Sünder werden nicht mehr geduldet

Düren: Parkkompromiss an St. Anna
Von far [11.05.2009, 14.43 Uhr]

Jahrzehntelang konnten die Kirchgänger von St. Anna in Düren zu den Gottesdienste direkt auf dem Ahrweilerplatz, vor dem Gotteshaus parken – trotz des bestehenden Verbots. Damit ist seit Anfang Februar Schluss. Jetzt haben Stadt und Gemeinde einen Kompromiss gefunden.

Nachdem erste Gespräche zwischen Stadt, Polizei und Gemeindevertretern ergebnislos geblieben waren, startete der Initiativkreis der Pfarre St. Anna Mitte Februar eine Unterschriftenaktion für die Beibehaltung des „freien Parkens“. Ende April wurden die 1398 gesammelten Unterschriften Bürgermeister Paul Larue überreicht und damit der Startschuss für die Einigung gegeben.

Beim jüngsten Treffen wurden zwar die kontroversen Positionen deutlich ausgesprochen, aber am Ende konnte eine Regelung gefunden werden, die für beide Seiten akzeptabel ist: Gehbehinderte mit einer entsprechenden Ausnahmegenehmigung (Merkzeichen „aG“ und „G“) dürfen weiterhin während der Ladezeiten in der Fußgängerzone an der Annakirche parken. Die Gottesdienste finden in der Regel während dieser Zeiten statt.

Außerdem soll das Parken während Hochzeiten, Beerdigungsgottesdiensten und Taufen durch Ausnahmegenehmigungen erlaubt werden. Anträge hierfür können über das Pfarrbüro an das Ordnungsamt gestellt werden.

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Auch zu besonderen Terminen im Kirchenkalender (beispielsweise Anna-Oktav, Ostern, Weihnachten und Erstkommunion) sollen Sonderregelungen mit der Stadt getroffen werden. Die Einzelheiten werden ab Mitte Mai gemeinsam ausgearbeitet. Damit ist die seit Monaten schwelende Auseinandersetzung beigelegt.

Zum Hintergrund: Großen Unmut hatte bei vielen Gemeindemitgliedern der Entschluss der Stadt Düren hervorgerufen, Parksünder an St. Anna mit einer Ordnungsstrafe zu belegen. Inge Rastetter, stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates und Mitinitiatorin des Initiativkreises „Parken an St. Anna“, sprach sogar von Willkür. Schließlich habe sich an der grundsätzlichen, rechtlichen Situation nichts geändert. Dennoch gab es von Seiten der Stadt gute Gründe für die Durchsetzung des Parkverbots, wie Leiter des Dürener Ordnungsamtes, Karl-Heinz Adels, erklärt. „Es kamen Beschwerden von Anwohnern und Gewerbetreibenden im Bereich des Ahrweilerplatzes“, so Adels. Das Parken in der ausgewiesenen Fußgängerzone habe in den letzten Jahren immer mehr zugenommen und damit war die Ausnahme zur Regel geworden.

Obwohl man sich mit der Forderung, die alte Parkregelung beizubehalten, nicht durchsetzen konnte, ist man beim Initiativkreis nicht enttäuscht. „Wir sind froh, dass wir unter den gegebenen Möglichkeiten, nach hartem Ringen zu diesem Ergebnis gekommen sind“, sagt Inge Rastetter. Man habe einen Kompromiss gefunden, mit dem alle leben können, sagt auch Ordnungsamtsleiter Adels.

Ein besonders positives Erlebnis während der letzten Monate sei die Solidarität innerhalb der Pfarrgemeinde gewesen, sagt Inge Rastetter. „Es war schön, zu erfahren, dass sich die Gemeinde engagiert und stark macht für ein pastorales Anliegen. Möge sich dieses Engagement auch weiter zeigen, wenn es darum geht, Kirche in unserer Zeit und in unseren Gemeinden lebendig und sichtbar werden zu lassen.“


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