Ausstellung zu „Fisch – Rose – Kreuz“ im Burgmuseum

Nideggen: Eine Rose ist nicht nur eine Rose, eine Rose…
Von Dorothée Schenk [26.09.2008, 19.59 Uhr]

Drei Frauen für „Fisch – Rose – Kreuz“ (v.l.) Dr. Myriam Wierschowski, Leiterin des Deutschen Glasmalerei-Museusm, Kuratorin Helga Berendsen und Luzia Schlösser, Leiterin des Nideggener Burgenmuseums.

Drei Frauen für „Fisch – Rose – Kreuz“ (v.l.) Dr. Myriam Wierschowski, Leiterin des Deutschen Glasmalerei-Museusm, Kuratorin Helga Berendsen und Luzia Schlösser, Leiterin des Nideggener Burgenmuseums.

„Symbole stellen etwas dar, das nicht alle lesen sollen“, macht Helga Berendsen deutlich. Die Kuratorin der Ausstellung „Fisch – Rose – Kreuz“ stellt titelgemäß bildhafte christliche Zeichen in den Vordergrund und auch auf den Prüfstand. Für den Eingeweihten sehr wohl lesbar mag sich die Bedeutung für den Außenstehende nicht erschließen. Wie sieht der Besucher der Ausstellung im Burgenmuseum Nideggen diese Symbole heute? Gezeigt wird die Werkschau in Zusammenarbeit des Linnicher Glasmalerei-Museums Linnich und dem Burgenmuseum Nideggen.

Der Fisch war in der frühchristlichen Zeit das Zeichen für die Glaubensgemeinschaft Jesu. Wer das nicht wusste, hielt das Bild etwa an einer Hauswand für den Hinweis auf einen Fischer, erklärt Kunsthistorikerin Berendsen sehr anschaulich. Gleichzeitig steht natürlich auch das Kreuz für Christus. So können mehrere Symbole einen Inhalt haben oder aber auch ein Symbol viele Inhalte. Die Rose ist nicht nur das Abbild der Königin unter den Blumen, sondern auch Mariens, so wie die Taube für den heiligen Geist steht und die Wolke seit Alters her für Gottvater.

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Ganz prägnante Beispiele aus der Sammlung des Deutschen Glasmalerei-Museums hat die in Linnich tätige Museumspädagogin Berendsen ausgewählt, die in der Vielfalt der Technik und des Ausdrucks einen repräsentativen Querschnitt des Themas bieten. Die modernen Glasmal-Künstler aus dem Rheinland und Frankreich, mit der der überwiegende Teil der Ausstellung bestückt ist, konnten sich nach 1945 noch der altchristlichen Symbole bedienen und mit den Bildinhalten spielen. So ist die Rose, nicht nur eine Rose, eine Rose, wie Gertrud Stein schreibt – sie ist bei Jean Cocteau auch ein Gesicht und damit abstrahiert das der Muttergottes.

„Im Mittelalter waren die christliche Symbole von besonderer Bedeutung: Sie dienten zur Wertevermittlung und der Glaubensorientierung“, formulierte Luzia Schlösser. Die Leiterin des Burgenmuseums freut sich daher besonders über die „qualitative Bereicherung“ durch „Fisch – Rose – Kreuz“. Geteilte Freude ist in dem Fall doppelte Freude, denn Dr. Myriam Wierschowski, Leiterin des Deutschen Glasmalerei-Museums, ist ihrerseits über die inzwischen vierte Kooperation der Häuser angetan, weil sie so in der Eifel eine Dependance hat, „um auf Linnich aufmerksam zu machen“. So schließen sich Kreise. „Die Kultur im Kreis Düren ist dynamisch: Wir haben anderen in Kreativität voraus, was sie uns an Geld voraus haben“, philosophierte Landrat Wolfgang Spelthahn. Überprüfen können Interessierte diese Aussage bis April 2009 im Burgmuseum Nideggen.

Die Eröffnung ist am Sonntag, 28. September, um 12 Uhr.


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