Thema: „Umgang mit dementiell veränderten Menschen“

Rekordbeteiligung beim 1. ctw-Pflegesymposium in Düren
Von Redaktion [21.11.2008, 08.42 Uhr]

Die Vorträge der Referenten beim 1. ctw-Pflegesymposium in Düren fanden…

Die Vorträge der Referenten beim 1. ctw-Pflegesymposium in Düren fanden…

Mit doppelt so vielen Teilnehmern als erwartet fand das 1. Pflegesymposium der Caritas Trägergesellschaft West (ctw) in Düren statt. Die hohe Resonanz beurteilten nicht nur die Pflegedirektoren und Heimleitungen der ctw-Einrichtungen als Erfolg. Auch die rund 300 Teilnehmer von Gesundheitseinrichtungen aus Düren, Aachen, Heinsberg, Stolberg und Mönchengladbach konnten nach den Fachvorträgen und interaktiven Workshops ihre Erwartungen durchweg als erfüllt sehen.

Assessor jur. Gábor Szük, Geschäftsführer der ctw, und Frau Dr. med. Marianne Hoff-Gehlen, Leitende Kreismedizinaldirektorin vom Gesundheitsamt Düren, eröffneten das Symposium. Beide stellten einhellig fest, dass eine stärkere Auseinandersetzung mit dem Thema Demenz erforderlich ist und die Pflege dementiell erkrankter Menschen immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Die Vortragsreihe wurde eröffnet von Dr. med. Klaus Maria Perrar, dem leitenden Oberarzt der Abteilung für Gerontopsychiatrie der Rheinischen Kliniken Düren, mit dem Thema „Die Welt in der Demenz“. Danach folgten Sabine Bilnik-Claus (Dipl. Sozialarbeiterin und Pflegeberaterin) mit „Biographiearbeit – Schlüssel zum Verstehen und Handeln“, Karla Krämer (Gesundheits- und Krankenpflegerin, Dipl. Organisationsberaterin) mit „Verstehender Zugang zu Menschen mit Demenz“ und Dr. jur. Michael Jüttner (Richter am Amtsgericht Düren) mit „Aktuelle Entwicklungen des Betreuungsrechts“.

In den Workshops, die zusätzlich von Stephan Braun (Berater für Gerontopsychiatrie) und Stefan Schulze (Pflege- und Gesundheitswissenschaftler) geleitet wurden, konnten die Teilnehmer konkrete Fragestellungen zum Umgang mit dementiell veränderten Menschen klären wie zum Beispiel:
Wie lässt sich feststellen, ob ein an Demenz erkrankter Mensch an Schmerzen leidet? Wie nehmen die Betroffenen sich und ihre Umwelt wahr? Wie schaffen es Pflegende, sich sensibel und situationsadäquat in die Bedürfnisse der Patienten einzufühlen? Was kann und soll unternommen werden, wenn die Menschen in fortgeschrittenen Stadien der Demenz kein Hungergefühl mehr haben oder Essen und Getränke ablehnen?

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… ein großes Publikum.

… ein großes Publikum.

Durch das Symposium haben die Teilnehmer aus Krankenhäusern, Seniorenzentren, Altenheimen, ambulanten Pflegediensten und Tagespflegeeinrichtungen erfahren, dass Demenzkranke in ihrer ganz eigenen Realität leben. Die Referenten machten in ihren Vorträgen darauf aufmerksam, dass es sehr wichtig ist, dass sich die Pflegenden empathisch in die Lebens- und Gedankenwelt der Betroffenen einfühlen. Hierbei geht es jeden Tag neu um das Bemühen, das Verhalten der betroffenen Person vor dem Hintergrund von Biografie und Vertrautheit zu verstehen, ihre Mitteilungen und Wünsche zu entschlüsseln und sie in vertrauensvollem Kontakt zu bestätigen. Grundlagen eines angemessenen Umgangs mit Demenzkranken ist eine fördernde und wertschätzende Haltung von Seiten des Pflegepersonals. Die Selbständigkeit ist so lange wie möglich zu fördern; jede Hilfestellung soll so dezent und unauffällig wie möglich gegeben werden.

Mit steigender Lebenserwartung nimmt leider auch die Zahl demenzkranker Menschen zu. In Deutschland leiden derzeit – bezogen auf die 65-Jährigen und Älteren – nahezu eine Million Menschen an einer Demenz. Die Zahl, der an Demenz erkrankten Personen im Kreis Düren, wird auf etwa 3500 Personen geschätzt.

Bundesweit beträgt die Anzahl der Neuerkrankungen im Laufe eines Jahres fast 200.000. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit dementieller Erkrankungen sehr stark an. Der Anteil Demenzkranker liegt bei den 65-Jährigen noch bei einem Prozent, steigt bei den 80-Jährigen auf 20% und bei den 90-Jährigen sogar bis auf 50% an. Prognosen besagen, dass bereits im Jahre 2030 mit bis zu 2,5 Millionen Demenzkranken zu rechnen ist.

Fast die Hälfte der Pflegebedürftigen in Privathaushalten leidet an einer Demenz. Gleichzeitig ist die Demenz der mit Abstand wichtigste Grund für eine Heimaufnahme, und der Anteil demenzkranker Heimbewohner hat in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen.


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