Einstimmiges Ja:

Das indeland bekommt den Indesee
Von Redaktion [29.12.2008, 08.34 Uhr]

Der Weg für den Indesee ist frei! Wenn der Tagebau Inden II im Jahr 2030 ausgekohlt ist, wird das Restloch mit Wasser gefüllt. Das hat der Braunkohlenausschuss bei der Bezirksregierung Köln einstimmig entschieden. Nun ist die Landesregierung NRW am Zuge. Doch grünes Licht scheint nach den bisherigen Signalen aus Düsseldorf nur noch Formsache zu sein.

"Das ist ein historischer Tag für unsere Region", kommentierte Landrat Wolfgang Spelthahn, Aufsichtsratsvorsitzender der Entwicklungsgesellschaft indeland, die Jahrhundertentscheidung. "Nun haben wir Planungssicherheit und können uns mit RWE Power als starkem Partner an unserer Seite voller Elan aufmachen, eine neue Infrastruktur und neue Arbeitsplätze in der Region zu schaffen."

Was das konkret bedeutet, hatten die indeländer und der Bergbautreibende erläutert: Das indeland soll über das Ende des Tagebaus hinaus Energieregion bleiben. Dabei setzt man auf erneuerbare Energien (Biomassekraftwerk, Wind- und Wasserkraftnutzung) und Energieeffizienz (ökologische Mustersiedlung ohne Gas- und Stromzufuhr von außen). Zudem auf der Agenda: die Entwicklung des Standorts Kraftwerk Weisweiler. Der künftige See wird der Region einen ganz neuen Charakter geben. Mit einer Wasserfläche von über 1100 Hektar, einer 14 Kilometer langen Uferkante und einer maximalen Tiefe von 180 Metern wird er manchmal nicht zu Unrecht als "Indescher Ozean" bezeichnet.

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Wenn der letzte Braunkohlebagger in gut 20 Jahren seine Arbeit eingestellt hat, soll die Rur, so die heutige Planung, rund 30 Jahre brauchen, bis das im Schnitt 80 Meter tiefe Gewässer von der Größe des Tegernsees seinen endgültigen Pegel erreicht hat. Wie es das schneller geht, wird nun untersucht. Doch schon lange vor seiner Vollendung wird der See für die Menschen im indeland nutzbar sein. Somit wird die Energieregion auch für Touristen attraktiv, wovon sich die Indelandkommunen Kreis Düren, Aldenhoven, Inden, Jülich und Eschweiler und die Aachener Kathy Beys-Stiftung sowie ab 2009 Langerwehe, Niederzier und Linnich weitere Arbeitsplätze versprechen.

Eine Prognos-Studie, von der Bezirksregierung Köln auf Wunsch der Stadt Düren in Auftrag gegeben, hatte die Vorteile der Seelösung gegenüber der bislang vorgesehenen Erdverfüllung mit rund 3000 neuen Jobs eindeutig untermauert. Mit seiner Entscheidung vom Freitag hat der Braunkohlenausschuss den Menschen im indeland eine riesige Bandstraße zwischen den beiden Tagebauen im Kreis Düren erspart.

Über 20 Jahre hätte Erdreich ununterbrochen über eine 90 Meter breite Trasse vom einen in das andere Loch befördert werden müssen. Für Tausende Menschen in den Kommunen Inden, Jülich und Niederzier hätte dies ein weiteres Leben mit Staub- und Geräuschbelastungen bedeutet. Für die Änderung des bestehenden Braunkohleplans stimmten alle Ausschussmitglieder, unter ihnen die Kreistagsabgeordneten Karl Schavier (CDU) und Josef Johann Schmitz (SPD), beide Kommunalpolitiker aus der Gemeinde Inden. Mit beratender Stimme gehört Landrat Wolfgang Spelthahn dem Gremium an.


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