Auf eigenen Wegen

„Henri Rousseau und sein Umkreis“ in Neuss
Von Redaktion [07.03.2009, 08.28 Uhr]

»Wir sind die zwei grössten Maler dieser Epoche. Du im ägyptischen Stil und ich im modernen Stil!« Mit dieser eher humorigen als sachkundigen Bemerkung fasste Henri Rousseau zusammen, was ihn nach seiner bescheidenen Auffassung mit Pablo Picasso über die persönliche Wertschätzung hinaus verband. Immerhin hatte der 37 Jahre jüngere Kollege gerade für ganze fünf Franc das Portrait de femme erstanden und diesen ersten (!) Verkauf eines Rousseau’schen Gemäldes zum Anlass genommen, das legendäre Bankett für den ehemaligen Zollbeamten und Vater der »Modernen Primitiven« zu veranstalten.

Nun ist soeben im Neusser Clemens-Sels-Museum die große Graphik-Ausstellung »Pablo Picasso – Kreativität und Schaffensdrang« zu Ende gegangen, und was hätte nähergelegen als den von Rousseau reklamierten Schulterschluss zwischen dem »ägyptischen« und »modernen« Stil aus sichtbar nachzuvollziehen?

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Deshalb beginnt am Sonntag, 8. März, in denselben Räumlichkeiten, die eben noch die Suite Vollard und das Unbekannte Meisterwerk zu Gast hatten, eine neue, nicht minder inspirierende Präsentation von Werken: „Auf eigenen Wegen - Henri Rousseau und sein Umkreis“ ist das Motto dieser Ausstellung, in der neben einigen Gemälden des „Vaters“ vor allem auch solche Kreationen zu sehen sind, die in Eigenständigkeit und Ausdruck dem „Zöllner Rousseau“ in nichts nachstehen: Bilder von André Bauchant, Camille Bombois, Séraphine Louis und vielen anderen werden den Besucher der farbenprächtigen, im Grundton auffallend fröhlichen Ausstellung begegnen, die sich zu erheblichen Teilen auf den Fundus des Clemens-Sels-Museums stützt, das mit diesen Schätzen gern wieder einmal an die Öffentlichkeit tritt.

Weitere Informationen: www.clemens-sels-museum.de


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