und Kohlen zum Heizen sammeln.

Ums Heizen müssen sich die Studierenden längst nicht mehr kümmern, und die Ingenieurschule hat sich nach dem Krieg – dank der Pionierarbeit der ersten Stunden – zu einer modernen Lehr- und Forschungseinrichtung entwickelt. Davon konnten sich die Besucher selbst ein Bild machen, als Dipl.-Ing. Ralf Sander und Prof. Dr. Hans-Jürgen Raatschen sie durch die Labore und Werkstätten führten. Neben Assoziierungsversuchen, was sich früher in welchem Raum befand, interessierten sich die Alt-Ingenieure vor allen Dingen für die Maschinen und ihre Funktionsweise. Denn zu ihrer Zeit hielt man sich zum anwendungsbezogenen Studium der ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen noch an der Dampfmaschine auf.

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Heute sieht der Lehrstoff ganz anders aus, das Zusammenspiel von Sensorik, Elektronik und Mechanik ist viel komplexer. Maschinen wie die Automatisierungsanlage, von Herrn Kleyer präsentiert, sind auf dem aktuellen Stand der Technik. Die Ingenieurausbildung ist heute wie damals am Puls der Zeit, davon überzeugten sich die Jubilare. In ihrem ehemaligen Hörsaal referierte Prof. Raatschen über die Entwicklung von der Ingenieur- zur Fachhochschule und weckte Erinnerungen an die alten Zeiten. „Damals herrschten Zucht und Ordnung“, schmunzelten die Gäste, die gemäß Kleiderordnung höherer Lehranstalten noch in Hemd und Anzug zum Unterricht kommen mussten.

Ihr fünfsemestriges Studium war der Grundstein für erfolgreiche Industriekarrieren, in denen sie viele Jahre lang ihr Wissen an Jüngere und Kollegen weitergaben. Der Besuch der Herren Braun, Oehler, Schönfeld und Spürk zeigt, wie verbunden sie sich ihrer alten Ausbildungsstätte immer noch fühlen. Dort, wo heute auf das Wissen von damals gebaut wird, wo sich der Maschinenbau stetig weiterentwickelt. In diesem Sinne bedankte sich die FH sich bei ihren Ehemaligen mit einem Laser geschnittenen Staffelläufer. Er legt das Staffelholz in andere Hände, wie auch die Absolventen der ersten Stunde ihr Wissen und ihre Verantwortung an die Jüngeren übergeben haben.


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