Kindeswohl bleibt im Kreis Düren nicht dem Zufall überlassen

Kooperationsverträge zwischen Kreis Düren und Grundschulen
Von Redaktion [30.12.2008, 17.37 Uhr]

Eine landesweite Vorreiterrolle nimmt der Kreis Düren in punkto Kindesschutz ein. Die Leitungen aller 54 Grundschulen haben mit dem Kreis- oder dem Dürener Stadtjugendamt Kooperationsverträge unterzeichnet, die eine flächendeckende Fortbildung vorsehen.

Künftig werden an jeder Grundschule mindestens ein Lehrer und eine Kraft des Offenen Ganztagsangebotes sein, die schon erste Anzeichen einer Kindeswohlgefährdung erkennen und entsprechend reagieren können. "Wir nehmen unseren gesetzlichen Auftrag, Kinder zu schützen, sehr ernst", dankt Landrat Wolfgang Spelthahn den vielen Projektbeteiligten. Um das kreisweite Frühwarnsystem lückenlos zu spannen, sollen gleichlautende Vereinbarungen nun auch mit den Förderschulen geschlossen werden, die im Primarbereich tätig sind.

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Das Fortbildungsangebot wurde von Schulrätin Anna Helene Lürken und Psychologe Georg Kilian-Hütten, langjähriger Leiter der Dürener Erziehungsberatungsstelle, entworfen. In einer intensiven Schulung werden die Pädagogen mit den Formen von Vernachlässigung, körperlicher und seelischer Misshandlung und sexuellem Missbrauch bekannt gemacht, lernen die Zeichen kennen, die bei Kindern auf diese Formen von Kindeswohlgefährdung hinweisen können.

Zudem lernen sie, wie die Beobachtungen zu dokumentieren und mit den Kollegen im Kinderschutzteam der Schule zu reflektieren und zu bewerten sind. Zudem werden sie mit Formen der psychologischen Gesprächsführung vertraut gemacht, um die oft heiklen Gespräche mit Eltern angemessen und erfolgreich führen zu können. Informationen über die rechtlichen Grundlagen (Kinder- und Jugendhilfegesetz, Schulgesetz NRW, Datenschutzgesetz) runden die Qualifizierung ab. Gregor Dürbaum, Leiter des Dürener Kreisjugendamtes, und Manfred Savelsberg, verantwortlich für das Jugendamt der Stadt Düren, begrüßen die Qualifizierungsoffensive ausdrücklich: "Jugendhilfe und Schulen rücken dichter zusammen denn je. Hand in Hand übernehmen wir Verantwortung für das Wohl der Kinder im Kreis Düren."


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