Bauarbeiten für Aldenhovener Mahnmal beginnen
Von Redaktion [27.04.2009, 08.00 Uhr]

Im Römerpark wird eine Stele als Mahnmal zur Erinnerung an jüdische Mitbürger installiert. Die Gedenkstätte, die die Schicksale von über 40 Aldenhovener jüdischen Mordopfern in der Nazizeit dokumentiert, findet eine breite Unterstützung in der Bevölkerung. Aber nicht nur die lange Spenderliste für das Monument bezeugt die Bereitschaft zur Förderung, sondern auch die ehrenamtlichen Tätigkeiten sowie die Aufwendungen der Organisatoren, Künstler und Handwerker belegen dies nachhaltig.

Während die „Spurensucher" der Geschichtswerkstatt das Projekt auf die Beine stellten und letztlich mit Bürgermeister Lothar Tertel Schritt für Schritt vorantreiben, erarbeiten der Aldenhovener Steinmetz Stephan Prell mit dem Naturstein-Verleger und -Gestalter José Suárez die Gedenkstätte zum Selbstkostenpreis. Die beiden Handwerksmeister bringen ihr Geschick, Können und ihre Erfahrung ohne jegliches Gewinnstreben für die gute Sache ein. Nach den Entwürfen des Künstlers Karl Heinz Schumacher entsteht eine bewusst schlichte, dennoch erhabene, augenfällige Stele, die aus einem Davidsstern in einem Bruchstein-Rund 2,10 Meter hoch empor wächst.

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„Es ist nicht nur eine künstlerische Herausforderung, sondern es ist mir ein persönliches Anliegen, dieses Mahnmal zu schaffen", versichert KHS, der das komplexe Kunstkonzept honorarfrei kreierte. Die Meister ihres Fachs, José Suárez auf seinem Firmengelände in Niedermerz und Stephan Prell in seinem Betrieb im Gewerbegebiet Ost, legen nun Hand an, um die Vorgaben akkurat detailgenau zu erfüllen. Die Denksäule mit der Bodenplatte nimmt Gestalt an. Dabei bleibt als bemerkenswert zu erwähnen, dass es von der Organisation über die Planung bis zur Bewerkstelligung ein ausschließlich Aldenhovener Schöpfungswerk ist.

Mitte April beginnen die Bauarbeiten mit dem Aushub, dem Betonieren, Pflastern sowie der Installation der 650 Kilogramm schweren Stele. Bis zur Fertigstellung werden die beiden engagierten Unternehmer S. Prell und J. Suárez jeweils nahezu 70 Arbeitsstunden ohne Verdienst in die Gedenkstätte investiert haben. „Lo Tischkach", was „Vergiss es nicht" bedeutet, steht dann auf dem Mahnmal zu lesen. Schwarze „Opfersteine" mit den Namen der ermordeten Aldenhovener Bürger jüdischen Glaubens durchziehen die polygonale Bodenplatte und formieren sich zu einem Davidstern.


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