Start des ersten Bauabschnitts

Raum für Künstlernachlässe entsteht in Pulheim
Von Redaktion [20.01.2009, 07.04 Uhr]

Mit einem symbolischen Spatenstich für den ersten Bauabschnitt wurde in Brauweiler der Startschuss für die Realisierung eines Schaumagazins von Künstlernachlässen gegeben. Dafür wird der ehemalige Gutshof auf dem Abteigelände instand gesetzt und für eine Nutzung als Archivgebäude hergerichtet.

"Kunst entsteht, um gesehen zu werden und zu wirken - auch über die Lebzeiten der Künstlerinnen und Künstler hinaus. Ich freue mich deshalb sehr, dass wir mit dem heutigen Baubeginn des Schaumagazins die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Nachlässe von Künstlern angemessen aufbewahrt und überliefert werden können", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers.

Die Stiftung Kunstfonds wird in der Abtei Brauweiler künftig ihr überlassene Bestände von Werken zeitgenössischer Künstler archivieren. Die Kosten für dieses Projekt betragen rund 2,9 Millionen Euro. Das Land trägt davon 70 Prozent. Den restlichen Finanzierungsanteil übernimmt der Landschaftsverband Rheinland (LVR).

Zur Rolle des LVR betonte Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland: "In den vergangenen drei Jahrzehnten hat der LVR die ehemalige Abtei Brauweiler nach und nach zu dem Kulturzentrum des Landschaftsverbandes Rheinland entwickelt." Mit Bezug auf das aktuelle Projekt betonte er: "Und auch hier, sehr geehrter Herr Dr. Rüttgers, Herr Wittke, Herr Grosse-Brockhoff, möchte ich die ausgezeichnete ideelle und materielle Kooperation zwischen dem LVR und der Landesregierung Nordrhein-Westfalen hervorheben. Nach allem, was man vor einigen Jahren so lesen konnte, blicken wir in den letzten Monaten auf eine überaus erfreuliche Bilanz, die die verschiedenen Aufgabenebenen in diesem großen Land Nordrhein-Westfalen in bester Manier zur Geltung bringt. Und so soll es bleiben!"

Mit dem Bau des Archivs für Künstlernachlässe und dem Schaumagazin für zeitgenössische Kunst wird das ,Kompetenzzentrum für Bestandserhaltung' des LVR konsequent weiter entwickelt und ausgebaut. Zusammen mit den Restaurierungswerkstätten und dem Zentrum für Massenentsäuerung, aber auch mit dem LVR-Fortbildungszentrum leistet der LVR gemeinsam mit dem Land NRW sowie der Stiftung Kunstfonds und die Fachhochschule Köln einen unverzichtbaren Beitrag für die Erhaltung des kulturellen Erbes im Rheinland und weit darüber hinaus.

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Gleichzeitig wurden außerdem die Gewinner des Architektenwettbewerbs für die bauliche Weiterentwicklung des Schaumagazins Abtei Brauweiler in einem zweiten und dritten Bauabschnitt präsentiert. Oliver Wittke, Minister des Landes Nordrhein-Westfalen für Bauen und Verkehr, lobte das Ergebnis: "Ich freue mich, dass mit der Unterstützung meines Hauses ein Wettbewerb für das Schaumagazin ermöglicht wurde, dessen Ergebnisse sich sehen lassen können. Mir war meine Beteiligung daran wichtig, um sicherzustellen, dass sich der vorgesehene Neubau einerseits städtebaulich in das Gesamtensemble der Abtei einfügt, zugleich aber dabei auch denkmalpflegerische Belange in hinreichender Weise berücksichtigt werden. Wie ich gesehen habe, ist beides gelungen."

Aus 23 Entwürfen entschied sich die Jury mehrheitlich für den Entwurf von Thomas Obermann (BKSP, Hannover). "Dieser Entwurf geht überzeugend mit dem Ort um, indem er an den Charakter des Gutshofes und der Holzrestaurierungswerkstatt anknüpft. Durch die Verwendung des regionalen Ziegels wird die bestehende Bautradition aufgegriffen", erläuterte LVR-Direktor Harry K. Voigtsberger, Mitglied des Preisgerichts. "Der Neubau bietet durch seine Kompaktheit gute Voraussetzungen für die Realisierung im Passivhausstandard; außerdem bleibt der Baumbestand erhalten, so dass auch der Aspekt der Nachhaltigkeit berücksichtigt wird".

Mit dem zweiten Preis wurde der Entwurf des Büros Ortner und Ortner Baukunst (Berlin und Wien) ausgezeichnet, den dritten Platz erzielten die Architekten Glück und Partner aus Stuttgart. Drei weitere Entwürfe wurden mit Anerkennungspreisen gewürdigt.

Die künftigen Nutzer wollen gemeinsam mit den im LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler ansässigen Institutionen ein Kunstzentrum für moderne Kunst initiieren. Ziel ist die Entstehung des "Schaumagazins Abtei Brauweiler", welches als Lager, Forschungs- und Ausstellungsort ein innovatives Konzept für den Umgang mit moderner Kunst verfolgen soll: In Ergänzung zu den klassischen Kunstzentrumsfunktionen wie den Depots, die die Kunstwerke konservatorisch und restauratorisch bewahren und den öffentlich zugänglichen Ausstellungsräumen soll das "Schaumagazin Abtei Brauweiler" auch ein Schaulager beinhalten. Das Schaulager, eine Kombination aus Depot und Ausstellung, richtet sich in erster Linie an das interessierte Fachpublikum aus Wissenschaft und Forschung. Das Einzigartige an diesem Projekt ist das Zusammenspiel und die räumliche wie inhaltliche Verzahnung dieser drei "Umgangsformen" mit moderner bildender Kunst.

Der Standort der Abtei Brauweiler bietet durch die unmittelbare Nähe zu der LVR-Archivberatung und den Restaurierungswerkstätten der LVR-Denkmalpflege und deren bestehender Kooperation mit dem entsprechenden Fachbereich der Fachhochschule Köln dafür die idealen Voraussetzungen. Das vor Ort ebenfalls ansässige Zentrum für Massenkonservierung ergänzt die Kompetenzen in den verschiedenen Bereichen der Restaurierung von organischen- sowie anorganischen Materialien. So ist es möglich, den Standort zu einem einmaligen Forschungs- und Kompetenzzentrum für Restaurierung und Konservierung weiter zu entwickeln.

Weitere Infos zu den Siegerentwürfen gibt es im Download auf www.lvr.de


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