Migrantenvereine wollen Brücken schlagen

Kreis Düren: Heimvorteil in der Fremde nutzen
Von Redaktion [07.01.2009, 09.15 Uhr]

Viele Einwanderer haben weiterhin gute Kontakte in ihre Herkunftsländer. Sie haben Eltern, Verwandte und Freunde zurückgelassen und müssen nun aus der Ferne anse-hen, wie sie unter Kriegen, Armut und Hunger leiden. Migrantenvereine aus dem Kreis Düren haben sich dieses Themas angenommen und versuchen, unter großem persönli-chem Einsatz die Lebensbedingungen der Menschen in ihren Herkunftsländern zu ver-bessern.

Ein neues EU-gefördertes InWent-Projekt versucht Kontakte zwischen Eine-Welt-Initiativen im Kreis Düren und Migrantenselbstorganisationen herzustellen. Die Idee ist – die Einwanderer im Kreis Düren kennen sich in ihren Herkunftsländern gut aus, sie sprechen die Sprache und können dafür sorgen, dass Spenden dort eingesetzt werden, wo es wirklich sinnvoll ist. Eine-Welt-Gruppen, Kirchengemeinden und Städtepartner-schaft-Initiativen im Kreis Düren wissen, wie Spendengelder gesammelt werden können und wie man die Menschen in Deutschland für ein Projekt gewinnt. „Wieso sind wir nicht schon längst auf die Idee gekommen zusammenzuarbeiten?“ sagte eine Teilnehmerin am ersten Begegnungsabend. „Wir könnten doch so viel voneinander lernen!“

Die tamilische Frauenorganisation aus Aldenhoven präsentierte in erschreckenden Bildern die Situation der Tamilen in SriLanka, vertrieben, unterdrückt und durch ständige bewaffnete Attacken der srilankischen Regierung bedroht.

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„Das viele Geld aus der Tsunami-Hilfe geht nur an die Singalesen, die Tamilen in Sri-Lanka bekommen davon nichts“, klagte die Vereinsvorsitzende. Der irakisch-kurdische Verein schilderte die Situation von Kriegsversehrten im Irak, für die es viel zu wenig medizinische Versorgung und einen großen Mangel an Prothesen und Hilfsmitteln gibt. Ein afrikanischer Verein sucht nach Hilfen für den Kongo, und viele weitere Vereine stehen mit ihrem Wissen für Spendenprojekte zur Verfügung.

„Wir suchen Partner, die mit uns zusammenarbeiten und uns helfen, die Situation in un-seren Heimatländern zu verbessern. Wir pflegen die Kontakte dorthin und wissen genau, wo die Hilfe am nötigsten gebraucht wird“, schilderte ein Teilnehmer sein An-liegen. Die Vernetzungsbemühungen werden im nächsten Jahr weitergehen und vom Institut für soziale Innovation Solingen moderiert.

Wer Interesse an dem Projekt hat und nähere Informationen wünscht oder direkt mit einem der Vereine Kontakt aufnehmen möchte, wendet sich an die Migrationsbeauf-tragte der Kreisverwaltung Düren, Sybille Haußmann (Telefon 02421-22-2075, s.haussmann@kreis-dueren.de) oder an die Integrationsagentur der Evangelischen Geme-inde zu Düren, Winfried Simon (02421-188-184, winfried-simon@evangelische-gemeinde-dueren.de).


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