Rurtalbahn möchte eine neue Fahrzeugflotte anschaffen
Von Redaktion [11.01.2009, 14.10 Uhr]

Probefahrt mit dem Itino entlang der Rur bis nach Heimbach: Landrat Wolfgang Spelthahn (v.l.), Rurtalbahn-Geschäftsführer Achim Schmitz und Eisenbahnbetriebsleiter Herbert Häner testeten einen modernen Zug auf der Hausstrecke der Rurtalbahn.

Probefahrt mit dem Itino entlang der Rur bis nach Heimbach: Landrat Wolfgang Spelthahn (v.l.), Rurtalbahn-Geschäftsführer Achim Schmitz und Eisenbahnbetriebsleiter Herbert Häner testeten einen modernen Zug auf der Hausstrecke der Rurtalbahn.

Autofahrer kennen das: Päppelt man seinen Oldie noch einmal auf und hievt ihn über die TÜV-Hürde oder investiert man besser in einen Neuwagen? Landrat Wolfgang Spelthahn plädiert für die große Lösung, die mit Weitblick. Nur geht es nicht um ein einfaches Auto, sondern um die RegioSprinter-Flotte der Rurtalbahn. Die 17 Triebwagen, mit denen das Unternehmen täglich zwischen Linnich und Heimbach pendelt, sind in die Jahre gekommen.

Seit Mitte der 90er Jahre verkehrt die Rurtalbahn mit den Fahrzeugen entlang der Rur. Ende 2010 steht eine turnusmäßige Generalüberholung samt technischer Abnahme an. Geschätzte Kosten je Fahrzeug rund 150.000 Euro. Unter dem Strich könnten somit bis zu zwei Millionen Euro fällig werden, um die weiß-blauen Triebwagen auf den Gleisen zu halten.

"Das ist eine enorme Investition, von der die Fahrgäste eigentlich gar nichts haben", will sich der Landrat, Aufsichtsratsvorsitzender der Rurtalbahn, kaum mit dem Gedanken anfreunden, lediglich den technischen Stand von vor 15 Jahren zu konservieren. Alternative Fahrzeuge der neusten Generation, die sich für den Betrieb auf der Strecke zwischen Heimbach und Linnich eignen würden, stünden auf dem Markt zur Verfügung.

Als Beispiel für die neue Generation der Triebfahrzeuge war kürzlich ein Fahrzeug des Typs Itinio von der VIAS GmbH aus dem Odenwald zu Gast in Düren. Der Fortschritt ist sichtbar, fühlbar, hörbar. Die Sitze sind bequem in freundlichem Blau gepolstert, über den Köpfen befinden sich großzügige Gepäckablagen. Die geräumigen Multifunktionsbereiche nehmen Fährräder, Rollstühle und Kinderwagen mühelos auf. Über digitale Laufbänder und Lautsprecher erhalten die Fahrgäste vielfältigste Fahrt-Informationen. Eine behindertengerechte Toilette ist für den Ernstfall an Bord; von der Klimaanlage profitieren alle Fahrgäste.

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Der Führerstand eines modernen Triebwagens ist ein Cockpit mit vielen elektronischen Systemen.

Der Führerstand eines modernen Triebwagens ist ein Cockpit mit vielen elektronischen Systemen.

Die zwei je 500 Kilowatt starken Dieseltriebwerke sind kaum zu hören - es sind ja auch Zwölfzylinder. "Wir kommen auch mit kleineren Motoren aus, denn entlang der Rur gilt Höchsttempo 80", berichtet Achim Schmitz, Geschäftsführer der Rurtalbahn. Die Luftfederung lässt den Zug beinahe schweben. "Das ist ein ganz anderes Fahren", unterstreicht Landrat Wolfgang Spelthahn das dicke Komfort- und Umweltplus sowie die weiteren Eigenschaften, welche bei den neueren Fahrzeugtypen auf dem Markt standardmäßig integriert sind.

Etwa 13 neue Triebwagen müsste die Rurtalbahn schon bald ordern, wenn sie das Kapitel RegioSprinter vor der fälligen Generalüberholung zuklappen wollte, denn die Lieferfrist für neue Triebfahrzeuge beträgt bis zu zwei Jahre. Kostenpunkt für die große Lösung wären geschätzte 20 Millionen Euro, je nach Fahrzeugtyp.

Viel Geld, doch für Landrat Wolfgang Spelthahn die sinnvollere, weil zukunftsorientierte Lösung: "Wir müssen unseren Kunden ein zeitgemäßes Angebot machen. Und außerdem geht es um viele gute Arbeitsplätze bei uns im Kreis Düren." Der Hintergrund: Ende 2010 läuft die Streckenkonzession der Rurtalbahn für den Personenverkehr auf ihrer Heimatroute aus. Mit seiner bekannten Pünktlichkeit und einer neuen Fahrzeugflotte will das expandierende Unternehmen in die Zukunft auf seinem Heimatnetz investieren.

Über die Konzessionsvergabe sowie die notwendigen Rahmenbedingungen - zum Beispiel die Anschaffung einer neuen Fahrzeugflotte - entscheidet die Gesellschaft Nahverkehr Rheinland (NVR), ein Zusammenschluss der Aachener Verkehrsbetriebe (AVV) und des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS). Noch in diesem Monat wollen die Verantwortlichen der Rurtalbahn in Gesprächen mit dem NVR langfristige Planungssicherheit erhalten. Dann wird sich zeigen, worauf die Fahrgäste im Kreis Düren ab 2011 abfahren ...


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